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Neuerscheinung: SEO mit Google Search Console

17.03.2017 ·Autor: · Veröffentlicht in Bücher, Merkwürdige Begriffe

Google ist das Maß aller Dinge – zumindest, wenn es um das Web und ganz speziell um die Auffindbarkeit von Informationen und Seiten in eben diesem geht. Allein in Deutschland nutzen mehr als 90 Prozent aller Websurfer die Suchmaschine. Webentwickler bzw. Seitenanbieter orientieren sich deshalb sehr stark an den Aspekten, die für ein besseres Google-Ranking sorgen. Zum genauen Algorithmus lässt Google nichts verlauten, aber es stellt ein Tool bereit, das die eigene Webseite auf entscheidende Faktoren testet und Verbesserungen vorschlägt: Die Google Search Console. Typisch Google wird eine Registrierung vorausgesetzt, darüberhinaus ist das Tool kostenlos. Und was hat Google davon? Klar: Dem Giganten ist natürlich daran gelegen, dass es seine Beliebtheit auch in den nächsten Jahren hält. 

Entscheidend für Webentwickler und -redakteure ist nun: Welche Stellschrauben müssen justiert werden, damit die eigene Website nun genau bei dem Publikum landet, für die sie gemacht ist? Wie kommt man zu den richtigen Keywords, was gehört in die robots.txt, und wie passt man all diese Einstellungen für den Zugriff über mobile Geräte an? Stephan Czysch, ein ausgewiesener SEO-Profi und glücklicherweise auch O’Reilly-Autor, beantwortet nicht nur diese Fragen, sondern liefert Euch einen kompletten Überblick über die On- und Offpage-Optimierung Eurer Site mit Hilfe der Google Search Console. 

SEO mit Google Search Console

SEO mit Google Search Frisch bei uns erschienen: Die Neuauflage von Stephan Czyschs SEO-Handbuch (vorher: Suchmaschinenoptimierung mit Google Webmaster Tools“ (Bild: CC-BY-SA oreillyblog)

Das Buch richtet sich an Webmaster, Online-Marketeers und schlichtweg alle, die Googles kostenfreie Tools effizient und erfolgsorientiert für die Suchmaschinenoptimierung einsetzen möchten. Und damit auch die etwa 4-5 Prozent der Websurfer mit Bing zu Euch finden, ist sogar ein kleines Kapitel zu Bings SEO-Werkzeugen im Buch enthalten. Und das wiederum hilft Euch bei Google 😉

Aus dem Inhalt:

  •  Einführung in die Suchmaschinenoptimierung
  • Alles über die Google Search Console
  • Mobile SEO und Apps
  • Erfolge mit der Suchanalyse messen
  • Wettbewerber-Analyse mit SEO-Tools
  • Die Bing-Webmastertools
  • Worauf es bei der Onpage-Optimierung ankommt
  • Offpage-SEO einfach erklärt 

Das Buch findet Ihr bei allen gut sortierten On- und Offline-Buchhandlungen sowie natürlich direkt bei uns

Was (genau) sind denn jetzt Wearables?

16.03.2017 ·Autor: · Veröffentlicht in Merkwürdige Begriffe

„Was sind denn jetzt alles Wearables?“, wisperten wir uns auf dem Verlagsflur zu. Sind es die T-Shirts mit LEDs drin? Oder die Fitnessuhr des sportlichen Kollegen? Kurz gesagt: Sowohl als auch. Unter den Begriff Wearables fällt grundsätzlich jedes Computersystem (Chip, Sensoren etc.), das wir direkt am* Körper tragen. Wearables sind an uns befestigt und wir können damit raus gehen – und dort beispielsweise joggen, schwimmen oder zum Grillfest gehen. Die Fitnessuhr meldet uns dann, wie viele Minuten wir für den Kilometer benötigen. Und der Temperatursensor im T-Shirt, wenn es Zeit für eine Jacke ist. Und das Google Glass, wo sich in Heidelberg ein indisches Restaurant befindet.

Immer mehr Menschen sind von Wearables fasziniert – die, die ihr Alltagsleben gerne vermessen und dokumentieren wollen genauso wie die, die die Elektronikkomponenten für medizinische Zwecke nutzen oder auch die, die mit ihnen experimentieren oder sich künstlerisch ausdrücken wollen. 292,8 Millionen Smartwatches und Fitnessuhren sollen im vergangenen Jahr weltweit verkauft worden sein (Gartner), einige davon dürften wohl unter dem Weihnachtsbaum gelegen haben. Für knapp ein Drittel aller Geräte endet dann aber schon wieder die Erfolgsstory, denn sie werden von ihren Besitzern schon nach kurzer Zeit links liegen lassen. Ihre Funktionen überzeugen nicht, langweilen sogar. Oder die Uhren gehen gleich ganz verloren oder kaputt.

Wearables

Wearables mit Vorsatz: Fitnesstracker

Eine Idee wäre es ja, in Sachen Wearables unseren Open Source-Grundsätzen treu zu bleiben. Soll heißen: Keine fest verschlossenen Geräte kaufen, sondern selbst basteln und experimentieren. (Und Herr(in) über die eigenen Daten bleibt man so auch noch.)

 

Wearables mit Schöpfungshöhe: Fiber Optic Jellyfish Skirt von Lina Wassong

 
Einen Überblick über die weltweite Wearables-Szene und den aktuellen Stand der Technik liefert das O’Reilly-Buch »Wearables mit Arduino und Raspberry Pi«, an dem Lina Wassong und René Bohne gerade für uns schreiben. Darin finden interessierte LeserInnen auch gleich einige Anleitungen, wie sie mit Raspberry Pi, Arduino, Nadel und Faden selbst zu intelligenter Kleidung kommen. 

*und nicht: im Körper. Das gibt’s auch, diese Menschen mit eingebauten Chips nennen sich Cyborgs. Auch das ist nicht neu, Herzschrittmacher oder Cochlea-Implantat sind schließlich auch Elektronik. Hier verschmelzen gerade verschiedene Technologien und gesellschaftliche Entwicklungen. Aber das ist eine andere Geschichte.

So war das: Barcamp Bonn 2017

13.03.2017 ·Autor: · Veröffentlicht in Veranstaltungen

Samstag war Barcamp: das dritte Bonner, das ebenfalls dritte mit uns als Medienpartner/Buchsponsor und das zweite, bei dem ich auch persönlich dabei sein konnte. Bereits 2015 fuhr ich mit Kollegin Anja hin (ihr Rückblick) und es gefiel uns damals schon so ausgesprochen gut, dass ich gar nicht weiß, was noch hätte besser laufen können. Karin Krubeck, Sascha Foerster und Johannes Mirus waren und sind ein perfekt eingespieltes Team, die das Barcamp von Anfang an herausragend organisiert haben. Auch in diesem Jahr wieder. Und trotz aller Routine, die ja sicherlich eintritt, nach wie vor mit sehr viel persönlichem Herzblut. Daher ganz zu Anfang schon der Applaus auf’s Orgateam. 

Barcamp Bonn 2017 Posttower

Viel Glas und Stahl: Die Location kennt jeder Bonner von außen, wir nun auch von innen. Hat sich gelohnt. Top Ausstattung und Technik in jedem einzelnen Raum.

Und nun von vorn: Ein paar Minuten zu spät rauschte ich noch genau passend zur Vorstellungsrunde in den großen Saal. Immer wieder hört man ja die Frage: Brauchen Barcamps wirklich eine Vorstellungsrunde oder langweilt das – gerade bei 160 TeilnehmerInnen – nicht spätestens nach Hashtag-Aufzählung 5,6,7 nicht kollossal? Meine persönliche Überzeugung: Ja, wir brauchen das. Wenn sich alle Teilnehmer kurz fassen. Hat geklappt in Bonn, möglicherweise auch wegen der Beschränkung auf nur zwei Kernfragen Hashtags.  (Dabei hatte ich die komplette Autofahrt morgens über Hashtag 3 gebrütet ;).) Also, Vorstellungsrunde, warum? Weil man gleich zu Beginn die Zusammensetzung der TeilnehmerInnen gut einschätzen kann. Und das hilft bei der Wahl der Sessions. 

Die schloss sich direkt an. Auffällig: Da waren Barcamp-Profis am Start, denn binnen weniger Sekunden reihte sich eine lange Schlange auf. Ganz ohne orientierungsloses Suchen. Alle Sessions, die vorgestellt wurden (und das waren viele), schafften es auf den Sessionplan, sieben Tracks parallel und dann noch zwei Meetingpoints für kleinere Runden versprachen ein sehr vielseitiges Programm. Die Qual der Wahl 😉 Während der Sessionplan zusammen gebastelt wurde, gab es Foyer schon Mittagessen. Wunderbar – kein Zeitverlust. Die vegane Tomatensuppe war für mich gleich die beste Stärkung für die ersten zwei Sessions. (Es gab noch mehr. Viel mehr. Auch sehr gute Wraps.)

Barcamp Bonn 2017 Bobbycars

Im Sessionplan: eine Bobbycar-Session 🙂 Und ein paar Kinder waren auch da – was ich persönlich sehr mag. Barcamps sind nun einmal meist am Wochenende, zur klassischen Familienzeit. Und Kinder _sind da_ und lassen sich nicht so einfach (organisatorisch und emotional) wegorganisieren, wie manch eine(r) glaubt. Dass es selbstverständlich ist, dass man den Nachwuchs einfach mitbringt, spricht für die Community.

Die erste Session, die ich besuchte, hieß: Erfolgsfaktoren von Social Media von Kleinunternehmen und Startups. @OliverKepka lieferte darin anhand seiner Google+-Seite tonnenweise Best Practices zum perfekten Posting (Bild, Text, Hashtags usw.). Zugegeben, hätte ich von Anfang an gewusst, es würde nur um Google+ gehen, hätte ich womöglich eine andere Session gewählt. Das wäre aber sehr schade gewesen, denn Olivers Vortrag war nicht nur sehr informativ, sondern auch sehr witzig. (Und das allermeiste der Infos lässt sich auf andere Netzwerke adaptieren.)

Danach ging es für mich zu „Organic reach is alive“ von @Tim_Ebner. Tim begleitet seit letztem Jahr den Bürgermeisterwahlkampf in Bad Nauheim als Digital-Berater des Kandidaten Axel Bertrand und wollte darüber sprechen, wie sich auch ohne Werbebudget Reichweite erzeugen lässt. So hat er’s angekündigt, ganz so war’s aber nicht, denn einige Facebook-Posts waren schon bezahlt. Die bessere Headline nannte Tim im Verlauf des Vortrags: „Wie ein SPD-Kandidat im tiefsten CDU-Land analog, digital und ‚draußen‘ Wahlkampf macht“. Und diese Story war nicht minder interessant. Wie sie ausgeht, erfahren wir dann am 7. Mai zur Wahl. In jedem Fall spannender Vortrag. 

Als nächstes schnupperte ich bei Vivian Pein und „KPI – Warum Fans kein KPI ist und was Sinn macht“ rein. Als dritte Session war das recht anspruchsvoller Stoff, für den ich verschüttete BWL-Kenntnisse freischaufeln musste. Die Quintessenz: Fans und Follower sind keine Key Performance Indicators. (Das bitte dreimal aufsagen.) Und: Wenn Ihr als Community Manager immer wieder um Budget für Facebook-Ads oder ähnliches kämpfen müsst, rechnet ruhig mal den Tausenderkontaktpreis aus und stellt diesen den anderen fraglos gebuchten Werbemedien gegenüber. Das war längst nicht alles – Vivian lieferte sehr praxisbezogene Tipps, und das höchst komprimiert. 

Barcamp Bonn 2017 Sessions

Erstmalig zwei Tage lief das Barcamp Bonn in diesem Jahr. Samstag themenoffen, am Freitag mit dem Schwerpunkt „Mobilität“. Hier ein Blick auf die Sessions.

Im Foyer baute man währenddessen schon Kuchen auf. Und ich lief gleich weiter zur WordPress-Sprechstunde (u.a. mit Thomas, den wir schon eine Weile von der WordCamp-Orga kennen). Wichtiger Hinweis an alle WordPress-Entwickler, -Admins und -Anwender: Geht zu den WordPress-Meetups, dort gibt es Know-how, Austausch und bei Bedarf auch tatkräftige Hilfe. Das Meetup in Köln trifft sich an jedem dritten Dienstag im Montag, die Bonner Ausgabe wurde am Wochenende frisch gegründet und hat als regelmäßigen Termin jeden ersten Mittwoch im Monat. Es gibt die Meetups deutschlandweit!

Die letzte Session brachte mir der O’Reilly-Autor Olav Schettler zum Thema Wissensmanagement. Seit 2012 nutzte er Evernote, um all seine privaten und beruflichen Notizen und Erkenntnisse festzuhalten und einigermaßen sortiert immer abrufbar zu haben. Im Laufe der Zeit schränkte Evernote ihn aber zu sehr ein, und deshalb, Zitat Olav Schettler: „… dachte ich mir: ‚Du kannst doch programmieren, warum baust du dir dein Werkzeug wie in der Make-Szene nicht einfach selbst?'“ und – programmierte sich sein eigenes Wissensmanagement-System. Die Abende von zwei Wochen hat er investiert, dann war es ein lauffähiges System. Jetzt wird schrittweise umgezogen. Einen großen Vorteil hat sein „Knowfox“ in jedem Fall: Eure Notizen sind auf Eurem eigenen Server, sie gehören wirklich Euch. Wollt Ihr testen? Olav Schettler hat es auf Github abgelegt. 

Zum Schluss konnte ich sogar schnell bei den Serientipps von Scotty reinschauen. The Good Fight ist meins! 😉 Und schon ging’s ans Verabschieden. Karin zog noch die Gewinner der O’Reilly- und dpunkt-Bücher. Allen damit viel Spaß!

Barcamp Bonn 2017 Verlosung

Die Heidelberger Kollegin Sabrina schickte eine Kiste frischer Bücher O’Reilly- und dpunkt-Bücher – und hier durften alle, deren Namen Karin zog, frei daraus auswählen.

Das war ein sehr, sehr schöner Samstag, an dem ich unglaublich viel gelernt habe. Danke allen ReferentInnen <3 

Einen Wermutstropfen gab’s für mich: Wegen einer fiesen Erkältung hatte ich den ganzen Tag über eine gefühlt 1-Meter-dicke-Watte um meinen Kopf und war deshalb nicht zu allzu viel Kommunikation in der Lage. Beim nächsten Mal wieder mehr, denn da stimme ich der Teilnehmerin zu, die in der Feedbackrunde sinngemäß sagte: die Kaffeepausen sind das Beste an Barcamps.  

Karin, Sascha, Johannes: Euch noch mal vielen Dank, dass wir wieder Buchsponsor sein durften. Und für das tolle Barcamp sowieso! 

Das nächste Barcamp  Bonn findet am 23. und 24. Februar 2018 an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin statt. (Da, wo auch die FroSCon ist!) Wir freuen uns drauf. 

SymfonyLive 2017 – die Konferenz zum beliebten PHP-Framework

10.03.2017 ·Autor: · Veröffentlicht in Veranstaltungen

„Ab dem dritten Mal ist’s Tradition“, sagt man (bestimmt nicht nur) im Rheinland. Und so gesehen ist die SymfonyLive bereits mehr als etabliert, denn in diesem Jahr lädt der Veranstalter SensioLabs bereits zur sechsten Ausgabe der deutschsprachigen Konferenz. (International gibt es noch weitere.)

Wir sind wieder Mediapartner und freuen uns daher, Euch hier einige Infos zu liefern. 

Termin, Themen & Ablauf

Die SymfonyLive 2017 startet mit zwei Workshoptagen am 5. und 6. April. In zehn Workshops erfahrt Ihr unter anderem alles zu Symfony 3, Doctrine, REST Services, Web Security und mehr. Eure Trainer stammen direkt aus der Symfony-Community. 

SymfonyLive 2017

Daran schließt sich der Konferenztag am 7. April an, der schon in seiner Keynote mit hohem Praxisbezug startet. Die Software-Architektur-Expertin Carola Lilienthal widmet sich unter dem Titel „Technische Schulden tun weh! Wie man sie erkennt und beseitigt“ dem Soll/Ist-Clash in der Softwareentwicklung. Weiter geht es dann mit acht weiteren Talks zur Entwicklung mit Symfony.

Sehr attraktiv, insbesondere für die unter Euch, die kein Ticket bekommen haben, ist der folgende Hackday am 8. April. Dieser Tag ist kostenfrei und für alle zugänglich. (Eine Anmeldung dennoch wichtig.) Am Hackday könnt Ihr selbst mithelfen, das Framework weiterzuentwickeln. Dazu sind natürlich auch Core-Entwickler anwesend, mit denen Ihr ausgiebig fachsimpeln könnt. Eine tolle Möglichkeit zum Kontakteknüpfen ist der Hackday allemal. 

Hier geht’s zum Programm.

Location

Die SymfonyLive 2017 findet im KOMED am Mediapark statt, eine innerstädtisch gelegene und sehr nette Konferenzlocation, die einige von Euch vielleicht auch von der SymfonyLive Cologne 2016 oder anderen IT-Events kennen. Hier könnt Ihr auf jeden Fall prima netzwerken. Und ein paar O’Reilly-Bücher werden auch dort sein 🙂 

SymfonyLive 2017

Tickets

Bis zum 31. März bekommt Ihr noch das reguläre Ticket für 159 €/netto. Gruppen ab fünf Personen erhalten Rabatt, ebenso gibt’s Blogger Tickets für 49 € / Tag. Alle Tarife findet Ihr hier.

Mehr Infos

Schon seit mehreren Jahren unterstützen wir die SymfonyLive als Mediapartner, deshalb kündigen wir die Veranstaltung hier gerne wieder an. Ihr erfahrt mehr über Symfony, wenn Ihr beispielsweise unser Interview mit Freerich Bäthge (2014) lest. Und dann gibt es noch drölfzig Konferenzvideos drüben bei YouTube, auch von anderen Symfony-Konferenzen weltweit.

Fashion Tech Academy in Berlin: Für mehr Vielfalt in der Technikbranche

08.03.2017 ·Autor: · Veröffentlicht in Frauen in der IT, Veranstaltungen

Lina Wassong hat eine Mission: Die Designerin setzt sich nicht nur an den Schneidertisch, um etwas zu nähen. Sie bringt (bislang) gänzlich unterschiedliche Welten zusammen, lässt Mode und Technik, Stoffe und Programmiercode miteinander kollidieren und entwickelt daraus in ihren Entwürfen etwas Neues. Überraschendes. Und gleichzeitig so Selbstverständlich-Harmonisches. Auf mich wirken ihre Entwürfe so, als ob Mode und Elektronik schon immer zusammengehören. Mit allen Kontrasten, die die Bereiche jeweils mit sich bringen.

Lina Wassong

Mit Nähmaschine und Raspberry Pi Neues erschaffen: Die Designerin Lina Wassong

Linas Techniken haben dabei Hand und Fuß. Sie studierte Bekleidungstechnik und Management in Hamburg, schnupperte während eines längeren Aufenthalts in San Francisco in die amerikanische Tech-Branche und brachte sich früh in die internationale Fashiontech-Szene ein. Wenn Lina Wassong nicht gerade selbst entwirft, programmiert und schneidert, arbeitet sie an Buchprojekten (Licht & Spaß, ab Mai: Wearables mit Arduino und Raspberry Pi, ab Juni: Das Calliope-Buch). Oder gibt Workshops – und darüber habe ich für das oreillyblog mit Lina gesprochen.

Lina, am heutigen Mittwoch gibst Du gemeinsam mit Sofie Di Bartolomeo den Workshop „Fashion Tech Academy- Design your glowing necklace!“ Was genau habt Ihr vor?

Heute, am 8. März, ist internationaler Weltfrauentag. Dies ist ein toller Anlass, um sich für mehr Vielfalt in der Technikbranche einzusetzen, da diese immer noch von vielen Frauen gemieden wird. Das Konzept des Workshops ist so aufgebaut, dass den Teilnehmerinnen erste elektronische Grundlagen, Programmierkenntnisse sowie der Umgang mit Maschinen wie Lasercutter und 3D-Drucker vermittelt werden, während sie eine leuchtende Kette und einen dazugehörigen Schmuckbeutel designen. Es wird also Technik mit einem kreativen Prozess kombiniert, um Software und Elektronik interessanter und zugänglicher zu gestalten.
 
Um das Konzept zu unterstützen, werden wir das O’Reilly-Make-Buch „Licht und Spaß“ an den unterschiedlichen Workshop-Stationen auslegen. In dem Buch wird die Einführung in Elektronik-Projekte sehr anschaulich vermittelt.

Ich persönlich würde mich für untalentiert, aber höchst neugierig einstufen. Bin ich – auch ohne Vorkenntnisse – bei Euch richtig?

Absolut! Dieser Workshop ist für den Designer genau so geeignet wir für den Hobbybastler oder Elektrotechniker. Hier ist jeder willkommen, der die kreativen Seite von Software und Elektronik erkunden möchte. Und alles natürlich ganz ungefährlich. 

Fashion Tech Academy

Der Workshop wird übrigens in englischer Sprache gehalten, zumindest in der Einführung. „An den unterschiedlichen Stationen wird sich das dann von selbst ergeben“, schreibt mir Lina.

Gibt es noch freie Plätze? Und, falls nicht: Bietest Du regelmäßig Workshops an?

Leider sind alle Tickets schon vergeben. Es gab sehr viel Nachfrage und der Workshop war innerhalb eines Tags ausgebucht. Aber die gute Nachricht: ich biete regelmäßig Workshops an (und kündige sie hier an). 

Zum Abschluss eine etwas persönlichere Frage. Hinter „Make“ verbirgt sich auch eine gewisse Haltung: Dinge aufschrauben, neu kombinieren, selbst gestalten. Was bedeutet Dir besonders die Verbindung aus Fashion/Crafting/Design mit Elektronik und Technik? Was fasziniert Dich daran?

Seit vielen Jahren wiederholt sich die Modeindustrie immer wieder und jeder Gedanke wurde mindestens schon einmal gedacht. Werden allerdings Mode und Technik kombiniert, ergeben sich unendlich viele neue Möglichkeiten. Neue Verfahren, Techniken und Materialien, die eingesetzt werden können – das fasziniert mich sehr. Auf der anderen Seite kann Technik durch Mode ästhetischer und emotionaler gestaltet werden.
 
Während ich Elektronik und Textilien kombiniere, steht „Make“ ganz klar im Vordergrund. Der Designprozesses beinhaltet viel ausprobieren, umgestalten und neues dazu lernen – also learning by doing. Mir ist es auch wichtig, meine gemachten Erfahrungen weiterzugeben. Wie jetzt in diesem Workshop oder indem ich es in Büchern festhalte.

Lina, ich danke Dir für das Gespräch und wünsche allen, die ein Ticket für den Workshop ergattert haben, heute abend viel Freude.

Mehr über Lina Wassong erfahrt Ihr auf ihrer Website.