Am Samstag erfreute uns die Süddeutsche Zeitung mit einem Erklärstück von Anne Schüssler: “Sprechen Sie Cobol?” fragte die Entwicklerin – auch online – und brachte einen Abriss über einige Jahrzehnte Programmiergeschichte. Wenn sich Themen der Informatik - also “richtige” Informatik, nicht nur Handytests ;-) –  in weit verbreiteten Medien wiederfinden, ist dies natürlich immer gut, gerade auch für die Nachwuchsförderung. Abgesehen vom klassischen SZ-Leser ist der Text aber auf jeden Fall auch was für  Native Coding Language Speaker.

Anne Schüssler hielt auf der #rp14 außerdem eine Session “Programmieren für Nullcheckerbunnys” – gemeinsam mit Kathrin Passig. Wers noch nicht gesehen hat, bitte hier entlang.

Zum Weiterlesen empfehlen wir:

Zur Zimmerdeko außerdem: unser Poster “Geschichte der Programmiersprachen” (mehr Infos hier).

Aus dem Poster "Geschichte der Programmiersprachen"

Aus dem Poster “Geschichte der Programmiersprachen”

Wer jetzt davon etwas haben möchte: Mailt bis Mittwochabend 24 Uhr oder kommentiert zu diesem Artikel. Wir verlosen je ein Exemplar der oben genannten Bücher sowie natürlich das Poster.*

Viel Erfolg!

 

*Rechtsweg ist ausgeschlossen und so weiter ;-)

 

 

 

Kathrin Passig und Jan Bölsche über das Wesen des Programmierens und wie man auch ohne das Streben nach höheren Weihen erfolgreich sein kann

logo_kolophon_75x75Das Buch “Weniger schlecht programmieren” ist ein Ratgeber für alle, die sich mit der Programmierung von Computern auseinandersetzen, die aber wenig Zeit haben oder investieren wollen, um in dem Feld den schwarzen Gürtel zu machen. Das Buch ist eine umfangreiche Sammlung von praktischen Empfehlungen zu einer Vielzahl von Programmiertechniken, dem Umgang mit Source Code sowie der Selbstorganisation und der Kommunikation mit anderen.
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Im Gespräch mit Tim Pritlove berichten Kathrin Passig (@kathrinpassig | riesenmaschine.de | Zufallsshirttechniktagebuch.tumblr.com) und der zeitweise am Buchprojekt beteiligte Jan Bölsche (@regulargonzales | she.codes), wie sie selbst zum Programmieren gekommen sind und was sie dazu gebracht hat, ein solches Kompendium zu verfassen.

Kapitelliste

00:00:00.000 Einführung
00:01:30.710 Kathrin Passig
00:10:39.136 Jan Bölsche
00:14:14.357 Programmieren
00:28:34.517 An wen sich das Buch wendet
00:31:33.136 Namensgebung
00:38:02.803 Dinge nicht selber machen
00:53:08.127 Testen
00:58:23.458 Kommunikation
01:05:00.713 Dokumentation
01:08:01.362 Feedback

Linktipps:

  • Einen Rückblick auf die #rp14-Session “Programmieren für Nullcheckerbunnys” von und mit Anne Schüssler und Kathrin Passig gibt es hier.
  • Mehr Informationen über den Podcast und einen Überblick über die bisherigen Episoden gibt es hier.

 

 

Usergroups bieten den direkten, persönlichen Austausch über Techie-Themen, oftmals in netter abendlicher Runde bei Vereinen, Firmen oder auch in Kneipen. Hier können Informatiker Gleichgesinnte treffen, sich bei Vorträgen weiterbilden oder sich über den Arbeitsalltag austauschen. Nicht zuletzt sind bereits einige Aufträge oder Stellen über Usergroup-Kontakte vergeben worden.

O’Reilly unterstützt die Usergroups bereits seit vielen Jahren, und gerne stellen wir einige von ihnen an dieser Stelle vor – heute die Köln/Bonner Scala-Usergroup. Dazu habe ich mit dem UG-Mitglied Marius Soutier gesprochen.

Seit wann gibt es jetzt die Scala User Group Köln/Bonn?

Scala hat gerade 10jährigen Geburtstag gefeiert, jedoch wirklich bekannt ist die Sprache erst seit ein paar Jahren. Daher waren wir 2010 im Vergleich auch recht früh dran. Damals waren wir zunächst zwei, dann drei Scala-Interessierte, die sich regelmäßig im McDonald’s am Bonner Hauptbahnhof getroffen haben. Nachdem wir ein paar Mitglieder mehr geworden sind, haben wir die Gruppe nach Köln verlagert, wo wir uns zunächst in Kneipen und später in Büros oder Coworking-Spaces zusammen gefunden haben.

Wieviele Mitglieder gibt es derzeit, und an wen richtet sich die Usergroup?

In der XING-Gruppe, die wir gerade nach meetup.com migrieren, sind inzwischen 60 Mitglieder gelistet. Zu den Treffen kommen üblicherweise zwischen fünf und zehn Personen aus Köln, Bonn, Düsseldorf, und Umgebung.

Scala ist hier leider noch relativ selten anzutreffen, aber das versuchen wir gerade zu ändern. Bei uns ist jeder willkommen, der Interesse an einer Mischung aus objekt-orientierter und funktionaler Programmierung hat, und Spaß daran findet sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.

Scala hat viele Konzepte aus anderen Sprachen übernommen, z.B. Haskell, ML, Erlang, und Java. Somit kann so ziemlich jeder Entwickler einen Bezug dazu herstellen. Besonders spannend ist es dann, über den Tellerrand hinauszublicken und mit den noch fremden Konzepten zu experimentieren. Bei uns wird viel über das Für und Wider der jeweiligen Ansätze diskutiert und so lernt man bei jedem Treffen dazu.

Wie häufig trefft Ihr Euch, gibt es thematische Schwerpunkte?

Üblicherweise treffen wir uns ein mal im Monat an der Bottmühle bei Railslove. Gelegentlich werden Vorträge gehalten, z.B. über Tools und Frameworks im Bereich Scala wie Akka, Playframework, oder sbt. Ansonsten diskutieren wir in offener Runde über aktuelle Entwicklungen oder auch grundsätzliche Themen, z.B. Software-Architektur, objekt-orientiert vs. funktional, Patterns – oder einfach was uns im Augenblick beschäftigt.

Marius während eines Vortrags auf dem UG-Treffen

Marius während eines Vortrags auf dem UG-Treffen

Was ist in der nahen Zukunft geplant? Gibt es besondere Themenabende oder Vorträge?

Zunächst möchten wir den Zuwachs, den wir jetzt erfahren haben, weiter ausbauen. Wir hoffen zudem auf ein regelmäßigeres Beisteuern von Vorträgen. Dabei sind auch Lightning Talks oder Erfahrungsberichte von Einsteigern sowie Profis immer willkommen.

Langfristig möchten wir dann auch Hackathons anbieten und die Zusammenarbeit mit Firmen, die Scala einsetzen, intensivieren. Dazu haben wir auch schon mit Typesafe gesprochen, die dann auch Vortragende vorbeischicken werden.

scala_ugAn wen können sich Interessierte wenden, wo kann man Euch treffen?

Am besten registriert Ihr Euch auf unserer Meetup-Seite (http://www.meetup.com/Scala-User-Group-Koln-Bonn/), auf der dann auch die kommenden Treffen eingestellt werden. Eine Kontaktaufnahme ist auch über Twitter möglich (@scalacgn). Über einen Vortrag würden wir uns natürlich besonders freuen!

 

Marius, ich danke Dir für das Gespräch.

Wenn Ihr also hier in unserer Hood – in oder um Bonn und Köln lebt, schaut doch mal bei der Scala UG vorbei. Oder gründet Eure eigene UG in Eurer Umgebung ;-)

Bisher sprachen wir in dieser Reihe mit:

PHP Usergroup Berlin  |   Frankfurt Perl Mongers  |  NoSQL Usergroup Köln | PHP Usergroup Frankfurt/Main

Möchten Sie Ihre Usergroup auch hier im Blog vorstellen? Senden Sie uns eine Mail an ug@oreilly.de

 

Nein, heute ist nicht nur Fußball in Berlin ;-)

Ab heute und bis Donnerstag findet in der Kulturbrauerei das Open Knowledge Festival statt. Um 18 Uhr – Fanmeile vorher ist also durchaus drin – startet das #OKFest14 mit Ausstellung und Eröffnungsveranstaltung. Mittwoch und Donnerstag warten dann spannende Vorträge. Wir unterstützen das #OKFest14 und werden Euch in Kürze an dieser Stelle noch mehr berichten.

okf14

Anlässlich des OKFests stand gestern abend erst einmal der Launch der Code for Germany-Initiative auf dem Plan. @Codeforde hat bereits in vielen deutschen Städten, u.a. Berlin, Hamburg, Köln und Stuttgart einzelne “OK Labs” initiiert bzw. mitgetragen. Hier treffen sich regelmäßig – zweiwöchentlich, manche sogar wöchentlich – Leute, um über Open Data bzw. konkrete Projekte, die aus offen zugänglichen Daten entwickelt werden können, zu diskutieren. Und natürlich auch, um diese umzusetzen.

So konnte ein Lab bereits freie Kindergartenplätze in eine entsprechende Stadtkarte einbinden und mit den jeweils wichtigen Kontaktinfos verbinden. Andere versuchen, die Ergebnisse aus Ratssitzungen in Maps einzutragen – so kann dann jeder Bürger auf einen Blick sehen, ob in der eigenen Nachbarschaft Entscheidungen anstehen. Dieses Tool wird jeder lieben, der schon einmal versucht hat, individuell relevante Informationen aus “Ratsinformationssystemen” herauszufiltern.

Und falls jemand vermutet bzw. kritisiert, dass hier Entwickler für lau Anwendungen erstellen, die ja eigentlich ausgeschrieben und von Unternehmen gegen entsprechendes Honorar gebastelt werden sollten: Die OK Labs verstehen sich vorrangig als Ideengeber und Inititatoren, als Schnittstelle zwischen Behörden, Unternehmern und Bürgern.

Das OK Lab Köln besuchen wir in Kürze – und berichten Euch dann ganz konkret, was man am Rhein vorhat. In das OK Lab Eurer Stadt könnt Ihr selbst hereinschnuppern, hier findet Ihr alle bestehenden Labs auf einen Blick. Willkommen sind übrigens Informatiker genauso wie Sozialwissenschaftler. Und jede Bürgerin, jeder Bürger.

Wir grüßen jetzt nach Berlin zum #OKFest14 & wünschen Euch eine tolle Veranstaltung!

 

 

6 Tiger, 3690g, 11,5 cm und 2040 Seiten – zusammengefasst sind das die beiden neuen Java-Bücher von O’Reilly: Java-Programmierung – Das Handbuch zu Java 8 (5,9 cm mit 1080 Seiten) und Java – Der umfassende Programmierkurs (5,6cm mit 960 Seiten). Ein großer Batzen Wissen rund um die erfolgreiche Programmiersprache, durch den man sich erst einmal durcharbeiten muss. Lohnt sich aber – denn: Was wären Programmierer heute ohne Java?

Java_2

Ein ganzer Haufen Java

Die Entwicklung von Java war eher Zufall: Als Java-Vater James Gosling, unterstützt von etwa 30 Kollegen, mit der Entwicklung begann, sollte eigentlich eine Software zur Haushaltsgerätekommunikation entstehen. Die ewige Vision vom selbst einkaufenden Kühlschrank und dem sprechenden Toaster schwebte der Sun-Entwicklergruppe vor (Sun wurde 2010 von der Oracle-Gruppe aufgekauft, der Java heute gehört). Zunächst galt es, eine gemeinsame Sprache für völlig verschiedene Geräte zu finden. Heraus kam dann aber auch eine Technologie, mit der zum Beispiel interaktive Inhalte ins Web gebracht werden konnten. Java hat das bis dahin statische Web so erst lebendig und interaktiv gemacht. Erinnert Ihr Euch noch an die kleinen Java-Spielchen der 90er, bei denen nicht selten der Rechner kapitulierte? (Heute sind wir an dynamische Websites gewöhnt, die ständig neue Inhalte nachladen.)

Write once, Run Anywhere

Webseiten sollen für alle gleich sein: Für Mac-Fans wie für Windows-User und Linux-Anhänger sollen sie von unterschiedlichen Betriebssystemen aus nutzbar sein. Java gelangte aus der Wohnküche ins World Wide Web, indem es genau diesen Vorteil bot: Seine Anwendungen laufen innerhalb der (vorab zu installierenden) Java Virtual Machine (JVM) und damit unabhängig von Rechnertyp und Betriebssystem. Diese “Plattformunabhängigkeit” wird heute als selbstverständlich angesehen, war damals aber eine große Herausforderung. Damit haben die Java-Programmierer einen Standard gesetzt, die Regel “Write Once, Run Anywhere” wurde zu ihrem Motto.

Java ist überall

Das Baukastenprinzip der objektorientierten Programmierung, mit dem sich viele Entwickler zunächst schwer taten, hat sich durchgesetzt. Aber nicht nur für die Webprogrammierung ist Java nützlich. Umfangreiche Bibliotheken und zahlreiche Werkzeuge machen es zu einer vielseitig einsetzbaren Programmiersprache, mit der auch komplexe Programme geschrieben werden können.

Seit 1999 gibt es Java in drei verschiedenen Ausführungen: der Enterprise Edition (Java EE), der Standard Edition (Java SE) und der Micro Edition (Java ME). Aufwendige Client/Server-Anwendungen können über Java EE realisiert werden. Java SE dient als Grundlage sowohl für Java EE als auch für Java ME. Java ME ist für kleinere Geräte konzipiert, die Software von 3 Milliarden Mobiltelefonen weltweit basiert derzeit auf Java. Jedes Gerät mit einem Mikroprozessor ist Java-fähig, von PCs und PDAs über Fernseher und Autoelektronik – bis hin zu Küchengeräten.

Im Januar 2013 wurden Sicherheitslücken in Java 7 bekannt, woraufhin zuerst die c’t, dann auch das BSI zur Deinstallation riet. Mit den außerplanmäßigen bzw. vorgezogenen Java Updates 11 bis 13 wurden diese Sicherheitslücken behoben und die Warnung aufgehoben. Mit der aktuellen Version 8, die im März 2014 erschien, nahm man weitere Verbesserungen in der Sicherheit vor.

Java_1

Java Programmierung – Das Handbuch zu Java 8 für Programmierer mit Java-Erfahrung zum Vertiefen und Nachschlagen, Java – Der umfassende Programmierkurs, das Einstiegswerk für Java-Neulinge in der basics-Reihe

Und wie geht es weiter? Java hat zwar schon länger Konkurrenz bekommen – etwa Microsofts .NET-Technologie – doch haben beide ihre Vorzüge und Nachteile, Stärken und Schwächen und können sich im Konkurrenzkampf weiterentwickeln und somit reifen. Und Java beweist dies eindrücklich: Aus ursprünglich 30 Java-Entwicklern ist heute ein 9 Millionen Programmierer zählendes Netzwerk geworden, das Java ständig weiterentwickelt. 

Nachtrag: Der Artikel war zunächst etwas missverständlich, das haben wir dank unseres Lesers Benjamin Wagener (siehe Kommentare) nun angepasst. Danke!