oreillyblog IT, Social Media & Geek Life von und mit O'Reilly-Büchern

Die O’Reilly-Veranstaltungstipps im Juli

29.06.2016 ·Autor: · Veröffentlicht in Veranstaltungen

Sommerzeit, alle dürfen durchatmen: Bis Mitte Juli haben wir noch ein paar sehr feine Veranstaltungstipps für Euch – danach sind Ferien 🙂 Vorher lässt es sich aber noch hervorragend lokal/regional netzwerken, zum Beispiel auf dem Barcamp Rhein-Neckar oder beim Webmontag Frankfurt. Oder fachsimpeln beim Meet Magento (Tagesticket für Studis nur 45€!), auf der EuroPLoP (hier stimmt auch das landschaftliche Umfeld: Allgäu) oder auf dem TYPO3Camp Berlin (hier stimmt natürlich auch das Umfeld, sehr sogar. Aber leider gibt es nur noch eine Warteliste).

Und noch ein wichtiger Hinweis: Heute ist die zweite Ticketwelle für das Barcamp Köln gestartet. Schnell zugreifen, wir haben schon 🙂

Die Veranstaltungstipps en détail:

Veranstaltungstipps

Was? Barcamp Rhein-Neckar
Wann? 02.-03.07.2016
Wo? Heidelberg
Website
Hashtag: #bcrn16


Was? Meet Magento
Wann? 04.-05.07.2016
Wo? Leipzig
Website
Hashtag: #mm16de

„Ob du ein Onlinehändler bist, der den richtigen Partner für sein Business sucht, oder ein Entwickler, der sich in der Community beweisen und weiterentwickeln möchte“, sagte uns Annemarie Hache vom Orgateam, „allen rate ich, eine Meet Magento zu besuchen!“ – Neben Vorträgen gibt es ein Barbecue für Speaker und eine After-Show-Party für alle. Na denn 😉


Was? EuroPLoP
Wann? 06.-10.07.2016
Wo? Kloster Irsee/Bayern
Website
Hashtag: #EuroPLoP16


Was? TYPO3Camp
Wann? 08.-10.07.2016
Wo? Berlin
Website
Hashtag: #t3cb


Was? Webmontag #80
Wann? 11.07.2016
Wo? Frankfurt
Website
Hashtag: #wmfra

Unglaublich, wie fleißig diese Hessen sind: Schon achtzig Mal fand der Webmontag in Frankfurt statt. Wenn das kein guter Start in den Sommer ist …

Wie immer werden bei den genannten Veranstaltungen aktuelle O’Reilly- und dpunkt-Bücher ausgelegt, verlost und/oder Gimmicks verteilt. Bitte beachten: Einige Camps, Konferenzen, Workshops etc. sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Kalenders (oder kurz danach) evtl. schon komplett ausgebucht.

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Ausgehtipp: Interactive Festival

27.06.2016 ·Autor: · Veröffentlicht in Veranstaltungen

Die digitale Transformation wird seit Monaten (Jahren) in allen Medien vom IT-Magazin bis zur Verbandszeitschrift zelebriert und auseinander genommen. Und natürlich ist die Digitalisierung all unserer Lebensbereiche auch immer wieder Thema bei verschiedenen Konferenzen, beispielsweise auch bei der von uns gerne besuchten re:publica. Dennoch: wo gibt es die Chance, das Ganze mal aufzusplitten und auf einzelne Sparten und Branchen konzentriert herunter zu brechen? Wirklich mal in die Tiefe zu gehen? Was sagen wir da – in Köln natürlich 😉

Interactive Festival

Ohne Camping, dafür nur Onliner: das Sommerfestival für alle, die sich mit digitalem Leben beschäftigen.

Die Kernthemen

Das Interactive Festival, Ende August zum nunmehr vierten Mal am Rhein, widmet sich unter dem Schlagwort „The Future of…“ folgenden Bereichen, die in verschiedenen Sessions und Workshops beackert werden:

#MobilityAndLogistics
Wie bewegen sich Menschen und Güter künftig durch die Welt? Wie sehen smarte Städte aus, und welche Verkehrsmittel gibt es? Eingebettet ist hier übrigens ein Pen & Paper Hackathon zur „Zukunft des Reisens“, organisiert vom Startplatz und HRS. Backpacker mit Coding-Skills sind hier perfekt aufgehoben, und andere Entwickler, Designer oder schlichtweg Reiseliebhaber auch.

#Money
Von E-Payment über die Abschaffung von Bargeld zu Crowdfunding: Dieser Track behandelt die Frage nach dem Aggregatzustand und den Flüssen von Geld in der Zukunft.

#Health (in Zusammenarbeit mit Creative.NRW)
Zählt Ihr Schritte per App? Schneidet Schlafrhythmus und Ernährung mit? Zu Risiken und Nebenwirkungen – aber auch Chancen – berät dieser Track. Und was die Digitalisierung in der Gesundheitsbranche sonst noch ermöglicht.

#RetailAndMarketing (in Zusammenarbeit mit der dmexco)
Hier geht es um Shopping: Wie kaufen wir ein, und vor allem wo? Was heißt das für die Werbung?

#Education
Vom Einsatz digitaler Tools und Gadgets im Unterricht bis hin zu verändertem Lernen an sich: An keinem Thema hängt unsere Zukunftsfähigkeit so sehr wie an der Bildung.

#DigitalVideo
In Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Digitale Wirtschaft, BVDW, wird u.a. Oliver Rosenthal von Google erwartet.

#InternetOfThings
Dauerbrenner-Thema, ebenfalls in Zusammenarbeit mit dem BVDW.

Das Interactive Festival in Zahlen

Alle Sessions & Workshops für 2016 werden im Laufe des Julis bekanntgegeben. Screenshot: Interactive Festival

Immersive Days meet INTERACTIVE Festival

Oculus Rifts sah man zuletzt auf den meisten IT-Konferenzen. Bei den Immersive Days, die für einen halben Tag beim Interactive Festival Station machen, geht es darum, nicht nur in die Bilder einzutauchen, sondern sich auf die Suche zu begeben: Nach Antworten darauf, wie Virtual Reality und Augmented Reality tatsächlich unseren Alltag verändern und in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft wirken. Die Keynote bei diesem Veranstaltungsteil hält Kimberly Cooper (CEO & CO-Founder, Prologue Immersive), die extra aus Los Angeles anreist und konstatiert: „The power of VR will unleash our imaginations like never before.“

Was uns gefällt

Es sollen alle miteinander reden: Wirtschaft und Wissenschaft, Macher und Denker, Gründer kleiner Startups und Vertreter großer Konzerne. Programmleiter Ralph Christoph lud Speaker aus ganz unterschiedlichen Welten ein, und genauso divers soll das Publikum sein (der durchaus faire Ticketpreis von 150€ für zwei Tage spricht für sich). Kommen etwa Programmierer, Hacker, Künstler, Medienleute, Banker und Gründer zusammen, sind nicht nur bereichernde Diskussionen, sondern in der Konsequenz auch neue gemeinsame Ideen, Konzepte und Projekte zu erwarten. Wer sogar schon eine konkrete Businessidee hat: Eine Rheinland Pitch-Special Edition am Abend des 24. August ist ebenso dabei.

Interactive Festival meets Immersive Days

Auch dabei ist ein Augmented & Virtual Reality Event am 24. August (Immersive Days meet Interactive), das in Zusammenarbeit mit dem Ersten Deutschen Fachverband für Virtual Reality (EDFVR) realisiert wird. Foto: aus 2015, von ©Frank Schoepgens

Weiterlesen und -hören

Ein sehr hörenswertes Interview mit Ralph Christoph findet Ihr übrigens bei boydroid – inklusive Rückblick auf die Kölner Musikszene, die Musikindustrie generell, das Schicksalsjahr 2003 (goodbye VIVA, Spex und Popkomm) und die c/o pop.

Das Interactive Festival findet am 24./25. August 2016 bei der IHK in Köln statt. Tickets und mehr Infos findet Ihr unter interactive-cologne.com.  Parallel laufen das c/o pop Festival (24.-28.08.), die c/o pop Convention (25.-26.08.) und die SoundTrack_Cologne (24.-28.08.). O’Reilly & dpunkt unterstützen das Interactive Festival als Medienpartner.

Disclaimer: Unser oreillyblog-Autor Alex Plaum ist auch beim Interactive Festival aktiv. Das sorgte natürlich für Infos aus erster Hand, unsere Empfehlung kommt aber völlig unabhängig davon, aus ganzem Herzen und voller Überzeugung.

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10 gute Gründe, endlich Minecraft zu spielen

17.06.2016 ·Autor: · Veröffentlicht in Aus dem Verlag, Bücher, Gastbeiträge, Geekiges

Minecraft - Stefan P. in Aktion

Noch immer soll es da draußen Menschen an den Geräten geben, die in Sachen Minecraft völlig unbeleckt sind. Das ist ein unhaltbarer Zustand – findet zumindest unser Autor Stefan Pietraszak. Er liefert im Folgenden zehn Argumente dafür, das schwedische Klötzchenwunder endlich anzutesten. Dazu muss man das Spiel übrigens nicht einmal zwingend kaufen. Garantiert findet sich im Freundes- oder Familienkreis mindestens ein Minecraft-Enthusiast! Ein paar der guten Gründe tauchen bereits in Stefans schickem Querformater Das Buch zu Minecraft auf, weshalb er sich an entsprechender Stelle einfach selbst zitiert.

1. Minecraft kommt ohne Tutorial aus.

Wir werden in die virtuelle Welt geworfen – und müssen uns selbst zurechtfinden. Aus eigener Kraft erkunden und lernen, das ist der Kern von Minecraft. Manche mögen das glatt für einen Punkt *gegen* das Spiel halten, aber seien wir ehrlich: Ausufernde und erzwungene Tutorials nerven! Und ist es nicht auch erfrischend, von einem Computerspiel des 21. Jahrhunderts nicht für völlig blöd gehalten zu werden?

2. Minecraft bietet eine gigantische Spieltiefe.

„Bis wir alle Rezepte kennengelernt haben, vergeht einige Zeit, und selbst danach sind die Möglichkeiten der Kombinierbarkeit buchstäblich grenzenlos.“ Es gibt eine Fülle an Rohstoffen, Objekten, Tieren, Monstern, Pflanzen, … – sie alle kennenzulernen ist eine
Aufgabe für sich. Und tatsächlich: Alles erfüllt einen Zweck!

3. Minecraft bietet eine gigantische Spielbreite.

Die virtuelle Welt, die wir betreten, ist schier grenzenlos: Wer stur in eine Richtung läuft, wird die Grenzen der Spielwelt zu eigenen Lebzeiten nie erreichen (es *gibt* aus technischen Gründen eine Grenze, doch die liegt in astronomischer Ferne). Auf diesem Weg finden sich immer neue Landschaften: Berge, Hügel, Steppen, Tundra, Taiga, Wüsten, Ozeane; wir entdecken bewohnte Siedlungen und verlassene Bauwerke. Die (quasi-)zufällig erstellte Welt wirkt dabei immer organisch. Es gibt zwar wilde Klimasprünge, aber keine harten Grenzen zwischen den Landschaften. Das Wandern ist des Minecraftlers Lust!

Minecraft – Landschaft

Höchst pittoresk, diese Pixellandschaften! Doch die Idylle trügt…

4. Minecraft verfügt tatsächlich über eine tolle Optik.

„Die Texturen sind pixelig, aber das hat auch 2016 noch den gleichen Retro-Chic wie 2009. Die Objekte in der Welt sind denkbar simpel, doch dank weiter Sicht sieht es immer wieder beeindruckend aus.“ Die Grafik mag auf den ersten Blick schlicht wirken, aber sie ist weit mehr als nur zweckmäßig. Minecraft hat einen gänzlich eigenen Stil etabliert, der mittlerweile von zahlreichen Spielen mehr oder weniger dreist kopiert wurde, ohne dessen ästhetischen Gesamteindruck erreichen zu können.

5. Minecraft begeistert mit atmosphärischer Dichte.

Pixelkötzchen, Lichteffekte und Sound fügen sich mit der Oberfläche zu einem atmosphärischen Ganzen zusammen. Ein geruhsamer Ausflug durch die wechselnde Umgebung zu unterschiedlichen Tageszeiten, ein gruseliger Erkundungsgang durch dunkle Höhlensysteme – das Spiel macht es uns leicht, in die virtuelle Realität abzutauchen.

6. Minecraft überlässt es dem Spieler, Aufgaben und Ziele zu finden.

Erkunden, sammeln, bauen, überleben – so lassen sich die Säulen betiteln, auf denen das Spielprinzip von Minecraft ruht. Welche Säule wichtiger, welche unwichtiger ist, bleibt uns dabei selbst überlassen: Wer nicht gegen Monster kämpfen mag, schaltet den Schwierigkeitsgrad runter. Wer keine Rohstoffe ab-, aber trotzdem etwas aufbauen mag, wechselt in den „Kreativ“-Modus. Wer nicht erkunden will, bleibt an Ort und Stelle (oder lässt gleich die ganze Landschaft als endlose, flache Grasfläche erstellen). Wer kein Architekturprojekt starten will, lebt in einer Höhle. So viel Freiheit kann in anderen Fällen rasch zu Ermüdungserscheinungen führen („warum mache ich das alles?“), bei Minecraft sieht das anders aus. Man hat einfach Lust, Zeit in dieser Welt zu verbringen.

7. Minecraft ist gesellig.

Niemand muss in der Minecraft-Welt vereinsamen. Monster, Tiere, Dorfbewohner sind selten weit. Und für alle, die lieber mit echten Lebewesen interagieren möchten, gibt es den Multiplayer-Modus, der vielseitig nutzbar ist. Wir können mit anderen Spielern auf Erkundungtour gehen, mit ihnen Häuser bauen und Gefahren abwehren – oder Krieg gegen sie führen…

8. Minecraft hat einen Elektronikgrundkurs eingebaut.

Ein gut gehütetes Geheimnis ist das Lehrpotenzial des Spiels. Die verfügbaren Rohstoffe lassen quasi-elektronische Experimente zu. Erstellte Schaltkreise sind logisch und ziemlich realistisch, auch wenn als Basis das spieleigene Material „Redstone“ herhalten muss. „Im Prinzip sind diese [Redstone-Schaltkreise] recht einfach aufgebaut: Ein Sender macht seine Arbeit und sendet ein Signal über eine Verkabelung an einen Empfänger. Dieser Empfänger beginnt daraufhin seinerseits mit der ihm zugewiesenen Arbeit.“ Klingt simpel? Ist es auch. Allerdings lassen sich mit genug Material, Geduld und Planung nicht nur einfache Konstruktionen wie automatische Ernteanlagen bauen, sondern auch Aufzüge, Sortiersysteme und sogar richtige Computer.

Minecraft – Redstone-Schaltkreis

Ein Redstone-Schaltkreis.

9. Minecraft animiert zu Tüfteleien in der realen Welt.

Im lokalen Netz kann das eigene Spiel jederzeit für andere Teilnehmer geöffnet werden, aber praktischer (und cooler) ist natürlich ein eigener Server, der (mit etwas Aufwand) auch von extern erreichbar ist. Dafür muss natürlich die geeignete Hardware gefunden bzw. gebastelt und das System sinnvoll eingerichtet werden. Minecraft macht uns en passant zum Admin!

10. Minecraft ist das perfekte Creative Outlet.

Ganz gleich, ob wir extravagante Häuser entwerfen beziehungsweise gleich ganze Städte anlegen, minimalistische Kunstobjekte und Retro-Pixel-Art produzieren oder ein virtuelles Elektronikprojekt realisieren: Die Minecraft-Welt liefert eine fantastische Spielwiese für unsere Kreativität.

minecraft_stefanStefan Pietraszak ist Systemadministrator für die meisten Germanistischen Institute an der RWTH Aachen, Video- und Brettspieler – und manchmal auch Buchautor. Neben Das Buch zu Minecraft hat er für O’Reilly auch Das Buch zu Raspberry Pi und Linux geschrieben.

 

 

 

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Neuerscheinung: SmartHome Hacks

15.06.2016 ·Autor: · Veröffentlicht in Bücher

Ganz frisch aus der Druckerpresse und E-Book-Konvertierstube erreichte uns im Mai ein Buch für alle, die ihre Ehrfurcht vor angewandter Hauselektronik gegen fein gesteuerte, visualisierte und automatisierte Prozesse in und um ihre Wohnung tauschen wollen: SmartHome Hacks: Hausautomatisierung selber machen von Peter A. Henning.

Smarthome Hacks

Pimp your home: Nicht nur, aber unter anderem auch mit der passenden Hausüberwachung für die kommende Urlaubssaison

Wann wurde nochmal die Glühbirne erfunden?

Kürzlich nächtigte ich in einem wunderbaren, altehrwürdigem Sommerhaus irgendwo an der belgischen Küste. Kamin, tolles Ambiente, stabiles WLAN. Alles toll, bis: der Akku des Smartphones nur noch einstellig anzeigte und ich mit leichter Panik erst das Ladekabel und dann die Steckdose suchte.

Denn, wir erinnern uns: altehrwürdiges Haus. Genau eine Steckdose gab es, und in der steckte das Nachttischlämpchen. (Ein bisschen fühlte ich mich wie diese Schulklasse im Harz, Foto lief neulich über Twitter.) Logisch, dass das Handy die Battle um die Steckdose gewann – und ich fortan im (fast) Dunkeln saß. Denn einen vom Bett erreichbaren Lichtschalter gab es ebenso wenig. Brauchte man zum Baujahr des Hauses einfach nicht …

Hack: Lichtschalter verlegen

Im Falle eines Urlaubs kein nur ein winziges Problem, doch was macht man zuhause, wenn etwa Lichtschalter an den unpraktischsten Stellen liegen? Am besten noch in einer Mietwohnung, in der keinesfalls Wände aufgestemmt und Kabel neu gelegt werden können?

Richtig: man installiere ein Funkschaltsystem. Und genau damit beginnt Peter A. Henning in seinem Buch „SmartHome Hacks“. „Unsere Wohnung verändert sich mit uns“, schreibt er gleich im ersten Hack und zeigt dann Schritt für Schritt, wie wir die Beleuchtung unserer Zimmer auf unsere Wohnsituation ausrichten können.

Lichtsteuerung, Haussicherheit, Komfort

Oder, auch mit Licht und Urlaub: Wie ich künftig die Beleuchtung meiner Wohnung fern- oder farbsteuere. Raumtemperatur als RGB-Farbe auf meine LED-Streifen schicke. Energie- und Wasserverbrauch messe und visualisiere. Türen und Fenster mit Sensoren überwache. Mittels Perl einen smarten Wecker programmiere.

Mehr als 60 Hacks – komplexe und simple – versammelt der Physiker, Informatiker und leidenschaftliche Funkamateur Prof. Peter A. Henning in seinem Buch. Es sei der ausgeprägte Hang zum Selbermachen gewesen, der ihn dazu brachte, moderne Technologien in das Wohnumfeld zu übertragen. Und der „Professor des Jahres“ 2007 erklärt all dies so, dass auch Leser ohne tiefgehende Kenntnisse der Elektronik und Netzwerktechnik die Möglichkeiten des vielbesungenen SmartHome verstehen. Damit Ihr von Anfang an wisst, wie anspruchsvoll ein Hack zu realisieren ist, liefert Henning eine Einteilung in 1 bis 4 Pepperoni-Schoten mit.

Welches SmartHome-System?

Peter A. Henning stellt die gängigen Hausautomationssysteme vor, zeigt in diesem Buch aber, wie Ihr mit – und ohne diese – genau das in Eurem Zuhause automatisiert, steuert und visualisiert, was für Euch wirklich nützlich ist. Für wenig Geld, beispielsweise mit Hilfe eines Raspberry Pis, kleinerer Programme und preiswerter Elektronikbauteile. Somit seid Ihr mit diesem Buch nicht auf ein bestimmtes System festgelegt.

Das Buch gibt’s ab sofort direkt bei uns (Print: 32,90 € / E-Book: 25,99 €) oder im gut sortierten On- und Offline-Buchhandel. Und ich schick jetzt gleich mal ein Exemplar an den Pensionswirt in Belgien. Dann fahr‘ ich auch nochmal hin.

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Universell anwendbare Datenbeispiele – oder: Wie erkläre ich pandas?

09.06.2016 ·Autor: · Veröffentlicht in Gastbeiträge, Technologie

Unser Übersetzer Dr. Kristian Rother blickt in diesem Gastbeitrag unter die Motorhaube eines didaktisch sinnvollen Buchaufbaus – am Beispiel der Python-Bibliothek pandas im Buch „Datenanalyse mit Python“.

Woran erkennt man einen ausgezeichneten technischen Text? Meiner Meinung nach an der universellen Anwendbarkeit, über die eigentlich beschriebene Technologie hinaus.

Beim Übersetzen des Buches “Datenanalyse mit Python” von Wes McKinney bin ich auf zahlreiche Beispiele dafür gestoßen. Im Buch wendet Wes eine bestimmte didaktische Struktur an, um universelle Anwendbarkeit zu erreichen.

Da ich die gleiche didaktische Struktur selbst im Training einsetze, und außerdem Wes’ Inhalte verwende, stelle ich diese hier einmal vor. Es handelt sich dabei um die Kombination der drei Komponenten Technologie, Daten und Problemstellung.

Die Technologie

Logisch, dass ein technischer Text sich mit mindestens einer Technologie auseinandersetzt. In “Datenanalyse mit Python” ist das die Python-Bibliothek pandas. pandas stellt eine mächtige Datenstruktur für tabellarische Daten bereit. Ich erinnere mich an meine ersten Versuche, Tabellen in Python zu bearbeiten. Ohne pandas hatte ich die Wahl zwischen verschachtelten Listen, verschachtelten Dictionaries, Listen in Dictionaries, Dictionaries in Listen usw. Nichts davon funktionierte so richtig zufriedenstellend. Das Tabellenformat in pandas ist an die DataFrames aus dem Statistikprogramm R angelehnt. Das verkürzt den Code ganz erheblich und bietet sehr viele Möglichkeiten, effizient mit Daten zu arbeiten. So viele, dass sich bequem ein ganzes Buch dazu füllen ließ.

Die Erklärung der Technologie eignet sich schon einmal zum selbst Ausprobieren. Zum Beispiel analysiert Wes McKinney in Kapitel 2 die Namen aller seit 1880 in den USA geborenen Babys mit pandas. Mit zwei Zeilen Python-Code lassen sich die häufigsten 1000 Namen für jede Kombination von Name und Geschlecht berechnen:

for year, group in names.groupby(['year', 'sex']): 
            pieces.append(group.sort_index(by='births', ascending=False)[:1000])

Diese Art von Codebeispiel zeigt natürlich, dass wir es bei Wes McKinney mit einem Mozart der Datenanalyse zu tun haben. Die Virtuosität des Autors wurde mir spätestens dann klar, als ich beim Nachkochen das Beispiel erst einmal in mehrere einfachere Python-Zeilen zerlegen musste.

Allein mit der Technologie ist die universelle Anwendbarkeit jedoch noch nicht gegeben. Ein Buch zur Python-Bibliothek pandas beschreibt erst einmal nur diese. Da wir davon ausgehen können, dass sich Technologien ständig entwickeln, unterliegt eine rein technische Beschreibung einer gewissen Halbwertszeit.

Die Daten

Allgemeiner wird es, wenn wir zusätzlich die Daten betrachten. In Kapitel 2 untersucht Wes McKinney die Vornamen aller Neugeborenen seit 1880. Der Datensatz wird von den US-Meldebehörden herausgegeben. Dieser Datensatz ist geschickt ausgewählt, denn er ist erstens aufgeräumt und dadurch gut für Untersuchungen zugänglich. Zweitens ist der Datensatz inhaltlich interessant. Um nur ein Beispiel zu nennen, betrachten wir die Geburtenstatistik für den Vornamen „Madonna“:

Pandas

Figure 1: number of US babies named ‘Madonna’

Na, was glauben Sie, in welchem Jahr die Hitsingle „Like a Virgin“ erschienen ist?

Ein qualitativ hochwertiger Datensatz wie dieser macht die Technologie austauschbar. Zum Beispiel untersuchen meine Kursteilnehmer regelmäßig den Datensatz von Babynamen in Python. Mit den Einsteigern verwende ich aber reguläre Python-Funktionen anstelle von pandas, um erst einmal die Grundprinzipien der Sprache zu lernen.

Wes McKinney präsentiert in seinem Buch in jedem Kapitel einen anderen spannenden Datensatz: Spenden für Präsidentschaftskandidaten, Erdbebenopfer auf Haiti, Bestandteile von Nahrungsmitteln und viele mehr. Reichlich Material also, das sich untersuchen lässt, egal mit welcher Technologie.

Die Problemstellung

Für den Lernenden stellt sich die Frage, warum er sich mit den Daten und der Technologie beschäftigen soll. Diese Frage wird durch eine gut gewählte Problemstellung beantwortet. In „Datenanalyse mit Python“ finden sich zahlreiche Beispiele dafür:

  • Wie viele Geburten gab es im letzten Jahr insgesamt?
  • Sind die Vornamen in den letzten 100 Jahren vielfältiger geworden?
  • Wie haben sich die Endbuchstaben von Vornamen verändert?

Wem das nicht ausreicht, kann einmal untersuchen, ob sich Game of Thrones auf die Namenswahl werdender Eltern ausgewirkt hat.

Eine gut gewählte Problemstellung beflügelt die intrinsische Motivation von Lernenden und Lehrenden gleichermaßen, egal ob im Seminarraum oder zu Hause mit einem Buch vor der Nase. Für den Lehrenden bietet sie noch einen weiteren Vorteil: Aus einer Problemstellung lassen sich leicht Trainingseinheiten generieren, die an Bedürfnisse und Fähigkeiten der Lernenden angepasst sind. Für mich funktioniert eine gute Problemstellung als Makefile einer Trainingseinheit. Zum Beispiel habe ich aus den Problemstellungen zu Babynamen einen kompletten Kurstag zu MS Excel generiert. Dass dies mit einem Buch zu einer Python-Bibliothek möglich ist, stellt für mich die universelle Anwendbarkeit dieses technischen Textes unter Beweis.

Wer Datenanalyse mit Python betreibt, kommt im Moment an pandas kaum vorbei. Der eigentliche Verdienst des Buches ist für mich aber, dass der Leser über Problemstellungen und geschickt gewählte Datensätze an Prinzipien der Datenanalyse herangeführt wird, die über die Technologie hinaus gehen. Aus meiner Sicht sind diese universell.

Über den Autor:
Kristian Rother ist professioneller Trainer und Python-Programmierer aus Berlin. Für O’Reilly hat er die Bücher „Einführung in Data Science“ sowie gemeinsam mit Christian Tismer „Datenanalyse mit Python“ übersetzt. Mehr zu Kristian Rother findet Ihr auch auf academis.eu.

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