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Job-Portrait: Softwareentwickler bei MyHammer.de

31.01.2011 ·Autor: · Veröffentlicht in Karriere(n) in der IT

In der Reihe „Karriere(n) in der IT“ stellen wir Ihnen heute Manuel Kiessling vor, der die Softwareentwicklung des Handwerks- und Dienstleistungsmarktplatzes MyHammer.de verantwortet. Sein Aufruf an den IT-Nachwuchs lautet: „Die eigene Komfortzone verlassen!“

Herr Kiessling, wie lautet Ihre Jobbezeichnung, und bei welchem Unternehmen arbeiten Sie?

Ich arbeite als Director Product Development bei der MY-HAMMER AG in Berlin.

Manuel Kiessling

Wofür sind Sie genau verantwortlich, und vor welchen Aufgaben stehen Sie in der täglichen Arbeit?

Im Wesentlichen geht es bei meiner Arbeit um die Leitung der Softwareentwicklung. Wir haben diesen Bereich in drei Teams aufgeteilt, und mit den jeweiligen Teamleitern zusammen sorge ich dafür, dass wir neue Funktionen auf unserer Plattform möglichst schnell und in solider Qualität veröffentlichen können.

Meine konkreten Aufgaben sind dabei sehr vielfältig und gehen teilweise weit über das rein Fachliche der Programmierung hinaus. Das Wichtigste ist dabei die Abstimmung mit den anderen Abteilungen, die am Arbeitsprozess eines jeden Projekts beteiligt sind. Gemeinsam mit dem Leiter der Qualitätssicherung konnte ich beispielsweise unseren SCM-Prozess immer weiter verfeinern, so dass Release- und Entwicklungsprozesse mittlerweile sehr effizient ablaufen und eine hohe Parallelität und Flexibilität erlauben.

Ich stehe weiterhin im ständigen Austausch mit unseren Systemadministratoren, denn angesichts des ständigen Wachstums unserer Kundenzahl und der kontinuierlichen Weiterentwicklung unserer Plattform, inklusive der Ausweitung auf neue Märkte wie zum Beispiel die USA, stehen die Themen Skalierung und Ausfallsicherheit bei uns immer auf der Tagesordnung. Weil man hier nur wirklich erfolgreich sein kann, wenn man abteilungsübergreifend zusammenarbeitet, ist diese Kommunikation und gemeinsame Planung eine weitere wichtige Aufgabe in meinem Bereich.

Und natürlich bin ich nicht zuletzt dafür verantwortlich, dass meine Mitarbeiter Spaß an der täglichen Arbeit haben.

Neben Ihrer Arbeit sind Sie auch Mitglied der PHP Usergroup in Berlin. Mal abgesehen davon, dass fachlicher Austausch in lockerer Atmosphäre generell nützt: Können Usergroups auch Sprungbretter für die Karriere sein? Haben Sie schon Mitarbeiter gefunden/gesucht, haben Sie über die UG von freien Stellen gehört?

In der Regel hört man im Kontext der UG oft von freien Stellen, und praktisch nie von Entwicklern, die gezwungen wären aktiv nach Arbeit zu suchen 🙂

Ich glaube, dass es nicht nur Spaß, sondern auch Sinn macht, sich in eine UG einzubringen. Vertritt man dort ein Unternehmen, erhöht das natürlich die Aufmerksamkeit in genau der richtigen Szene; wenn also ein Entwickler einmal eine neue Herausforderung sucht, sind die Chancen nicht schlecht, dass er sich die Unternehmen anschaut, von denen er bei der UG schon einmal gehört hat. Umgekehrt bietet die UG eine hervorragende Plattform für Vorträge von Entwicklern, die sich damit langfristig einen Namen machen und definitiv ihren Marktwert erhöhen.

In der Reihe „Karriere(n) in der IT“ interessieren wir uns natürlich besonders für Ihren persönlichen Werdegang. Welche Ausbildung haben Sie absolviert, und welche Vorerfahrungen nützen Ihnen heute bei Ihrem Job?

Zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn hatte ich mich noch sehr in Richtung eines kreativen Umgangs mit dem Medium Internet orientiert und eine Ausbildung zum Mediengestalter abgeschlossen. Sehr schnell wurde aber klar, dass in Softwareentwicklung und Systemadministration für mich die spannenderen Herausforderungen liegen. Ich habe daher in der Arbeitspraxis bald umgeschwenkt auf diese Felder, und schließlich auch einen IHK-Abschluss als Fachinformatiker nachgeholt.

Darüber hinaus schöpfe ich vor allem aus den vielen praktischen Erfahrungen, die ich dank eines frühen Eintritts in die Branche schon gleich nach dem Abitur sammeln konnte. Ich hätte zwar auch gerne studiert, aber wenn man offen für neues bleibt und sich selbst immer weiterbildet, kann man sich das notwendige Wissen ebenfalls aneignen.

Was mir an Vorerfahrungen zu Anfang sehr geholfen hat: Mein Vater hatte lange Zeit ein kleines Unternehmen in der Car-HiFi-Branche, und ich durfte dort schon seit meinem 14. Lebensjahr mithelfen und verschiedene Aufgaben übernehmen. Das hat mir ungemein bei den sogenannten Soft-Skills geholfen. Es mag zwar banal klingen, aber wenn man in den Beruf startet, kann es sehr hilfreich sein bereits zu wissen, wie man sich zum Beispiel am Telefon verhält und allgemein im beruflichen Alltag kommuniziert, wie man sich selbst organisiert, und überhaupt den Unterschied zwischen dem Arbeiten in der Schule und dem Arbeiten in einem Betrieb zu kennen. Da ich hier nicht auf der grünen Wiese starten musste, konnte ich schon bei meinem ersten Job, der einfach nur ein Praktikum war, schnell Verantwortung übernehmen und sehr produktiv mitarbeiten.

Ihre Empfehlung an den Nachwuchs: Welche Qualifikationen und Fähigkeiten sollten Berufsanfänger mitbringen?

Ich glaube, zwei Dinge sind besonders wichtig: Man sollte nicht ausschließlich am eigenen Fachgebiet festhalten, und man sollte nicht anfangen, innerhalb des eigenen Fachgebiets auf der Stelle zu treten.

Was ich damit meine, ist folgendes: Natürlich ist es wichtig, zum Beispiel als Programmierer vor allem die Programmiersprache der Wahl sehr tief und eingehend zu beherrschen. Aber auch Themen außerhalb der eigentlichen Profession sind wichtig, zum Beispiel die Fähigkeit des Schreibens, was sehr oft nicht wahrgenommen wird. Man arbeitet nie wirklich ganz allein und nur für sich – man muss stets mit anderen kommunizieren. Wer sich also nicht nur im Quellcode, sondern auch in ganz normalen Fließtexten klar ausdrücken und verständlich abstrahieren kann, wird es stets leichter haben, Gehör zu finden und mit anderen zusammenzuarbeiten.

Und innerhalb des Fachgebiets wiederum ist es wichtig – und gerade in jungen Jahren oft sehr schwer – über den Tellerrand der bevorzugten Programmiersprache zu schauen, und zwar immer und immer wieder. Die Welt der Softwareentwicklung ist in ständigem Wandel. Wer hätte zum Beispiel noch vor zwei Jahren gedacht, dass JavaScript einmal auf dem Server läuft?

Natürlich geht es nicht darum, jeder Sau hinterherzulaufen, die gerade durch’s Dorf getrieben wird. Aber mit wachsender Erfahrung wird man lernen, sinnlosen Hype und sinnvollen Trend voneinander zu unterscheiden. Es geht auch nicht darum, jedes Jahr das Produkt, an dem man arbeitet, auf die Programmiersprache zu übertragen, die man sich aktuell angeeignet hat. Aber man muss neugierig bleiben, sich eine Meinung bilden, sich auf neue und fremde Paradigmen einlassen und sie hands-on lernen, kurz: immer wieder die eigene Komfortzone verlassen. Sonst wird man bald zum alten Eisen gehören und wundert sich vielleicht selbst, wieso der Job irgendwann keinen Spaß mehr macht.

Das ist das Paradoxe gerade bei uns Softwareentwicklern: Wir beschäftigen uns mit einer der modernsten Technologien, die die Menschheit hervorgebracht hat, sind aber innerhalb unseres Bereichs nicht selten konservativ und daher nicht immer sofort offen gegenüber Neuem.

Wir danken für dieses Gespräch.

Möchten auch Sie Ihr Aufgabenfeld vorstellen? Oder wünschen Sie sich eine bestimmte Person als Interviewpartner hier im Blog? Wenn es nicht gerade Bill Gates ist, werde ich versuchen, es möglich zu machen. (Lebende Personen sollten es auch noch sein ;-)) Melden Sie sich: blog@oreilly.de

Der nächste Artikel dieser Reihe wird sich mit der Ausbildung zum Fachinformatiker beschäftigen. Bleiben Sie dran!

Nach einiger Theorie (siehe Posts 1,2,3) schauen wir uns heute ganz konkret einen typischen IT-Job an. In der Reihe „Karriere(n) in der IT“ stellen wir Ihnen Ali Khosravi vor, Systemadministrator bei einem großen Unternehmen in Eschborn/Hessen.

Herr Khosravi, wie lautet Ihre Jobbezeichnung, und bei welchem Unternehmen arbeiten Sie?

Meine genaue Jobbezeichnung lautet „Leiter IT-Infrastructure & Helpdesk“. Ich bin seit 08/2008 bei der Compass Group Deutschland GmbH in Eschborn beschäftigt. Wir sind Marktführer für Catering und Food Services für beispielsweise Unternehmen, Krankenhäuser und  Schulen. Außerdem sind wir einer der führenden Anbieter von Support Services wie Reinigung, Empfang, Telefonzentrale oder die Pflege der Außenanlagen.

Ali Khosravi, Leiter IT-Infrastructure & Helpdesk bei der Compass Group

Wofür sind Sie genau verantwortlich, und vor welchen Aufgaben stehen Sie in der täglichen Arbeit?

Bei der Compass Group bin ich verantwortlich für alle infrastrukturelle Themen im IT-Bereich, sprich für die Server sowie für das bundesweite Netzwerk der Compass Group. Desweiteren betreut mein Team, durch das IT-Helpdesk alle anfallenden IT-Anfragen und bearbeitet diese im 1st Level bzw. kategorisiert & priorisiert die Anfragen für die weitere Bearbeitung durch die Teamkollegen.

Die Compass Group ist mit etwa 1.000 Standorten in ganz Deutschland vertreten – sicher eine ganz besondere Herausforderung für Sie als Sysadmin. Wie meistern Sie diese, können Sie bestimmte Tools empfehlen?

Einer der unterstützenden Kernpunkte ist sicherlich die digitale Erfassung unserer Aufgaben. Durch unser ITIL-Zertifiziertes Ticketsystem sind wir u.a. heute in der Lage IT-Anfragen aufzunehmen und nach einer sauberen Kategorisierung und Priorisierung an die entsprechenden Personen zu verteilen. Hier pflegen wir ebenfalls unseren Servicekatalog sowie unsere KPIs (Key Performance Indicators) und erstellen aus den gesammelten Daten unsere SLAs (Service Level Agreements).

In der Reihe „Karriere(n) in der IT“ interessieren wir uns natürlich besonders für Ihren persönlichen Werdegang. Welche Ausbildung haben Sie absolviert, und welche Vorerfahrungen nützen Ihnen heute bei Ihrem Job?

Ich habe die Ausbildungen zum Informations- und Kommunikationstechniker sowie zum Fachinformatiker Systemintegration abgeschlossen.  Speziell ein breites Spektrum an IT-Wissen ist in meinem Job sehr von Vorteil, da es als Systemintegrator immer wieder „Ausflüge“ in andere IT-Bereiche gibt.

Ihre Empfehlung an den Nachwuchs: Welche Qualifikationen und Fähigkeiten sollten Berufsanfänger mitbringen?

Gute Fundamente, auf denen man später im Beruf aufbaut, sind heute ein Grundvoraussetzung für den IT-Beruf !

Wir danken für dieses Gespräch.
Möchten auch Sie Ihr Aufgabenfeld vorstellen? Oder wünschen Sie sich eine bestimmte Person als Interviewpartner hier im Blog? Wenn es nicht gerade Bill Gates ist, werde ich versuchen, es möglich zu machen. (Lebende Personen sollten es auch noch sein ;-)) Melden Sie sich: blog@oreilly.de

Der nächste Artikel dieser Reihe wird sich mit dem berufsbegleitenden Studieren beschäftigen, und bald gibt es auch wieder ein Rätsel!

Hallo Frau Lange,

meine genaue Jobbezeichnung lautet „Leiter IT-Infrastructure & Helpdesk“. Ich bin seit 08/2008 bei der Compass Group Deutschland GmbH in Eschborn beschäftigt. Wir sind Marktführer für Catering und Food Services für beispielsweise Unternehmen, Krankenhäuser und  Schulen. Außerdem sind wir einer der führenden Anbieter von Support Services wie Reinigung, Empfang, Telefonzentrale oder die Pflege der Außenanlagen.

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Ein Kommentar zu “Job-Portrait: Softwareentwickler bei MyHammer.de”

  1. […] die gerade durchs Dorf getrieben wird”, sagt Manuel Kiessling in einem ausführlichen oreillyblog-Interview. Andererseits appelliert der Leiter der Produktentwicklung bei MyHammer an seine Zunftskollegen, […]

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