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MakerCon 2017: Die Konferenz für Maker und Unternehmen

30.11.2016 ·Autor: · Veröffentlicht in Aus dem Verlag, Veranstaltungen

From Maker to Market: Das ist die Maxime der MakerCon, einer Konferenz, die gemeinsam vom dpunkt.verlag, Heise Developer und dem Make Magazin veranstaltet wird. (Wir hatten sie Euch bereits an dieser Stelle kurz vorgestellt.) Jetzt steht das Programm – und es gibt einen Early Bird! 

MakerCon Heidelberg 2017

Dale Dougherty. Dale! Dougherty!

Zuerst die Fakten: Zwei Vortragstage. Zwei parallel laufende Tracks. Zwei Keynotes. Ein Workshoptag.

Und jetzt, *freakin‘ out*: Dale Dougherty himself, „Vater“ der Can-do-People und Gründer des amerikanischen Make-Magazins, wird eine der zwei Keynotes halten. \o/ Wer die internationale Make-Bewegung in den letzten 10-15 Jahren beobachtet hat, weiß, was Dale alles angestoßen, angeregt und vor allem umgesetzt hat. Wir verdanken ihm nicht nur das Make Magazin, sondern auch die Maker Faires sowie viele außergewöhnliche Bücher, die er als Verleger bei Maker Media, Inc. veröffentlicht hat. Noch viel länger ist Dale dem Namen O’Reilly verbunden, bereits Mitte der Achtziger Jahre begann er, mit Tim O’Reilly an Büchern zu arbeiten. Der Begriff „Web 2.0“, von Tim schließlich mit Leben gefüllt, stammt von Dale Dougherty. 

Schaut in seinen TEDTalk:

Doch zurück zum Anfang: Eröffnet wird die Konferenz von der deutschen Maker-Ikone Mario Lukas. Mario hat an unserem Buch „Licht & Spaß“ mitgearbeitet und ist stets und ständig auf Maker-Events unterwegs, unter anderem, um sein Lieblingsthema 3D-Druck voranzutreiben. In seiner Keynote wird Mario berichten, wie er sich mit ersten kleinen Projekten, die meist noch aus Elektronik-Schrott bestanden, seinen Weg in die nationale und internationale Maker-Bewegung bahnte. (Und, nebenbei bemerkt, einige Preise verliehen bekam.)

Prototyping, MakerSpaces, BMW: Die Vorträge

„From Maker to Market“ heißt: Maker mit Unternehmen zusammenbringen. Frische Trends aus dem Maker-Movement zeigen. Impulse geben, wie Unternehmen den Erfindergeist auf ihre Mitarbeiter übertragen, sie kreativ fördern können. In 26 weiteren Vorträgen berichten erfahrene Maker, wie sie ihr Projekt von der Idee über den Prototyp zum fertigen Produkt umgesetzt haben. Sie erzählen von der verwendeten Technik und den Prozessen, die schließlich zum Erfolg führten. Gleichzeitig teilen sie ihre Erfahrungen mit Rückschlägen, wie man aus Fehlern lernen und Pannen vermeiden kann. Auch organisatorische und rechtliche Aspekte werden berücksichtigt.

Wer sollte hin?

Zielgruppe der MakerCon sind:

  • ambitionierte Maker, die Kontakte zu Gleichgesinnten, Unternehmen und Dienstleistern suchen,
  • Leute, die MakerSpaces oder FabLabs organisieren,
  • Maker, die ihr Projekt professionalisieren wollen 
  • Maker-Communities
  • Start-ups aus dem Maker-Umfeld,
  • Innovations- und Technik­beauf­trag­te von Unternehmen,
  • Anbieter von Dienstleistungen im Maker-Bereich
  • Hardwarehersteller (Digital Fabrication, Halbleiterhersteller)

Hier könnt Ihr Euch ab sofort für die MakerCon anmelden. Wichtig: Verpasst den Early Bird nicht – bis zum 2. Januar erhalten private Maker ihr Ticket für 238 Euro.

Alle Infos erfahrt Ihr direkt auf makercon.de.

Neuerscheinung: CSS Secrets

24.11.2016 ·Autor: · Veröffentlicht in Bücher

Lea Verou ist mit gerade einmal 30 Jahren bereits eine Webdev-Koryphäe und auf großen internationalen Konferenzen zuhause. Jetzt haben wir sie auch im O’Reilly-Programm – mit „CSS Secrets: Typische Webdesign-Probleme klug gelöst“.

„I am Lea, and this is Mr Border-Radius“: So leitet Lea Verou ihren Talk auf der 2014er Fluent Conf ein. Und macht sich dann auf, ihr Publikum erst von der oft abgesprochenen Coolness der runden Ecken zu überzeugen. Und schließlich auch davon, dass die CSS-Auszeichnung noch viel mehr bietet als eben nur das Abrunden geometrischer Figuren. Sie zeigt beispielsweise, wie sich Ellipsen erstellen lassen. Oder halbe Ellipsen. Auch Viertel-Ellipsen. 

Nun könnte man diese Figuren auch mit Images einbinden. Per CSS-Code aber, erklärt Lea, lassen sie sich animieren. Dazu fügt sie ein, zwei, drei, ok… manchmal drölfzig Attribute in die CSS-Anweisungen und formt die Pixel gerade so, wie andere Vasen töpfern. Wer ihr zusieht, wundert sich nicht mehr, dass ihr bisweilen Zauberkräfte zugesprochen werden. Oder, wie „King of Web Standards“ Jeffrey Zeldman sagt: „Niemand versteht es besser, dieses neue CSS zu vermitteln, als Lea Verou; sie zählt zu den wenigen wirklich begnadeten Codern, die ich kenne.“

Die gebürtige Griechin Lea Verou …

… ist eines von sieben Invited Experts der W3C CSS Working Group.
… promoviert am MIT Boston im Fachbereich Computer Science.
… hält Vorträge bei allen großen Webdesign-Konferenzen weltweit (Anspieltipps bei YouTube).
… veröffentlicht Code (GitHub-Page) und Artikel in diversen Fachmagazinen.
… zählt nicht nur mehr als 72.000 Twitter– und 8.400 GitHub-Follower, sondern auch Webdesign-Virtuose Eric A. Meyer zu ihren Unterstützern.

Umso großartiger, dass Lea Verou nun noch mehr Zaubertricks verrät: In „CSS Secrets“ zeigt sie Euch, wie  Ihr Webdesign-Hürden spielend und kreativ überspringen könnt. Nicht umsonst hat es das Buch in den USA bereits zum hochgelobten Bestseller geschafft.

Das Silicon Valley hat das Buch also schon. Der Buchhandel hierzulande auch. Und Ihr? 🙂
 

CSS Secrets Buchcover

„Lea Verou zählt zu den wenigen wirklichen begnadeten Codern, die ich kenne“ – Jeffrey Zeldman

 

Neuerscheinung: Praxiswissen E-Commerce – mit Verlosung!

08.11.2016 ·Autor: · Veröffentlicht in Bücher

Während man im nordrhein-westfälischen Münster am vergangenen Wochenende noch über verkaufsoffene Sonntage abstimmte, werden in ganz Deutschland  in diesem Jahr um die 50 Milliarden Euro über Online-Shops umgesetzt. Morgens, mittags, abends, nachts. Montag bis Sonntag. Und so ist es nicht nur für die kleinen Münsteraner Geschäfte eine Option – ja, fast schon Pflicht – ihren Kunden eine Shopoberfläche zu bieten, sondern für so ziemlich alle Handeltreibenden, ob groß oder klein, ob Ostseeküste, Eifel oder Allgäu. (<– merkt Ihr? Dazu muss man nicht mal nach Berlin ;)) 

Unser Standardwerk „Praxiswissen E-Commerce“ führt Euch durch alle Prozesse von der Planung des Shops über die Gestaltung des Kaufprozesses, den Umgang mit Retouren oder der Suche nach dem passenden Zahlungsdienstleister. Jetzt in der zweiten Auflage!

Praxiswissen E-Commerce

Wertvolles Beraterwissen: Plattformübergreifend und branchenübergreifend.

Slogans aus der Hölle: „Schatz, Zalando ist da“

Irgendwie ist Onlineshoppen immer mit einem miesen, klischeebeladenen Image verflucht gewesen: „zerstört den Einzelhandel in den Innenstädten“ / „brauchen doch nur einsame Nerds, die sich nicht nach draußen trauen“ oder wahlweise „brauchen doch nur konsumsüchtige Frauen, die keinen Tag ohne Schuhe kaufen auskommen“ / „denkt mal jemand an all die Zusteller, die Euch die Pakete in den 5. Stock schleppen müssen“ / „man geht doch auch einkaufen, um mit anderen zu reden“. Und irgendwann immer die Vereinsamung der Gesellschaft.

Dass sich gerade in den beiden letzten Jahren etwas änderte, stelle ich direkt vor meiner Haustür fest: Mein Stamm-Supermarkt – klein und familiengeführt – bietet eine App, über die ich meine Einkäufe auswählen, zahlen und zu mir nach Hause liefern lassen kann. Und entscheidend ist: Das fällt nicht mir – Webuser by heart -, sondern meiner gesamten Nachbarschaft angenehm auf: Der gehbehinderten Rentnerin. Dem Berufspendler, der mit Vollzeitjob und Großfamilie jetzt immerhin das lästige Einkaufen von seiner ToDo-Liste streichen kann. Und der Freundin, die das Schreiben ihrer Masterarbeit nun nicht mehr wegen „Kaffee ist alle“ unterbrechen muss.

Noch wird zwar nur rund ein Prozent aller Fast Moving Consumer Goods (Lebensmittel, Duschbad, Zigaretten) online gekauft, aber: Luft nach oben ist da noch, andere Branchen haben das längst vorgemacht. Kunden wählen ihre Shops nach deren Angebot und Service. Stimmt beides, kommen sie zu ihnen – online wie offline. (Und vielleicht ist die Diskussion über verkaufsoffene Sonntage genau aus diesem Grund schon längst absurd geworden.)

Online-Umsatz in Deutschland

Entwicklung der E-Commerce-Umsätze in Milliarden Euro in den vergangenen Jahren. Zahlen und Grafik: HDE Handelsverband Deutschland, Februar 2016 (Der E-Commerce-Verband bevh rechnet gar mit bis zu 54 Milliarde Euro Umsatz.)

 

Laden eröffnen: ja. Shop eröffnen: hm?

Die allermeisten Händler verstehen natürlich etwas von ihrem Geschäft: Standort, Aufbau und Möblierung ihres Ladenlokals, Laufwege der Kunden, Anzeigenschaltungen, Regalbestückung, Kundenkarte, Warenwirtschaft und Kasse – alles routiniert und passend ausgewählt. Doch wie überträgt man das auf einen Online-Shop? 

Eine genaue Anleitung dessen wünschten wir uns von Michael Keukert und Tobias Kollewe. Beide eröffnen seit vielen Jahren immer wieder Online-Shops für Händler diverser Branchen. In „Praxiswissen E-Commerce“ schlüsseln sie jeden einzelnen Schritt auf, den große wie kleine Händler gehen müssen. Auch die, die noch gar kein stationäres Ladenlokal und/oder keinen konventionellen Versandhandel führen. Und natürlich auch ganz frische Gründer.

Folgende Fragen beantwortet das Buch beispielsweise:

  • Wie komme ich von der Idee zu einer realisierbaren Konzeption?
  • Welche variablen, welche festen Kosten kommen auf mich zu?  
  • Welche Software gibt es, und welche sollte ich wählen?
  • Was ist eine Buybox?
  • Wie binde ich PayPal und andere Dienstleister ein?
  • Welche rechtlichen Hürden muss ich nehmen?
  • Was spricht für welchen Versanddienstleister?

Alles in einem Buch

Entstanden ist ein umfangreiches Grundlagenwerk, das sämtliches Know-how von der Auswahl des geeignetes Shopsystems über Vertriebs- und Rechtsfragen bis hin zu Marketinginstrumenten erläutert. Plattformunabhängig, von A bis Z – und nun für die zweite Auflage noch einmal gründlich aktualisiert und durch Case Studies erweitert. Oder durch ein Interview mit einem Citylogistiker, der oben genanntes Argument der überlasteten Paketboten aufgreift und seine umwelt- und verkehrsfreundlichere Alternative zu den üblichen großen braunen, gelben, weißen Lieferwagen vorstellt.

"Wir wollten das perfekte Buch schreiben - für die, die gerade erst mit einem Online-Shop starten wie auch für die, die mehr aus ihrem bestehenden Shop herausholen wollen."

„Wir wollten das perfekte Buch schreiben – für die, die gerade erst mit einem Online-Shop starten wie auch für die, die mehr aus ihrem bestehenden Shop herausholen wollen.“ – Michael Keukert mit der 2. Auflage von „Praxiswissen E-Commerce“, die Ihr hier gewinnen könnt.

Gewinnt ein signiertes Exemplar

Wir haben hier ein von den Autoren mit besten Wünschen ausgestattetes und signiertes Exemplar, das wir gerne unter unseren LeserInnen verlosen. Und das müsst Ihr dafür tun: 

Nennt uns das aus Eurer Sicht furchtbarste / absurdeste Argument gegen Online-Shops und wie Ihr diesem mit Eurem Shop entgegen treten wollt. Hier als Kommentar oder per Mail an verlosung(at)oreilly.de

Einsendeschluss: 20. November 2016
(Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.)

Die O’Reilly-Veranstaltungstipps im November

31.10.2016 ·Autor: · Veröffentlicht in Veranstaltungen

Es fröstelt draußen, nicht aber in unseren Herzen (entschuldigt bitte, das muss der Montag sein). Aber tatsächlich warten noch einige schöne Tagungen, Camps und Messen, bei denen Ihr Euch inspirieren und mit passendem Heißgetränk in der Hand fachsimpeln könnt. Let’s go – unsere Veranstaltungstipps für den kommenden Monat. 

Veranstaltungstipps

Die Veranstaltungstipps en détail:

Was? Mini Maker Faire(s)
Wann? (04.11.2016 und) 05.11.2016
Wo? phaeno Wolfsburg /  Stadtbibliothek Köln
Website
Hashtag: #minimakerfaire

Alle Mini Maker Faires in Deutschland sind (vermutlich) für 2016 vorbei, außer diesen beiden: eine in der ohnehin immer wieder für ihr Maker-Engagement rühmenswerten Stadtbibliothek Köln und eine im ohnehin immer besuchenswerten Museum phaeno Wolfsburg: am Samstag, den 5.11.2016. (Am 4.11. findet in Wolfsburg bereits ein Schülertag statt.)

phaeno Wolfsburg Stbib Köln

 


Was? Webmontag Frankfurt/Main
Wann? 14.11.2016
Wo? Frankfurt
Website
Hashtag: #wmfra


Was? Continuous Lifecycle

Wann? 14.-17.11.2016
Wo? Mannheim
Website
Hashtag: #conlifecycle

Die Konferenz für Continuous Delivery und DevOps – aus dem Hause dpunkt.verlag.


Was? ContainerConf
Wann? 14.-17.11.2016
Wo? Mannheim
Website
Hashtag: 

Die Konferenz zu Docker und Co. – ebenfalls aus dem Hause dpunkt, und parallel zur Continuous Lifecycle.


Was? BarcampTEN
Wann? 15.11.2016
Wo? Kempten
Website
Hashtag: #barcampTEN


Was? Hobby+Elektronik
Wann? 17.-20.11.2016
Wo? Stuttgart
Website
Hashtag: 

Ihr findet uns in Halle 5 am Stand C55. Und wir haben viele Bücher im Gepäck!


Was? Lean Startup Machine München 2016
Wann? 25.-27.11.2016
Wo? München
Website
Hashtag: 

Wollt Ihr Eure Geschäftsidee zum Leben erwecken? An einem Wochenende die wichtigsten ersten Schritte des Startup-Gründens lernen? Vom 25.-27. November bringt Str84wd Products die LSM wieder an die Isar. Und mit unserem Discountcode oreilly-lsm20 bekommt ihr 20% Rabatt auf den Ticketpreis: http://bit.ly/LSM16Oreilly

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Was? Startup Weekend Stuttgart
Wann? 25.-27.11.2016
Wo? Stuttgart, Hochschule der Medien
Website
Hashtag: 

Das Startup-Weekend an der HdM Stuttgart ist schon ein echte Traditionsveranstaltung (und das meinen wir nur, nur, nur positiv), organisiert u.a. von Nils Högsdal, der für uns die deutsche Ausgabe des „Startup Owner’s Manual“ fachlich begleitete. Unser Interview dazu lest Ihr hier.


Was? free Code Sprints @ Hubert Burda Media / Drupalcamp Munich
Wann? 30.11.-02.12.2016 // 03.12. – 04.12.2016
Wo? München
Website
Hashtag: #DCMuc16

Wie immer werden bei den genannten Veranstaltungen aktuelle O’Reilly- und dpunkt-Bücher ausgelegt, verlost und/oder Gimmicks verteilt. Bitte beachten: Einige Camps, Konferenzen, Workshops etc. sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Kalenders (oder kurz danach) evtl. schon komplett ausgebucht.

Neuerscheinung: Startup mit System

27.10.2016 ·Autor: · Veröffentlicht in Bücher

Wird man als Entrepreneur geboren – oder eben nicht? Die Antwort liefert MIT-Prof Bill Aulet in unserer Neuerscheinung „Startup mit System“. Ein Buch, das in Gründerkreisen schon längst kein Geheimtipp mehr ist und nun auch auf Deutsch vorliegt.

Wie im Sport: Disziplin und Kampfgeist

Irgendwann Anfang der Achtziger spielte der heutige MIT-Prof Bill Aulet Profi-Basketball in Essex/UK. Er hatte gerade sein Studium abgeschlossen und machte sich bereit: auf eine Karriere als Firmengründer und Chef, als Investor und jemand, in dessen Firmen investiert werden würde (mehr als 100 Millionen Dollar konnte er später generieren). Er lernte, arbeitete, trainierte. Er half Uni-Ausgründungen auf ihre Zielmärkte und gründete selbst. Und wurde schließlich – rund ein Vierteljahrhundert später – Geschäftsführer des Martin Trust Center für Entrepreneurship am MIT und Dozent an der MIT Sloan School of Management. Um dort den besonderen Geist der Gründer und alle für sie wichtigen Skills an Studenten weiterzugeben. Um sie an seinen Erfahrungen teilhaben zu lassen. Um ihnen Mut zu machen.

Wie geht man an eine solche Aufgabe heran? „Als ehemaliger Profi-Basketballspieler und erfahrener Unternehmer fiel ich auf die üblichen Sport-Analogien zurück: ‚Arbeite hart. Sei mutig. Bleib länger wach. Steh früher auf. Sei vorbereitet. Ich habe mich für den Erfolg entschieden, das solltest Du auch tun!'“, schrieb er 2013 im Wallstreet Journal und ergänzte, damals jedoch einen wirklich schlechten Job abgeliefert zu haben. „Die Studenten bewerteten meinen Unterricht mit Bestnoten, also hielt ich ihn für sehr effektiv. Damit lag ich falsch.“

Denn: es gibt eben keine klare Rezeptur.

Unternehmer tun das Unbekannte und das Unversuchte, deshalb gibt es keine Algorithmen für den Erfolg.

Kampfgeist allein bringt Gründer also schon mal nicht voran. Aber ist Entrepreneurship denn überhaupt erlernbar? Und wie verhält es sich mit all jenen Thesen wie:

„gründen kann nicht jeder, dazu muss man besonders mutig sein“

„man muss nur eine gute Idee haben, dann lässt sich kinderleicht Geld verdienen“

„das Charisma eines Gründers ist entscheidend für seinen Erfolg“

Allein in diesen drei Aussagen schwingen mehrere Botschaften mit, die Gründer als besonders mutig, besonders einfallsreich, besonders außergewöhnlich, besonders clever – eben besonders besonders – darstellen. 763.000 Menschen gründeten im Jahr 2015 in Deutschland. Sollen die alle besonders sein? Hatten sie nur Glück? Welches Bild haben wir hierzulande von Existenzgründern, Selbstständigen, Firmeninhabern?

Der Gründermythos

Klar ist: Unternehmer-Stereotypen gibt es so einige. Da sind der schillernde Neugründer, der konservative Patriarch oder auch die anpackende Firmenchefin. Alle implizieren, dass zur Firmengründung gewisse Charakterzüge unabdingbar sind. Dass ein erfolgreiches Unternehmen nicht ohne starke Führungspersönlichkeit funktionieren kann.

Doch ist das wirklich so? Und ist das nötige Mindset angeboren oder erlernbar? Bill Aulet verneint die Existenz eines Entrepreneur-Gens und erinnert außerdem daran, dass hinter den erfolgreichsten Unternehmen häufiger ein Team als eine Einzelperson steht. Wirklich entscheidend sei eine systematische Vorgehensweise. „Ja, Unternehmer brauchen diese ‚can-do‘-Haltung“, schreibt Aulet. „Den Glauben an sich, ein erfolgreiches Unternehmen aus der sagenumwobenen Garage zu bauen. Aber um erfolgreich zu sein, brauchen sie auch hervorragende Skills.“

Um diese zu identifizieren, dröseln wir erst einmal den Begriff Entrepreneurship auf. Von dem Aulet übrigens sagt, weder er noch eine(r) seiner Kommilitonen hätten ihn während ihres Studiums gekannt.

Was ist eigentlich Entrepreneurship?

Zunächst heißt Entrepreneurship schlichtweg Unternehmertum. Werner Otto, Hans Riegel, Theo und Karl Albrecht: Sie alle waren große Unternehmer und haben mit ihren weit verzweigten Konzernen in vielen Branchen und Orten Spuren hinterlassen.

Die dazu nötigen Fähigkeiten und Charaktereigenschaften – Fachwissen, Führungsstärke, Mut und Risikofreude, „rechnen können“ – waren für ihren unternehmerischen Erfolg damals genauso entscheidend wie für heutige Gründer. In Zeiten innovativer Geschäftsmodelle bzw. Startups schwingt mit dem Begriff Entrepreneur jedoch zusätzlich die These mit, es bedürfe eines gewissen Mindsets, einer besonderen Mentalität, die einen Gründer ausmacht. Ganz zentral etwa die Bereitschaft, bestehende Strukturen und Marktregeln zu durchbrechen und durch neu entwickelte Prozesse zu ersetzen.

Doch wieder Sport: die richtigen Techniken kennen

Statt den Anforderungskatalog jetzt aber immer weiter aufzublähen, kommen wir auf das Buch „Startup mit System“ und Aulet zurück. Dessen Credo lautet heute: Auch innovative Geschäftsideen müssen kritisch geprüft und Schritt für Schritt entwickelt werden, damit ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut werden kann. Es ist also weder die Idee noch die Führungspersönlichkeit, die Erfolg garantieren.

Startup mit System

Wird man als Entrepreneur geboren – oder eben nicht? Bill Aulet setzt dieser These handfeste Praxisanleitungen für Gründer entgegen.

In „Startup mit System“ setzt Aulet dem Gründermythos ein konkretes 24-Schritte-Modell entgegen, mit dem jeder Entrepreneur seine Geschäftsidee prüfen und weiterentwickeln kann. Sehr konkret behandelt Aulet dabei folgende Aspekte:

  • Wer ist Ihr Kunde? (Marktsegmentierung, Eintrittsmarkt, Persona u. a.)
  • Was können Sie für Ihren Kunden tun? (Lebenszyklus- Fallstudie, Wertangebot, Kernkompetenz des Unternehmens u. a.)
  • Wie kommt Ihr Kunde zu Ihrem Produkt? (Prozess zur Gewinnung zahlender Kunden, Verkaufsprozess u. a.)
  • Wie verdienen Sie mit Ihrem Produkt Geld? (Geschäftsmodell, Preismodell, Lifetime Value of an Acquired Customer u. a.)
  • Wie entwerfen und erzeugen Sie Ihr Produkt? (Schlüsselannahmen, Minimum Viable Business Product, Akzeptanz Ihres Produkts u. a.)
  • Wie stellen Sie sicher, dass Ihre Firma wächst? (Erschließen von Zweitmärkten, Produktplan)

So lässt sich dann auch die zweite Finanzierungsrunde überstehen.

"Unbezahlbar. Dieses Buch fasst die Lektionen, die wir am MIT gelernt haben, wunderbar zusammen. Ich wünschte, ich hätte es schon gehabt, als wir vor sechs Jahren HubSpot ins Leben riefen." Brian Halligan, Mitbegründer und CEO von Hubspot

Und Bill Aulet? Ist  in jedem neuen Semester für die Ausbildung der MIT-Studenten im Fach Entrepreneurship zuständig. Seine Arbeit wurde bereits mehrfach ausgezeichnet und sein Buch immer und immer wieder empfohlen. Weil es konkret und praxisbezogen sowie didaktisch geschickt aufgebaut ist. Weil es humorvoll ist und mit vielen farbigen Abbildungen und Cartoons garniert. Weil es statt Mythen Techniken vermittelt. Ganz wie beim Basketball: Dribbeln, Fokussieren, Pick & Roll, Absprung, Korbleger.

„Startup mit System“ lesen und weiterlesen

Wenn Ihr mehr wissen wollt:

Und kaufen könnt Ihr das Buch natürlich auch – in allen gut sortieren On- und Offline-Buchhandlungen und bei oreilly.de.

Startup mit System