Kreative Coder, Wearables-Träger, innovative Entwickler, Augmented Reality-Betrachter, Social Media-Reisende und Symfony-Anwender aufgepasst: Der Oktober hält einige interessante Veranstaltungen bereit.

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Was? push conference
Wann? 10.-11.10.2014
Wo? München

Website
Hashtag:


Was? WearIT Festival Berlin
Wann? 11.-12.10.2014
Wo? Berlin

Website
Hashtag: #wearit14


Was? devfest vienna
Wann? 18.-19.10.2014
Wo? Wien

Website
Hashtag: #devfestvienna


Was? Stadtbibliothek Köln: geeks@cologne – Lichtjahre voraus
Wann? 20.10.2014
Wo? Köln

Website
Hashtag:


Was? Inside AR
Wann? 29.-30.10.2014
Wo? München

Website
Hashtag: #InsideAR


Was? social media travel day
Wann? 30.10.2014
Wo? Frankfurt

Website
Hashtag: #smtd14


Was? Symfony Live
Wann? 29.-31.10.2014
Wo? Berlin

Website
Hashtag:


Wie immer werden bei den genannten Veranstaltungen aktuelle O’Reilly-Bücher verlost und/oder Gimmicks verteilt. Bitte beachten: Einige Camps, Konferenzen, Workshops etc. sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Kalenders (oder kurz danach) evtl. schon komplett ausgebucht.

 

Der Essener RWE-Konzern nutzt Twitter nicht nur mit seinem fast schon obligatorischen Unternehmensaccount @rwe_ag, sondern stellt gleich alle 70.000 Mitarbeiter in den Blickpunkt. Dazu gründete man den Rotation-Curation-Account @we_are_rwe: Einen Twitter-Kanal, der jede Woche von einem anderen Mitarbeiter gepflegt wird. Stefan Balázs, der Manager für Interne und Online-Kommunikation beim RWE-Konzern, sprach mit den Autoren über die Hintergründe zu @we_are_rwe.

- Ein Auszug aus: Social Media Marketing – Strategien für Facebook, Twitter & Co -

Herr Balázs, die meisten PR-Chefs wollen die Botschaften eines Unternehmens nach außen und innen kontrollieren. Was brachte Sie auf den Gedanken, Ihren Kollegen stattdessen einen »offenen Kanal« zu übergeben?

Über unser Social-Media-Management-Tool behalten wir immer eine Hand virtuell an diesem Kanal. Auch die Planung und Reihenfolge der Vergabe der »Curatoren« obliegt weiterhin der Konzernkommunikation. In ihrer jeweiligen Woche haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aber ein Höchstmaß an inhaltlicher Gestaltungsfreiheit, weil wir glauben, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am besten wissen, wie es im Betrieb so läuft, und dadurch einen offenen, menschlichen und authentischen Blick von außen auf das Unternehmen ermöglichen.

Stefan Balázs kennt die Twitter- Sphäre auch, weil er selbst aktiv unter @netzwege twittert.

Stefan Balázs kennt die Twitter-
Sphäre auch, weil er selbst aktiv
unter @netzwege twittert.

Welche Ziele verfolgt RWE primär mit dem Kanal?

Wir möchten nicht als intransparenter Energiekonzern wahrgenommen werden, sondern der Öffentlichkeit zeigen, dass bei uns knapp 66000 Kolleginnen und Kollegen an Fragen der Energiewende arbeiten – ganz normale Menschen wie du und ich. Ein Ziel hat sich erst im Projektverlauf ergeben: Mit @we_are_rwe platzieren wir die Diskussion über Sinn und Zweck von Social Media mitten im Unternehmen. Seit wir den Kanal gestartet haben, hat das Thema digitaler Dialog auch intern eine höhere Sichtbarkeit und Bedeutung bekommen.

Wie wurde die Idee sowohl im Management als auch bei allen Angestellten aufgenommen? Wie muss ein Unternehmen bzw. auch eine PR-Abteilung aufgestellt sein, um ein RoCur-Projekt zu stemmen?

Wir haben uns von den Erfahrungen bei Vodafone Deutschland berichten lassen. Erst waren alle spontan begeistert, dann kamen die ersten Fragen auf. Wir haben die Gunst der Stunde genutzt und sind direkt gestartet – mit der Gewissheit, die offenen Fragen auf dem Weg klären zu können.

Der Wunsch nach Regeln für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kam in erster Linie aus den Betriebsräten. Man wollte ausschließen, dass öffentliche Äußerungen von Mitarbeitern Grundlage für Abmahnungen werden könnten. So haben wir gemeinsam »Nutzungsbedingungen« erarbeitet, bei deren Einhaltung die Unternehmensseite eine »Folgenlosigkeit« garantiert. Da wir im Team der Onlinekommunikation nachhaltig Erfahrung in Twitter gesammelt haben, war uns klar, dass wir die Mechanik des Kanals gut beherrschen könnten. Und das Schöne an Twitter ist, dass man die Benutzung auch Twitter-Novizen in zehn Minuten erklärt hat.

Definition Rotation-Curation-Projekte gibt es viele: Üblicherweise nutzen Städte, Regionen und Länder dieses Modell, um einen persönlichen Einblick in das Leben einzelner Twitterer ihres Umkreises zu geben. Die Initiatoren von Rotation-Curation-Accounts sind Tourismusbüros, Stadtmarketing-Ämter oder auch Privatpersonen. In der Regel wird wöchentlich zu einem festen Termin getauscht. Folgenswerte RoCur-Accounts sind beispielsweise @I_amGermany (liegt leider gerade brach), @ichbinBW (für Baden-Württemberg) oder auch @wirlebenAC (für Aachen). International spannend sind z.B. @WeAreAustralia und @I_am_Europe.

Wie viele Bewerber gab es bereits, und aus welchen Abteilungen kamen diese? Hatten sie schon Twitter-Erfahrung?

Die Bewerbungen kommen in Wellen. Wenn wir das Thema prominenter im Intranet oder der Mitarbeiterzeitung platzieren, kommt immer ein Schwung von Bewerbungen rein. Es gab aber auch Phasen, in denen wir aktiv auf mögliche Kandidatinnen und Kandidaten zugehen mussten, damit die Kette nicht abreißt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen aus allen RWE Gesellschaften und allen Abteilungen mit unterschiedlichsten Twitter- oder Social-Media-Erfahrungen. Anfänglich waren mehr Kommunikations- und Marketingkolleginnen und -kollegen dabei, aber inzwischen mischt es recht bunt.

Wie briefen Sie die Twitter-Paten? Gibt es Vorgaben oder Empfehlungen bezüglich des Inhaltes oder der Sprache der Tweets?

Die Sprache des Kanals ist Englisch, da wir von vornherein international gestartet sind. Tonalität und Inhalt bestimmen die Twitterer. Alle nicht leitenden Angestellten aus Deutschland müssen die »Nutzungsbedingungen« akzeptieren. Diese sind aber eher eine Art Leitlinie oder Hilfestellung, in der ganz banale Dinge wie der Verweis auf Betriebsgeheimnisse festgehalten sind, was aber auch bereits arbeitsvertraglich geregelt ist. Wir erklären aber auch den Umgang mit Urheberrechten und bzgl. der Verwendung von Bildern.

Wie begleiten Sie die Twitterer während der Woche? Gibt es während der Laufzeit feste Termine für Feedbackgespräche, eine Telefonnummer für den Notfall oder Ähnliches?

Wir haben das organisatorisch nicht überformen wollen. Wer eine Einweisung oder Feedback wünscht, spricht uns an. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben vor dem Start persönlichen Kontakt mit jemanden aus dem Team der Onlinekommunikation – meistens mit mir. Da wird recht schnell klar, wie viel Begleitung gewünscht wird oder notwendig ist. Meine Kontaktdaten dienen auch für »Notfälle«.

Der Twitter-Kanal @we_are_rwe in dieser Woche

Der Twitter-Kanal @we_are_rwe in dieser Woche

@We_are_RWE gibt es jetzt seit April 2013 – das macht nach unserer Rechnung bereits knapp 60 Twitter-Paten. Wie schaffen Sie es, sowohl Mitarbeiter als auch Follower für den Twitter-Kanal zu begeistern? Ist das Projekt zeitlich begrenzt?

Wir verschaffen kleineren Projekten und Initiativen durch die Teilnahme intern sowie extern für eine Woche eine höhere Sichtbarkeit. Deswegen schauen wir manchmal auch in den Terminkalender und sprechen Abteilungen dann konkret an: »He, ihr seid doch da auf einer Messe – wollt ihr in dieser Woche nicht auch twittern?« Dann ist die Begeisterung recht schnell da. Wir sind zeitlich unbegrenzt gestartet – aber zwei Jahre würde ich gerne mindestens durchhalten wollen.

Zum Abschluss: Welchen Unternehmen würden Sie einen RoCur-Account ans Herz legen?

Ich denke, jedes Unternehmen oder jede Organisation muss für ein solches Projekt seinen eigenen Dreh finden. Pauschale Gebrauchsanweisungen und Empfehlungen kann es nicht geben. Selbst kleine Organisationen können Rotationsprojekte machen, in dem man z.B. seine Kunden als Fans und Markenbotschafter mit einbezieht. Oder Schachfreunde aus aller Welt reichen sich einen Twitter-Account wöchentlich weiter – es braucht in erster Linie Personen, die diese Idee begeistert treiben wollen. Der Rest findet sich.

Herr Balázs, wir danken Ihnen sehr für den Einblick.

PrintDas Interview ist ein Auszug aus dem Buch
Social Media Marketing – Strategien für Facebook, Twitter & Co

 

Lest auch: “Ein Buch über Social Media also?” von Wibke Ladwig

 

Viele Startups setzen bei der Gründung auf die Methoden des Lean Management. Ihre Vorteile liegen klar auf der Hand: Es wird keine Zeit mit langwierigen Entwicklungen verschwendet, die eventuell doch nicht passen, es kann punktgenau produziert werden und die Kundenwünsche bleiben die ganze Zeit über exakt im Blick.

Wer mehr dazu wissen möchte: Das Lean-Prinzip haben wir schon in dem Beitrag Lean Management oder: Wirtschaften ohne Reibungsverluste vorgestellt. Und wie es sich im Praxiseinsatz anwenden lässt, hat uns Kamil Barbarski in Running Lean im Praxiseinsatz: Ein Interview mit Kamil Barbarski von MAK3it berichtet.

runninglean

Nun erscheint Ende Oktober ein weiterer Titel, der auf Basis des bewährten “Lean”-Ansatzes eine umfassende und äußerst praxisnahe Anleitung für die Gründung und den Betrieb eines Startups bietet: Das Handbuch für Startups. Bei dem Buch handelt es sich um die Übersetzung des internationalen Bestsellers “The Startup Owner’s Manual”, der (nicht nur) an amerikanischen Universitäten längst als Standardwerk gilt. Nur eine deutschsprachige Version fehlte bislang – und da schaffen wir nun nächsten Monat Abhilfe :)

9783955618124

Auch deshalb haben wir uns mit der Gründungs- und Unternehmensberatung MAK3it zusammen getan und zum Erscheinen von Das Handbuch für Startups ein super Kooperationsangebot für Euch: mit dem Gutscheincode leanoreilly bekommt ihr 20% auf den am 2. Oktober stattfindenden Running Lean Workshop von MAK3it :)

Einfach bei der Buchung mit angeben.

 

“Happy 5th Twitter Anniversary” begrüßte uns Twitter vor ein paar Tagen – yay!

Ganz ehrlich: Das ist für uns wirklich und ganz unironisch ein Grund zu feiern. Denn Twitter war eine Zäsur, ein Grenzstein zwischen dem Verlagsdasein vor und dem nach Twitter. Klingt überzogen? Ist aber so: Vor Twitter saßen wir die allermeisten Tage des Jahres in unserem Büro und publizierten Bücher. Mit allem, was dazugehört. Welche Bücher Ihr “da draußen” brauchen könnt, erfuhren wir:

  • von unserem Außendienst-Team, das Eindrücke aus dem Buchhandel, aus Bibliotheken und Unis mitbrachte.
  • von unseren Autoren und Fachgutachtern, die natürlich ganz nah an ihren jeweiligen Themen und Zielgruppen waren/sind.
  • vereinzelt direkt von Lesern, per Anruf (ja!) oder Mail.
  • und natürlich aus der Fachpresse, von diversen Kontakten der IT-Branche etc.

Ein paar Mal im Jahr tauchen wir natürlich auch auf Konferenzen ab. Das war und ist großartig, denn das Feedback, was wir zum Beispiel in all den Jahren auf dem Linuxtag bekamen, trug uns immer voller Inspirationen wieder an unsere Schreibtische im Kölner Agnesviertel.

All das gibt es natürlich immer noch. Aber: Seit dem 18. September 2009 sprechen wir viel direkter und quasi in Echtzeit mit Euch. Ohne Filter.

Bildquelle: Flickr/ Internet Archive Book Images

Bildquelle: Flickr/ Internet Archive Book Images

Ganz spielerisch und ohne Strategie registrierten wir @oreilly_verlag und quatschten einfach drauf los. Dabei machten wir natürlich auch Fehler oder waren manchmal zu unbedarft. Einen “Fehler” haben wir nun glatt gebügelt: wir heißen jetzt @oreillyverlag, ohne Unterstrich und analog zu unseren US-Kollegen von @oreillymedia. (Wenn Ihr uns bereits folgt, müsst Ihr nichts tun.)

Einer unserer beliebtesten Tweets - mehr gibts bei favstar

Einer unserer beliebtesten Tweets – mehr gibts bei favstar

Und was in den fünf Jahren noch geschah? Wir hielten Vorträge, spielten Spiele und schrieben Bücher.  Wir eröffneten Facebook-, Google+, Slideshare-, XING- und so weiter-Dependancen. Jap, und auch Ello schauen wir uns an ;-) Wir lieben Twitter und alle 7000+ Follower. Weil wir direkt mit Euch reden können – über Buchwünsche, IT-Themen, über die neuste Sau Trends und: Katzenbilder.

Und wenn wir uns jetzt noch was zum Geburtstag wünschen dürfen. Liebes Twitter, modernisiere uns doch bitte die Timeline nicht kaputt.

Und jetzt gehn wir rüber & stoßen an!

 

 

 

Unsere Generation kennt das: Drucker einrichten für die Eltern, Virensoftware für die Tante und die Erklärung: “Papa, Wi-Fi ist, wenn du für deinen Internetzugang kein Kabel mehr brauchst.” Die neue Generation ist im Anmarsch, haut in die Tasten – und wer weiß, vielleicht fragen wir in nicht allzu ferner Zukunft unsere Kinder, ob sie eben mal eine App für die Steuerung der Mikrowelle entwickeln können. Vorausgesetzt, die Talente von Jugendlichen werden richtig gefördert. “Jugend hackt, ein gemeinsames Projekt von Young Rewired State und der Open Knowledge Foundation Deutschland e. V. hat sich genau das auf die Fahne geschrieben. Und war damit zum zweiten Mal sehr erfolgreich.

Ein Bericht unserer Gastautorin Anita Vetter.

Vom 12. bis 14. September versammelten sich ca. 120 Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren sowie 30 ehrenamtliche Softwareentwickler im Jugendhaus Königsstadt in Berlin-Mitte. Ihr Ziel: gemeinsam coden, Ideen spinnen und daraus eigenständig Projekte entwickeln. Die Veranstalter nannten drei Ziele des diesjährigen Jugend hackt: technisches Interesse von Jugendlichen fördern, Gleichgesinnte in einem physischen Raum treffen und vermitteln, dass technische Fähigkeiten auch besondere Verantwortung mit sich bringen. Denn diese haben die Macht, die Gesellschaft zu provozieren, aufzuklären, zu informieren und vor allem: zu verändern.

Während in vielen Bundesländern Informatik noch nicht einmal als Pflichtfach gilt, tut "Jugend hackt" tatsächlich etwas für den MINT-Nachwuchs.

“Jugend hackt” – wenn hundertzwanzig Nachwuchshacker (und nicht zwingend Nerdbrillenträger) aus Deutschland, Österreich und den Niederlanden im Prenzlauer Berg zusammenkommen. Foto: CC 3.0 by Leonard Wolf / OKFN

Ein Grund mehr, den ersten Veranstaltungstag nach Kennenlernen, einem Vortrag zu Open Data und der ersten Gruppen- und Ideenfindung mit einem Besuch von Frank Rieger abzurunden. Draußen wurde es schon dunkel, drinnen Turnhallenstimmung und neugierige Aufregung. 120 Jungentwickler schauten auf die Bühne, auf der Maria Reimer Frank Rieger vom Chaos Computer Club ankündigte, ganz charmant durch Vorlesen des Wikipedia-Eintrags über ihn. Auch sie ein wenig nervös. Freude, Applaus und schon schlenderte Rieger auf die Bühne und setze sich im Schneidersitz vor sein Publikum. Mit dem Kommentar, er habe keine Lust, so lange zu stehen, fing er an zu erzählen.

Frank Rieger bei "Jugend hackt"

Frank Rieger: “’Jugend hackt’ ist eine Sorte Veranstaltung, von der es viel zu wenig gibt.” Foto: Anita Vetter

Er sprach darüber, das Hacken, also Technologien anwenden, wie niemand sie zuvor angewendet hat, eine Hackerethik erfordere. Dass Leute, die hacken können, sich entscheiden müssen: Was fangen Sie an mit ihrem Talent und ihrer Lebenszeit, wechseln sie auf die “dunkle Seite der Macht” und verbessern Abhörsysteme und Werbeanzeigen oder setzen sie sich für das Gute ein, etwa durch die Entwicklung von Verschlüsselungsdiensten oder Torsystemen. Bei der Fragerunde im Anschluss gab es rege Beteiligung, so viel, dass sich auch nach dem offiziellen Vortragsende noch Grüppchen um Frank Rieger scharten, während andere an ihre Rechner zurückkehrten.

Beim diesjährigen “Jugend hackt” teilten sich die Arbeitsgruppen in sechs verschiedene Bereiche: Bildung, Gesellschaft, Gesundheit, Freizeit, Umwelt und Überwachung. Schon am Freitag entstanden unzählige Ideen für Projekte. Angefangen von einer Stau-Chat-App, die Langweile im Stillstand auf Straßen vertreiben könne, einer Open-Source-Software für Stunden- und Vertretungspläne oder dem Vorhaben, eine intelligente Pillenbox zu entwickeln, die ältere und vergessliche Menschen an die Einnahme ihrer Medikamente erinnern soll, per SMS, E-Mail oder mittels Vibrationsarmband. Einige Ideen, so ein Mentor, seien zu groß gedacht, in zwei Tagen nicht zu schaffen. Auch mir kommt ein bundesweites Schülernetzwerk recht engagiert vor. Aber es gehe ja um Ideen, den Gehirnschmalz. Und wer weiß, an einigen Projekten könne auch über die Veranstaltung hinaus – dem Internet sei dank – weitergearbeitet werden.

"Jugend hackt" im Jugendhaus Königsstadt

Während in vielen Bundesländern Informatik noch nicht einmal als Pflichtfach gilt, tut “Jugend hackt” tatsächlich etwas für den MINT-Nachwuchs. Foto: Anita Vetter

Am Samstag wurde es dann ernst: Jeder Jugendliche konnte sich für eines der vorgeschlagenen Projekte melden. Dann ging es an die Konzeption und das Entwickeln, an Tischen mit Computern und Flipcharts und der obligatorischen Club Mate.

Fleiß gibt Preis, denn am Ende der dreitägigen Veranstaltung prämierte die “Jugend hackt”-Jury die besten Projektideen. Petra Sorge (Cicero), Sabine Geithner (Rails Girls Berlin), Sebastian Seitz (Technologiestiftung Berlin), Daniel Dietrich (Open Knowledge Foundation Berlin e. V.) und Michael Kreil (Open Data City) wählten folgende Gewinner in diesen Kategorien:

  • Best in Show: “Kolumbus” – liefert Vorschläge zur Tagesplanung basierend auf der Foursquare-Datenbank
  • Best Example of Code: “Hackerspace Dashboard” – eine Karte aller Hackerspaces samt Chipkarte zum Einloggen vor Ort
  • Code a Better Country: “Safe Way Home” – eine Karten-Visualisierung von Kriminalität in Berlin, basierend auf den Pressemeldungen der Polizei
  • Hätte es schon längst geben sollen: “Awearness” – ein 3D-gedrucktes Armband, das vibriert, wenn man z. B. an einer Überwachungskamera vorbeiläuft
  • Best Design: “Dein Müll” – eine Gamification-App zum Melden und Entsorgen von Müll

Neben Jugend forscht”, “Jugend musiziert” und “Jugend irgendwas etabliert sich jetzt “Jugend hackt”, bei dem mithilfe von offenen Daten gemeinsam Apps, Visualisierungen und andere Projekte aus den Bereichen Schule/Bildung und Freizeit/Umwelt auf die Beine gestellt werden. Dieses Jahr kamen doppelt so viele Teilnehmer wie 2013. Es wären mehr gewesen, doch der Platz schränkte die Anmeldezahlen ein. Gespannt sind wohl alle auf 2015 und wenn es soweit ist, gibt es alle Infos wieder auf jugendhackt.de.

 

anitavetter

Bild: ©Moussa Hakal

Anita Vetter arbeitet als freie Redakteurin und Texterin. Vorher war sie Content und Communication Managerin z. B. bei studiVZ, der Holtzbrinck Digital AG und der sofatutor GmbH. In der Internet- und Startup-Branche kennt sie sich bestens aus – einen besonderen Schwerpunkt hat sie im Thema Content Marketing gefunden.  

 

Mehr Infos zu “Jugend hackt” gibt es außerdem an dieser Stelle im oreillyblog.