Irgendwann um die FrOSCon herum bin ich zum ersten Mal über die Teckids gestolpert – einen Verein von und für Kinder und Jugendliche, der sich der Naturwissenschaft und Technik, im Speziellen der Informatik, verschrieben hat. Ziemlich schnell war klar, dass ich mit Dominik George und seinen Mitstreitern persönlich sprechen muss – also schlug ich ein Google Hangout vor. Mit dem Verweis, dass sie ausschließlich freie Software verwenden, haben die Teckids das abgelehnt und Mumble ins Spiel gebracht. Klar, wir haben sehr häufig mit Anhängern freier Software zu tun – so konsequent trifft man das aber selten :-) (Und wie sie mir später erklärten, können sie erstens ohnehin nicht guten Gewissens den Google-AGBs zustimmen, und zweitens dürfen sich Minderjährige laut Google auch gar nicht registrieren.)

Wie unglaublich informiert und engagiert die Teckids sind, könnt Ihr nun an dieser Stelle nachlesen. Und übrigens: Aktuell lohnt der Blick auf teckids.org ganz besonders, denn in Kürze startet ein Adventskalender, der u.a. Buchgewinne verspricht.. – für den Ihr Euch aber schon jetzt eintragen müsst. Doch jetzt zum Interview.

Corina (oreillyblog):
Hallo liebe Teckids! Schön, dass wir Euch für das oreillyblog interviewen können. Vielleicht stellt Ihr Euch erstmal ganz kurz unseren Lesern vor.

Simon:
Ich bin Simon Bruder, 10 Jahre alt und komme aus der Nähe von Uffenheim im Landkreis Neustadt an der Aisch / Mittelfranken. Und: Ich beschäftige mich gern mit Linux.

Sascha:
Ich heiße Sascha Goetzke, komme aus Remscheid und bin 12 Jahre alt.

Daan-Bela:
Ich bin Daan-Bela, 11 Jahre alt, komme aus Köln und mache ebenfalls gerne etwas mit Technik, Computern und ähnlichen Dingen.

Nik:
Ja, und ich bin Dominik George, kurz Nik, bin 24 Jahre alt und beschäftige mich ebenfalls gern mit allem, was mit Technik zu tun hat – na, manchmal hasse ich auch Technik (lacht). Besonders gern übernehme ich pädagogische Projekte.

Die Teckids möchten übrigens nicht nur Wissen vermitteln, sondern haben sich die "ganzheitliche Teckids als Veranstalter von Projekten und Freizeiten mit Kindern und Jugendlichen sieht sich nicht nur in der Rolle als Wissensvermittler in Bildungsveranstaltungen, sondern möchte die ganzheitliche Entwicklung der jungen Teilnehmer mit seinen Angeboten fördern.

Die Teckids möchten übrigens nicht nur Wissen vermitteln, sondern haben sich die “ganzheitliche Entwicklung” ihrer Teilnehmer vorgenommen – zu der eben auch gemeinschaftliche Freizeitaktivitäten zählen. Das komplette pädagogische Leitbild findet Ihr hier.

Corina:
Dankeschön – Ihr seid alle für die Teckids aktiv, ein eingetragener Verein, der einigen unserer Leser vielleicht schon einmal bei der FrOSCon oder bei den Chemnitzer Linux-Tagen begegnet ist. Wie seid Ihr denn zu den Teckids gekommen?

Simon:
Zu meinem 10. Geburtstag habe ich eine Reise zu den Chemnitzer Linuxtagen geschenkt bekommen, dort durfte ich dann an der Wochenendfreizeit teilnehmen. Das hat mir auch gut gefallen. Auf der Rückfahrt bin ich einem der Betreuer des Fairnopoly-Standes im Zug begegnet. Er meinte, dass ich mich gut auskenne und schrieb das dann auch in das Fairnopoly Blog. Das hab ich dann an Nik geschrieben, und er hat gefragt, ob ich denn auch auf der FrOSCon 2014 dabei sein will.

Corina:
Hm, ich kenne Chor-, Fußball und Pfadfinderfreizeiten. Wie bist Du denn auf die Idee gekommen, eine Freizeit bei den Chemnitzer Linux-Tagen zu machen? Bist Du vorher schon über Linux gestolpert, oder sind Deine Eltern Informatiker?

Simon:
Im Sommer 2012 hat mir meine Cousine einen Laptop geschenkt, bei dem aber die Festplatte kaputt war. Wir haben uns eine neue Platte gekauft, darauf auf Empfehlung eines Bekannten ein Linux installiert – und seitdem benutze ich Linux.

 

Simon nutzt übrigens nicht nur Linux, er hat vor ein paar Tagen auch als jüngster Prüfling Linux Essentials  überhaupt die LPI-Prüfung bestanden. Mehr dazu >>

Simon “nutzt” übrigens nicht nur Linux, er hat vor ein paar Tagen auch als jüngster Prüfling überhaupt die erste LPI-Prüfung bestanden. Mehr dazu >> (Foto: Teckids e.V.)

Corina:
Also hat das Weitertragen des Open Source-Gedankens bei Dir Wirkung gezeigt! Ich habe gelesen, dass die Teckids auch genau das wünschen, nämlich dass die Verwendung freier Software verbreitet wird.

Nik:
Ja, genau, das ist ein Ziel unseres Vereins. Wir sind ja aus dem Kinder- und Jugendprogramm der FrOSCon hervorgegangen – dies hatte ich gemeinsam mit einem kleineren Team zwei Jahre lang übernommen – und kommen so ganz klar aus der “Freie-Software-Ecke”. Mittlerweile organisieren wir eigene Jugendfreizeiten bzw. Wochenendfreizeiten, natürlich alles mit freier Software. Und wir wollen eine Plattform schaffen, über die sich Kinder und Jugendliche noch besser über freie Software austauschen können.

Corina:
Auf der FrOSCon bietet Ihr zum Beispiel die FrogLabs an…

Sascha:
Genau – und außer den FrogLabs planen wir gerade die “Wissenspuren”. In diesem Projekt thematisieren wir Technik, Informatik und Naturwissenschaften, gehen mit Kindern und Jugendlichen ins Museum und versuchen, ganz viele Experimente selbst zu machen.

Daan-Bela:
Durch die Museen machen wir zum Beispiel Rallyes. Gerade Kinder und Jugendliche, die sich für Naturwissenschaften interessieren, kommen dann gerne zu uns.

Hier seht Ihr Wissensspuren-Teilnehmer vor einem Teilchenbeschleuniger (Foto: Teckids e.V.)

Hier seht Ihr Wissensspuren-Teilnehmer vor einem Teilchenbeschleuniger (Foto: Teckids e.V.)

Corina:
Wie ist denn Euer Verein in die Jugendarbeit eingebunden, seid Ihr in den Schulen verankert? Wer erzählt den Kindern von Euch bzw. wie kommen Eltern auf Eure Angebote?

Nik:
Im Moment läuft dies hauptsächlich über Flyer und Plakate, die wir selbst an Schulen verteilen. Leider sind die staatlichen Regelschulen häufig nicht sehr aufgeschlossen, was Bildungsangebote von nichtschulischen Trägern angeht. So erreichen wir über die Schulen auch nur einen sehr kleinen Teil unserer Teilnehmer. Viele stoßen im Rahmen von Konferenzen auf uns, die FrogLabs hängen ja auch immer an IT-Konferenzen. Außerdem natürlich Mund-zu-Mund-Propaganda.

Corina:
Ihr seid ja auch nicht alle aus dem Rheinland – wie verabredet bzw. besprecht Ihr Euch denn?

Simon:
Die Vorbereitung läuft über Jabber, und zu den Veranstaltungen fahre ich natürlich dann mit Zug oder Bus, damit ich dann auch mitmachen kann.

Corina:
Ich habe zum Beispiel gesehen – und das fand ich wirklich toll –, dass Ihr gemeinsam eine Busreise zur MakerFaire gemacht habt. Wie hat es Euch denn in Hannover gefallen?

Sascha:
Mir hat es sehr gut gefallen, ich hab ziemlich viele coole Sachen entdeckt. Zum Beispiel das Burgermobil – ein Auto, das aussah wie ein Hamburger. (lacht)

Nik:
Die MakerFaire-Reise war der Versuch, auch mal zu einer “fremden” Veranstaltung zu fahren. Und ich glaube, das war für alle Beteiligten eine ganz, ganz coole Sache.

Corina:
Wie habt Ihr das denn finanziert? Habt Ihr Sponsoren – oder sucht Ihr noch welche?

Nik:
Ja, wir suchen auf jeden Fall Sponsoren. Wir bemühen uns, die Veranstaltungen für die Teilnehmer so kostengünstig wie möglich anzubieten. Wir müssen natürlich unsere eigenen Kosten decken, machen als gemeinnütziger Verein aber keinen Gewinn. Teilweise finanzieren wir uns dann über Teilnehmerbeiträge, teilweise aber auch über Sponsoren. Für die FrogLabs auf der FrOSCon hatten wir beispielsweise eine ganze Menge.

Was wir aber auf jeden Fall brauchen: Sponsoren, die Projekte auch längerfristig fördern. Wir haben immer einen Fonds, über den wir auch Kinder aus sozial benachteiligten Familien unterstützen können. Und gerade dafür würden wir uns immer über Unterstützer freuen.

Corina:
Wie erreicht Ihr denn eigentlich die so genannte “breite Masse”?

Nik:
Viele der Kinder kommen von unserer Partnerschule in Remscheid, in der wir unsere Projekte immer vorstellen können. Die Schule dort ist sehr kooperativ, die Kinder werden vom Unterricht freigestellt, wenn sie an einem unserer Projekte teilnehmen. Das ist wirklich toll. Sonst machen wir aber leider die Erfahrung, dass viele Schulen unsere Flyer direkt wegwerfen, insbesondere, wenn wir auch einen kleinen Teilnehmerbeitrag verlangen müssen. Dann werden wir gleich als kommerzielles Angebot eingestuft – was natürlich Unfug ist.

Corina:
Ja, das ist tatsächlich sehr schade. Vielleicht könnt Ihr hier im oreillyblog mal von weiteren Angeboten erzählen. Ich habe zum Beispiel von einem LEGO®-Roboter-Projekt gelesen…

Sascha:
Du meinst das Freedroidz-Projekt, von dem ich einer der Leiter bin. Wir zeigen zum Beispiel bei den FrogLabs, wie man am besten Roboter in LEGO® bauen und dann programmieren kann. In Wuppertal beim Langen Tisch haben wir mal einen Schokoladen-Bananen-Roboter vorgestellt.

Der Schoko-Bananen-Roboter

Der Schoko-Bananen-Roboter (Foto: Teckids e.V.)

Nik:
Genau, das Freedroidz-Projekt bauen wir gerne als Komponente bei verschiedenen Veranstaltungen ein. Bei den FrogLabs ist Freedroidz Bestandteil des großen Workshop-Programms, außerdem treffen wir uns aber auch einmal wöchentlich in Bonn bei unserem Sponsor tarent. Dies ist also ganz losgelöst von IT-Konferenzen. Genau wie auch die Wissenspuren …

Corina:
… die ich auch schon deshalb spannend fand, weil Ihr Euch damit gezielt an Nichtmitglieder richtet.

Nik:
Nicht nur bei den Wissenspuren ist das so, unsere Teilnehmer müssen überhaupt nicht Mitglied im Verein sein. Häufig gehen aber aus unseren Veranstaltungen zwei, dreie neue junge Mitglieder hervor. Unser Verein soll ja primär als Plattform für Kinder und Jugendliche dienen, bei denen sie ihre eigenen Projekte durchführen können. Deshalb werden die Wissenspuren auch hauptsächlich von Daan-Bela und Sascha organisiert und vorbereitet. Da hinter steht ganz, ganz viel Eigeninitiative – das machen die beiden wirklich super.

Corina:
Was müssen Teckids denn mitbringen? Wieviel Nerdyism ist nötig?

Nik:
Also, ein Nerd muss man nicht sein. Ich bin auch keiner.

Sascha, Daan-Bela und Simon (lachen):
Wir auch nicht!

Nik:
Wir haben wirklich ganz unterschiedliche Mitglieder – eigentlich so gar keine nerdigen, zumindest unter den Jugendlichen.

Corina:
Eine Offenheit für Informatik, Technik und Naturwissenschaften spielt aber sicherlich schon eine Rolle, oder?

Nik:
Ja, das spielt eine Rolle. Aber wir freuen uns auch über Organisationstalente oder über Jugendliche, die gerne andere Kinder mitbetreuen bzw. ihnen etwas beibringen wollen.

Elektronik-Workshop der Froglabs

Elektronik-Workshop der Froglabs – hier lernt man von und mit Gleichaltrigen. (Foto: Teckids e.V.)

Corina:
Simon, Sascha, Daan-Bela – Ihr geht ja alle noch zur Schule. Wenn Ihr auf den Stellenwert des Fachs Informatik in der Schule schaut: Was wünscht Ihr Euch? Wird das Fach in Euren Augen ausreichend abgedeckt – oder sind Schule und Freizeit hier eher zwei Welten?

Sascha:
Ich kann hier für meine Schule sprechen, die ja gleichzeitig die Teckids-Partnerschule ist. Wir haben ab dem 5. Schuljahr eine Stunde pro Woche das Fach “Projekt”. Nik bietet darin zum Beispiel Spieleprogrammierung an.

Nik:
An unserer Partnerschule in Remscheid bieten wir tatsächlich einen umfangreichen Informatikkurs für die fünften Klassen an. Ich mach’ da sehr viel “Computer Science unplugged”, sozusagen “Informatik ohne Informatik”, in dem ich die Schüler erstmal langsam an einzelne Themen heranführe. Beispielsweise haben wir uns gerade mit Verschlüsselung beschäftigt, und zwar zunächst ohne großen Technikbezug. Erst mit der Zeit wird es immer technischer.

Corina:
Wie ist das bei den anderen, deckt sich Informatik in der Schule mit dem, was Euch auch in der Freizeit an Computern interessiert?

Daan-Bela:
Wir lernen im Fach Informatik zum Beispiel, wie man Python programmiert. Aber leider nicht das, was wir hier bei den Teckids machen.

Simon:
Bei uns in der Schule gibt es das Fach Informatik in der fünften Klasse gar nicht.

Corina:
Würdet Ihr Euch denn noch mehr Informatikunterricht in der Schule wünschen?

(zustimmendes Gemurmel)

Sascha:
Ich würde mir schon mehr wünschen, ich glaube aber, das würden wir gar nicht schaffen. Ich habe schon jetzt an drei Tagen pro Woche jeweils neun Stunden Unterricht, das würde irgendwann zu viel werden.

Teckids-Tutoren und Teilnehmer bei den diesjährigen Chemnitzer Linuxtagen

Teckids-Tutoren und Teilnehmer bei den diesjährigen Chemnitzer Linuxtagen. (Foto: Teckids e.V.)

Corina:
Wie seht Ihr die Anforderungen in der Schule generell: Habt Ihr noch genügend Zeit, Euch mit Hobbys und ehrenamtlicher Arbeit zu beschäftigen? Wann hängt Ihr denn zum Beispiel die Teckids an Euren Schulalltag dran?

Sascha:
Bei mir an der Schule ist das ganz okay, weil wir die Hausaufgaben in der Schule erledigen sollen. So kann ich dann zu Hause wirklich das machen, was ich will – zum Beispiel Programmieren.

Nik:
Was häufig auffällt, dass einige Eltern zusätzlich zum Schulunterricht noch für richtig Freizeitstress für ihre Kinder sorgen. Quasi als Ausgleich für den langen Schultag sollen sie dann noch fünf verschiedene Musikschulen und Sportvereine besuchen. Das sehe ich als größeres Problem als die Schule an sich.

Corina:
Da höre ich es im Hintergrund kichern ;-) Ich habe jetzt sehr viel von Euch gehört – vielen Dank für das nette Gespräch. Ich wünsche Euch viel Erfolg für Eure weitere Arbeit!

Wenn Ihr mehr über die Teckids erfahren wollt, schaut auf ihrer Website vorbei und – besser noch – besucht sie auf einer ihrer Veranstaltungen. 

 

Kürzlich verlosten wir hier im oreillyblog Tickets zum Agile Lead Camp. Dorthe Lübbert hat eines gewonnen – und sich gleich noch bereit erklärt, ihre Eindrücke zu verbloggen. Wie es also vergangenes Wochenende in Berlin war, berichtet jetzt: unsere Gastautorin Dorthe. Wir freuen uns & sagen danke!

Dorthe Lübbert - unsere Gastreporterin fürs Agile Lead Camp ;)

Dorthe Lübbert – unsere Gastreporterin fürs Agile Lead Camp

Am 14. und 15. November fand in Berlin das erste Agile Lead Camp statt. Gut 20 Teilnehmer trafen sich in familiärer Atmosphäre zum intensiven Erfahrungsaustausch rund um agile Themen wie “Wenn alle sich selbst organisieren, brauchen wir da überhaupt noch klassische Managementstrukturen?”, “Die Investoren wollen eine Jahresplanung, wir arbeiten agil – was tun?”, “Agiles Arbeiten in einer nicht-agilen Organisation, geht das überhaupt und wenn ja, wie?”.

Wie bei Barcamps üblich gab es keine vorab ausgeklügelte Agenda, sondern – ganz agil – eine Sessionplanung zu Beginn des Camps: Man schreibt seine Themenvorschläge auf Karteikarten, stellt das Thema kurz vor. Danach wird abgestimmt, welche Themen besonders spannend klingen und daraus der Sessionplan für den jeweiligen Tag gebaut. An Tag 2 geht alles zurück auf Null, und das Prozedere findet noch einmal statt.

Erlaubt an Themen und Formaten war beim Agile Lead Camp, was gefällt und grob ins Campthema passte. Mitgebracht hatten die Teilnehmer ein breites Spektrum von Fragestellungen zur Organisationsentwicklung, Methodenideen, agilen Best Practices bis hin zu eher unorthodoxen Themen wie Neuro-Coaching. Das Agile Lead Camp blieb dabei erfrischend analog: wenige klassische Vorträge mit Powerpoint und Beamer, viel Flipchart, Brainstorming, offene Diskussionsrunden und Erfahrungsaustausch.

Agile Sessionplanung

Sessionplanung – auch agil.

Apropos Erfahrungsaustausch – hinter dem Agile Lead Camp steht der Agile Lead Circle, ein Netzwerk von Menschen, die sich mit agilen Ansätzen beschäftigen. Der Agile Lead Circle trifft sich seit drei Jahren normalerweise einmal im Monat, entweder virtuell im Netz oder live in Berlin. Problem: Einmal im Monat ist wenig Zeit, das Backlog unbearbeitbarer Themen groß. Lösung: zwei Tage Zeit im Agile Lead Camp.

Zum Einstieg stellte Björn die  “Theorie U” vor, eine Change Management Methode des MIT-Dozenten Otto Scharmer. Otto Scharmer sagt: Für komplexe und neuartige Situationen bietet die Vergangenheit häufig keine Antwort. Im Gegenteil, man muss sich systematisch von der Vergangenheit lösen, wenn man die Möglichkeiten der Zukunft optimal erkennen und gestalten will. Der U-Prozess beschreibt ein Modell mit sieben Stufen zur Unterstützung auf diesem Weg.

Nach diesem Eröffnungsvortrag ging es in zwei Tracks weiter mit jeweils vier Sessions pro Tag. Als größte Herausforderung stellte sich schnell die Frage heraus, für welche der Session man sich denn nun entscheiden soll, wenn beide sehr spannend klingen – Luxusprobleme, die man gerne auf Veranstaltungen hat ;-).

Kleine, themenspezifische Barcamps bringen in der Regel inhaltlich tiefen Austausch - ein absoluter Pluspunkt fürs Agile Lead Camp

Kleine, themenspezifische Barcamps bringen in der Regel inhaltlich tiefen Austausch – ein absoluter Pluspunkt fürs Agile Lead Camp

Ein Barcamp mit nur 20 Leuten, kann das funktionieren? Ja, es hat funktioniert. Im Gegenteil, in der kleinen Gruppe entwickelten sich schnell intensive Gespräche zwischen den Teilnehmern, in den Session, aber auch beim Kaffee und der Mittagspausen-Pizza. “Ich komme wieder”, war dann auch das Resümee vieler Teilnehmer bei der Abschluss-Session am Samstagnachmittag.

“So wie es aussieht, wird es im kommenden Jahr auf jeden Fall wieder ein Camp geben”, sagt Lucius Bobikiewicz , einer der Organisatoren des Agile Lead Camps.

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Aber gerne doch! :-)

Über die Gastautorin: Dorthe Lübbert hat im letzten Jahrhundert Sozialwissenschaften und in diesem Wirtschaftsinformatik studiert. Als freiberuflicher “IT-Gemischtwarenladen” fühlt sie sich besonders an der Schnittstelle zwischen Technik und Mensch zu Hause. Sie twittert unter @luebbert42.

 

Ich habe einen kleinen Autorenfragebogen entwickelt, den ich zukünftig öfter meinen Autoren mit der Bitte um Beantwortung vorlegen werde. Der erste Autor, den ich gebeten habe, die fünf Fragen zu beantworten, ist Peter Recktenwald, der für O’Reilly das Buch “Hacks für die Digitale Fotografie” geschrieben hat. Ich habe ihn vom ersten Moment der Kontaktaufnahme an gemocht, manchmal stimmt einfach die Chemie von der ersten Sekunde an. Jeder Hangout und jeder E-Mail-Wechsel war von gegenseitiger Wertschätzung und Kooperationswillen geprägt. Und bei unserer ersten richtigen Offline-Begegnung, die erst Monate nach dem Projektbeginn im Berliner Literatur-Café zustande kam, lernte ich nicht nur einen hervorragenden Fachautor kennen, sondern auch einen klugen, zurückhaltenden Menschen.

Frage 1: Peter, angenommen, du müsstest deiner Mutter erklären, worum es in deinem Buch geht. Was würde sie von dir hören?

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Neu im O’Reilly-Autorenteam: Peter Recktenwald

Meine Mutter, Gott hab sie selig, hatte von technischen Dingen überhaupt keinen Ahnung. Ihr den Inhalt des Buches nahe zu bringen, wäre auf alle Fälle eine Herausforderung gewesen. Ich versuche es mal mit einfachen Worten: Bei meinem Buch geht es um elektronische Projekte zum Selbstbauen, die Fotografen dabei helfen, interessante und faszinierende Fotos zu machen.

Frage 2: Wie ist es zu diesem Buch überhaupt gekommen?

Volker  Bombien, Lektor beim O’Reilly Verlag, kontaktierte mich letztes Jahr per E-Mail und so kamen wir ins Gespräch über ein Buchprojekt zum Thema “Arduino und Digitalfotografie”. Damit fing alles an, aber es war noch ein langer Weg und es brauchte schon eine gehörige Portion Überzeugungsarbeit, um mich dazu zu bringen dieses Buch zu schreiben. Letztendlich ließ ich mich doch breitschlagen und schnell änderte sich meine anfängliche Skepsis in Begeisterung.

Frage 3: Was war der schönste und was war der schwierigste Moment für dich während des Schreibens?

Der schönste Moment war für mich war der Augenblick, als sich der Kamera Slider zum ersten Mal leise surrend in Bewegung setzte. Zum einen, weil dieses Projekt anfangs völlig auf der Kippe stand. Es war lange Zeit fraglich, ob sich dieses Projekt überhaupt umsetzen ließe, weil ich es vom Aufwand her als schwierig umsetzbar und auch schwer nachbaubar empfand. Umso erfreuter war ich dann, dass doch alles wie am Schnürchen klappte.

Die schwierigste Phase beim Schreiben des Buches war der Moment, als es darum ging, das Manuskript für den Druck vorzubereiten. Ich hatte bis dahin die O’Reilly Atlas-Schreibumgebung, ein modernes web-basiertes Autoren-Tool, und AsciiDoc zum Schreiben verwendet. Leider noch Neuland für manches deutsche Satzbüro, deshalb war der Plan, das ganze Manuskript in die bis dahin übliche Autoren-Formatvorlage eines Word-Dokumentes zu konvertieren. Als ich zur Probe mal versuchte, ein Kapitel auf diesem Weg zu konvertieren, dachte ich nur noch: Das darf doch nicht wahr sein, das geht ja gar nicht. Das würde Wochen, wenn nicht sogar Monate dauern, bis man damit fertig ist. Zum Glück kam alles anders und es fand sich ein Workflow, um DocBook verarbeiten zu können. Die Konvertierung von AsciiDoc zu DocBook klappte schließlich ohne große Probleme.

Frage 4: Der Aufwand, dein Buch zu schreiben, war es wert, wenn…

…die Leser inspiriert werden, eigene Projekte anzugehen und das gewonnene Wissen weiter zu verbreiten. Denn darum geht es u.a. in der Maker Bewegung: sein Wissen mit anderen zu teilen. Es wäre auch toll, wenn das Buch für den  Leser als Anregung dient, um neue Wege in der Fotografie zu beschreiten.

Frage 5: Welcher Hack ist dein Lieblings-Hack in dem Buch?

Mein Lieblings-Hack ist eindeutig das Mini-Foto-Control Board (Hack #18). Das Board ist sehr universell einsetzbar, nicht nur für Fotografiezwecke. Es lässt sich sowohl Stand alone betreiben, als auch als Co-Prozessor Board für den Raspberry Pi.

9783955616441“Hacks für die Digitale Fotografie” enthält insgesamt 51 Hacks auf 375 Seiten mit zahlreichen Farbfotos, Schaltdiagrammen und Quellcode und beschreibt, wie jeder Hobby-Fotograf mit etwas Geschick zu anspruchsvollen Anwendungen wie Hochgeschwindigkeits-, Gewitterblitz oder Tropfenfotografie gelangen kann.

Hier findet Ihr fünf Probe-Hacks, und hier das Inhaltsverzeichnis mit allen Hacks (PDF).

Auszüge aus Hack 18, den Peter Recktenwald anspricht, werden wir in ein paar Tagen hier im Blog veröffentlichen.

 

Ganz schön viel los gerade, aber das oreillyblog und Ihr, liebe LeserInnen habt natürlich dringend ein Update verdient. Ich versuche mich also nun im Tagebuchbloggen, darüber, was hier eigentlich so los ist: Im Büro drängeln sich einerseits sieben Bücher, die noch bis Ende des Jahres erscheinen sollen sowie die sechs Titel, die gerade erst frisch aus der Druckerei gekommen sind. Für die planen wir gerade noch Interviews und Leseproben hier im Blog, aber dazu mehr ;-)

Andererseits gabs aber auch ganz viel außerhalb des Büros zu tun. Zum Beispiel: Unser Treffen mit Tobias Kollewe und Michael Keukert am vergangenen Donnerstag. Die beiden feierten mit Lektor Volker Bombien und mir die Veröffentlichung ihres “Praxiswissen E-Commerce” und erwähnten dabei, dass ihnen der Lokführerstreik die Anreise einiger Referenten verkomplizierte und einiger weniger komplett verhagelte. Auf ihre Frage, ob ich da nicht einspringen könne … sagte ich natürlich ja …

In Lektor Volkers Hand seht Ihr übrigens nicht nur das E-Commerce-Buch, sondern einen originalgetreuen Textil-Nachbau des Kronenkranichs. (=Tier auf dem Cover)

In Lektor Volkers Hand seht Ihr übrigens nicht nur das E-Commerce-Buch, sondern einen originalgetreuen Textil-Nachbau des Kronenkranichs. (=Tier auf dem Cover)

… und so verbrachte ich den Samstag zum dritten Mal schon auf der Webcon in Aachen, davon zum zweiten Mal als Referentin. Thema: “Yeah – endlich eine eigene ISBN! Von der Projektidee zum gedruckten Buch.”

Das war zwar etwas spontan, aber ganz ehrlich: großer Spaß. Ich stellte den Prozess vor, den ein Buchprojekt hier bei O’Reilly üblicherweise nimmt, bis es endlich gedruckt bzw. konvertiert im (elektronischen) Regal der Buchläden liegt. Und freu(t)e mich wie Bolle über die positive Resonanz. Gerne wieder, liebe Webcon!

Wie das so geht mit dem Bücherschreiben bei O'Reilly ...

Wie das so geht mit dem Bücherschreiben bei O’Reilly …

Die Webcon war auf jeden Fall eine sehr nützliche und vor allem inspirierende Veranstaltung. Inspirierend, weil hier sehr viele Disziplinen rund ums Web zusammenkommen. Und weil die Teilnehmer in kleinen Gruppen zudem sehr offen miteinander reden. Beispiele: Karin Krubeck, die mit ihrer Session “Von der Bloggerin zu Chefkoch” eine Diskussion rund um Zufriedenheit im Job, Arbeitszeitmodelle, Work-Life-Balance und die Chance eines Neubeginns initiierte.

In eine ähnliche Richtung ging Jörn Meyers Session “Stress und ich – Lektionen aus meinem Flirt mit dem Burnout“, von dem ich leider nur die letzten 15 Minuten mitbekam. Die haben sich aber schon sehr gelohnt, allein dafür: “Auch wenn Ihr denkt, Ihr könnt Euch mit Chips und Bier nach einem langen Arbeitstag belohnen: Es hilft Euch nicht weiter” – sinngemäß wiedergegeben. Auch hier diskutierten wir Teilnehmer rege darüber, wie sich Stress im Alltag abbauen oder mit Hilfe eines realistischen Projektmanagements gleich ganz vermeiden lässt. Dass das nicht gerade einfach ist, waren sich alle einig. (Gerade die, die IT-Projekte kennen. ;))

Am Nachmittag saß ich noch in den Sessions von Johannes Mirus, der sich mit seinem Bloggerportal Bundesstadt.com irgendwie festgefahren hatte und eine Reihe neuer Ideen einsammelte. Und schließlich in der Session zu Rotation Curation-Accounts, in dem ich Stefan Balász wiedertraf. Stefan hatte netterweise ein Interview für unser Buch “Social Media Marketing: Strategien für Twitter, Facebook & Co” beigetragen (auch hier im oreillyblog) und berichtete am Samstag neues von @we_are_rwe. Ebenfalls an Bord war Sabine Nowak, die den RoCur-Account @wirlebenAC führt.

Das war also die Webcon – ich bin im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder dabei. Termin: 14. November 2015.

Gestern dann wartete die Einladung zum Pre Opening des neuen Kölner Coworking Space “Solution Space” auf mich. Stefanie Weidner hatte geschrieben, die wir bereits an dieser Stelle für das oreillyblog interviewten. Der Solution Space sei nun fast fertig, der Wirtschaftsminister würde kommen und überhaupt: “Auf 3.000 qm haben wir jetzt wirklich genug Platz für alle möglichen Gründer, Unternehmen, Projekte und Ideen.”

Angetroffen habe ich dann zum einen den ehemaligen Kollegen Alex Plaum, den Ihr sicher auch noch kennt, sowie: eine gigantische Lage direkt am Kölner Dom, ein fast fertig renovierter Coworking Space mit liebevoll eingerichteter Bar/Pausenraum, kleinen und großen Büros, einer Eventfläche und: einem wahnsinnig tollen Dachgarten. Also, bislang ohne Garten, aber das kommt noch. Die Sicht von ganz oben ist jedenfalls jetzt schon atemberaubend.

Domblick. Grandioses Licht. Und Alphornbläser!

Domblick. Grandioses Licht. Und Alphornbläser!

Wenn Ihr in Köln wohnt/arbeitet, schaut Euch den Solution Space doch mal an. Ein Büro mit derart toller Domsicht ist quasi unbezahlbar und regelrecht herzerwärmend, nicht nur für Kölsche Ureinwohner, sondern auch für Immis. Ich werde Stefanie auf jeden Fall noch einmal besuchen und fürs oreillyblog zu ihren weiteren Plänen befragen.

Das Musterbüro ist schon fertig. Bald Eures?

Das Musterbüro ist schon fertig. Bald Eures?

Ja, das war gestern. Und heute? Na, heute war ALAAF!

Elfter im Elften. Im Rheinland.

Elfter im Elften. Im Rheinland.

Liebes Tagebuch, liebe LeserInnen: Danke für die geschätzte Aufmerksamkeit und bis die Tage. Wir ackern dann mal weiter. Noch sieben, s-i-e-b-e-n, Bücher dieses Jahr! ;-)

 

Innovationsmotor Digitalisierung – unter dem Motto steht in diesem Jahr der cologne IT summit_, der am 24. November 2014 bei uns um die Ecke in der Kölner IHK stattfindet.

Die Wirtschaftskonferenz setzt sich mit den Chancen und Perspektiven von Digitalisierung und Vernetzung auseinander. Hier in unserer feinen Rheinmetropole gibt er an einem Tag einen guten Überblick zu Innovationen in einer zunehmend digitaleren Wirtschaft.

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Der cologne IT summit_ findet in diesem Jahr schon zum 5. Mal statt und hat sich als relevante Wirtschaftskonferenz etabliert. Dabei bietet er sowohl für Mitarbeiter großer Konzerne als auch für Gründer von jungen Startups eine Plattform zum Netzwerken und persönlichen Austausch mit Führungskräften aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Unter der Schirmherrschaft der Stadt Köln und der Industrie- und Handelskammer Köln widmet sich der cologne IT summit_ in Diskussionsrunden und Vorträgen den vielfältigen Entwicklungen der Digitalisierung und Vernetzung insbesondere in der Arbeitswelt.

Vier verschiedene Panels geben die Möglichkeit an vier unterschiedlichen Sessions teilzunehmen. Zur Auswahl stehen das Strategieforum, der Mittelstands-Talk, alles rund um die Digitale Stadt Köln und jeweils ein Praxis-Workshop. Das ganze Programm gibt es hier. Ein paar alte (junge) Bekannte von uns sind auch dabei: MAK3it, die Lean Startup Beratung aus dem Kölner Mediapark (wir haben sie im Sommer bereits zu Running Lean im Praxiseinsatz interviewt), stellen in der Session „Start-Ups im Zeitalter der Digitalisierung stellen sich vor“ ihr Startup vor.

Und nach dem abendlichen Get-together hat Kölle dann noch einiges zu bieten, um den Abend gemütlich ausklingen zu lassen :)

Zusammenfassung für den Terminkalender:
cologne IT summit_
Montag, 24.11.2014, 9.30 – 18.00 Uhr
Location: Industrie- und Handelskammer zu Köln, Unter Sachsenhausen 10-26, 50667 Köln