Am Wochenende fand das yarncamp zum zweiten Mal statt – und dieses Mal in Köln. Letztes Jahr war Claudia in Frankfurt dabei und hat im Blog davon berichtet. Dieses Jahr habe ich am yarncamp teilnehmen dürfen und berichte von meinen Eindrücken.

Für einen Kölner ist es die Traumlocation schlechthin: Der Solution Space mitten in der Kölner Innenstadt bietet einen perfekte Blick auf den Kölner Dom.

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Einen besseren Ausblick kann man in Köln nicht haben

Samstagmorgen um 10 Uhr ging es bei einem gemeinsamen Frühstück (und unter ständigem Nadelgeklapper) direkt an die Session-Planung. Die zwölf Sessions für den Samstag kamen schnell zusammen und reichten von Strickhandschuhen aus Finnland über ‘Wie funktioniert eine Handspindel’ zum Socken-Patchwork-Tutorial und Mützen von-oben-her-Stricken. Einen großen Anteil bildeten auch Sessions zu Social Media – so stellte Lutz von maleknitting.de Strategien zu den Social Media vor, Romy hielt eine eigene Session zu Twitter und Julia von thecookingknitter.com erzählte von ihren Erfahrungen als Bloggerin.

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Programm am Samstag: 12 Sessions in 2 Räumen

Etwa 50-60 Strick- und Häkelbegeisterte waren in diesem Jahr dabei und haben dafür auch die Anreise aus Lübeck oder Darmstadt auf sich genommen. Die meisten hatten interessante Projekte dabei. Ob in den Sessions oder auch im tollen Café im Solution Space – gestrickt und gehäkelt wurde ständig und überall. Von Mützen über Socken bis hin zu großen Tüchern – alle ließen die Nadeln rauchen. So fand ich viele tolle Anregungen für mich – eines meiner nächsten Projekte wird die Decke auf dem übernächsten Foto.

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Kunstvoll gemustert

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Viel Farbe gehörte bei den meisten Projekten dazu – egal ob es letztendlich über die Schulter geworfen …

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… oder an den Füßen getragen wird.

Toll war auch das Essen – neben sehr leckerem vegetarischem Mittagessen sorgte ein Frühstücksbuffet und Kuchen am Nachmittag bestens für das leibliche Wohl der BarCamp-Teilnehmer.

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Sehr leckeres Mittagessen – kunstvoll zusammengestellt

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Genauso lecker wie schön anzusehen

Am Nachmittag habe ich mich dann in eine Session zum Häkeln gesetzt, denn eigentlich stricke ich bisher nur. Da es aber auch so viele schöne Häkelprojekte gibt, wurde es Zeit, sich auch an eine Nadel zu trauen. Da war das Camp ein super Ort, um damit anzufangen, da es von hilfsbereiten Häkelprofis nur so wimmelte. Allerdings besteht da noch Übungsbedarf:

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Ziel der Session waren diese Granny Circles

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Das war mein Versuch – immerhin (fast) rund :)

Beeindruckend auch dieses Jahr wieder, wie viele und tolle Sponsoren das Orga-Team um Rebekka, Romy, Julia, Sara und Lutz aufgetrieben hat: Für die Teilnehmer standen tolle Taschen bereit, voll mit Wolle, Strick- und Häkelnadeln, bis hin zu Handarbeitsbüchern und einem Stick für massenhaft neue Anleitungen. Von O’Reilly wurden übrigens auch wieder einige Bücher verlost, darunter einiges zu Social Media und natürlich auch wieder “Ha3k3ln + Str1ck3n für Geeks” – nochmals Glückwunsch an die Gewinnerinnen!

Mein Fazit: Auch wenn ich leider nur am Samstag teilnehmen konnte (das Camp ging eigentlich über 2 Tage), war es ein tolles Erlebnis mit vielen interessanten Sessions und netten Leuten. Die Location war wirklich genial und die Orga super – vielen Dank an das Orga-Team und auch an die Sponsoren, die das yarncamp so toll unterstützt haben.

 

Im Herbst dreht sich in München wieder alles um die Verbindung von Creative Coding und innovativer User Experience. Auf der push.conference 2014 treffen sich im Oktober Designer, Entwickler und Researcher, um die Zukunft der Szene zu gestalten.

2014-header-640Wer sich für UX, Interaction Design und Creative Coding interessiert, ist auf der push.conference genau richtig. Im Vordergrund stehen die Inspirationen von 10 Headlinern und 8 Lightning-Talks. Für das umfassende Programm haben sich internationale Sprecher aus Design-Agenturen, Firmen und einzelne kreative Köpfe zusammengefunden, die die Talks und Sessions spannend gestalten werden. Alle Infos zum Programm gibt es hier: http://push-conference.com/2014/program.

Und dazu gibt es diesmal gleich mehrere Networking- und Diskussions-Formate (etwa ein Speed Networking am Freitagabend), die die verschiedenen Disziplinen aus dem Publikum zusammenzubringen. Zudem können vor Ort im Ausstellungsbereich an interaktiven Installationen auch direkt neue Anwendungen und Installationen ausprobiert werden :) Und für die Anwender: In Form von push.workshops wird nicht nur geredet, sondern auch Hand angelegt.

Anmelden könnt ihr Euch hier: www.push-conference.com/2014

Zusammenfassung für den Terminkalender:
push.conference München
Freitag, 10. & Samstag, 11. Oktober 2014
Location: Alte Kongresshalle, Theresienhöhe 15, 80339 München

 

Die dmexco hat auch in diesem Jahr wieder einiges zu bieten gehabt – wir haben uns ins Getümmel gestürzt und ein paar Eindrücke für Euch festgehalten.

Dass die dmexco eine der besten und begehrtesten Messen in ihrem Bereich ist, bekam Susanne gleich am Mitwochmorgen beim Schlangestehen mit. Ein freundlicher Amerikaner war nämlich ganz begeistert: “It’s better than other digtial conferences — and much cheaper. It’s free!” Da war es für ihn trotz Flugticket günstiger als manch andere Messe. Dass sie mit dem Fahrrad nicht mal mehr Anreisekosten hatte, hat Susanne dann doch lieber für sich behalten.

Eingang Nord

Angekommen an der Messe

Aber ein Besuch auf der dmexco lohnt sich wirklich für alle, die mit Marketing zu tun haben. Das Konzept, den Kunden abzuholen und dahin zu leiten, wo er hin möchte und soll, hat auch das Messedesign gleich aufgenommen. Über farblich abgestimmte Felder und Teppiche wurde dem Besucher eindrücklich der Weg zum gewünschten Ziel gewiesen.

Farbleitsystem

Auffälliges Farbleitsystem

Der richtige Weg war damit schnell gefunden und hat uns am Donnerstagmittag zum Stand von OXID eSales geführt. Dort haben wir zusammen das Buch Online-Shops mit OXID eShop verlost. Die beiden Autoren Joscha Krug und Roman Zenner waren da und haben die Gewinner im wahrsten Sinne das Wortes aus Joscha Krugs Hut gezaubert.

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Die Autoren konzentriert bei der Arbeit

Und auch sonst gab es auf der dmexco viel zu sehen und zu erleben: Drei Hallen voller Stände, ein umfangreiches und interessantes Programm mit zahlreichen Seminaren, Workshops und Vorträgen – und natürlich gab es unzählige Menschen zu treffen.

Google gies green

Google goes green

Thematisch hatten sich wohl einige auf den Trend dmexco goes green geeinigt: Google brachte mit dem Google House einen grünen Ruheplatz mit (bei dem nur die Kaninchen für die Gartenidylle fehlten) und auch bei ebay gab es ein Gartenhaus mit allem drum und dran und gemütlicher Sitzfläche davor (von hier aus natürlich hinterm Gartenhaus).

Ebay

Handschuhe an und schon kann’s losgehen – ob die die Pflanzen von Google gießen?

 

 

 

 

 

Es war auf jeden Fall ein interessanter Besuch auf der dmexco 2014, die wir mit vielen neuen Eindrücken verlassen haben. Wir sind gespannt auf das nächste Jahr :)

 

 

Als ich Ingemar Reimer im vergangenen Jahr kennenlernte, war ich verblüfft, wie anschaulich der zertifizierte Google-Partner das Werben mit AdWords-Kampagnen erklären konnte. Seit diesem Sommer nun liegt sein “Buch zu Google AdWords”  vor, in dem er uns durch den Dschungel aus Such- und Displaynetzwerk, Keywords und Qualitätsfaktor geleitet. Anlässlich dessen traf ich mich erneut mit Ingemar – in einem Aachener Café und wieder mit vielen Fragen von meiner Seite. Hier kommen die Antworten.

Ingemar, erstmal Glückwunsch zum Erscheinen des Buchs und herzlich Willkommen im O’Reilly-Autorenteam!

Dankeschön!

Der geübte Websurfer wird AdWords spielend von organischen Suchergebnissen unterscheiden können. Steht er ihnen auch skeptischer gegenüber? Wie schätzt Du das ein, werden organische Suchtreffer von den Websurfern nicht nach wie vor als glaubwürdiger eingeschätzt?

Reicher Erfahrungsschatz: Ingemar Reimer berät seit vielen Jahren Unternehmen bei der Gestaltung ihrer Adwordskampagnen.

Reicher Erfahrungsschatz: Ingemar Reimer berät seit vielen Jahren Unternehmen bei der Gestaltung ihrer AdWords-Kampagnen.

Ich denke, dass jeder Nutzer sich diesbezüglich seine eigene Sensibilität aufbaut. Klar können die meisten Leute organische Treffer von AdWords unterscheiden. Aber wenn eine Anzeige wirklich gut formuliert ist und den Nutzer mit ihrem Angebot anspricht, ist es durchaus realistisch, dass dieser die Anzeige auch anklickt.

Ich selbst mache das auch: Wenn ich ein bestimmtes Produkt oder eine Dienstleistung suche und noch gar nicht weiß, wo ich anfangen soll, achte ich auch auf AdWords-Anzeigen. Ich gehe davon aus, dass derjenige, der Geld ausgibt, um ein Produkt zu bewerben, dieses auch haben wird. In organischen Suchtreffern hat man dagegen ja viele Forenbeiträge und allgemeinere Websites dabei.

Die Skepsis der Webuser ist aber verständlich, schließlich zahlen werbende Unternehmen für ihre Sichtbarkeit. Einige Unternehmen stehen bei den organischen Treffern ohnehin oben und schalten dennoch zusätzlich AdWords, zum Beispiel um den Wettbewerb zu verdrängen, mehr Platz einzunehmen und eine höhere Aufmerksamkeit zu erzielen. Eine Kombination aus beidem ist sicher die erfolgsversprechendste Strategie.

Also ist es aus Deiner Sicht für Unternehmen sinnvoll, AdWords zu schalten?

Man sollte es zumindest ausprobieren – auch wenn man schon sehr weit oben im Google-Ranking ist –  und dies entsprechend auswerten. Man landet ja nicht mit jedem Keyword ganz oben auf Platz 1. Je nachdem wie die Suchanfrage aussieht, rutscht der organische Treffer durchaus weiter hinunter. AdWords geben die Gelegenheit, dies auszugleichen.

Wie lange sollte ein Unternehmen mindestens mit AdWords experimentieren?

Um aussagekräftige Daten zu bekommen, plant man etwa zwei, drei Wochen zum Testen ein. In diesem Zeitraum hat man genügend Information gesammelt:

  • Welche Anzeigenposition habe ich erreicht?
  • Wie viele Klicks habe ich erreicht?
  • Wie oft wurde meine Anzeige eingeblendet?
  • Welche Klickrate resultiert daraus?
  • Habe ich auf meiner Website eine Conversion erzielt, sprich: Hat der Kunde das gemacht, was ich von ihm erwarte? Hat er zum Beispiel das Kontaktformular ausgefüllt oder etwas gekauft?

Anzeigen brauchen immer etwas Anlaufzeit. Nehmen wir als Beispiel das Conversion Tracking: Klickt der Kunde heute auf eine Anzeige und kauft aber erst 30 Tage später etwas, kann ich immer noch messen, dass der Kauf seinen Anfang bei der Google-Anzeige fand. Man muss dem also etwas Zeit geben.

Welche technischen Voraussetzungen gibt es denn?

Zunächst nur Google AdWords und seine eigene Website, damit kann man das ganz rudimentäre System nutzen. Kommt Conversion Tracking hinzu, muss ich einen Codeschnipsel auf der Website einbauen, die ich messen will. Bei Online-Shops wird dieser typischerweise auf der Kaufbestätigungsseite „Vielen Dank für Ihre Bestellung“ eingesetzt. Dann kann ich sogar den Wert des Warenkorbs messen. So sehe ich ganz klar: Wie viel Geld habe ich ausgegeben? Und wie viel Geld habe ich eingenommen?

Der kleine Einzelhändler könnte sich als Ziel setzen, dass jemand die Seite mit den Öffnungszeiten anklickt. Dann hat sich die AdWords-Anzeige gelohnt, er hat den Anhaltspunkt, dass der Kunde tatsächlich im Laden vorbeikommen möchte.

Ein ziemlich konkreter Anhaltspunkt …

Ja, genau. Und im Zusammenspiel mit Google Analytics kann ich zusätzlich auswerten, wie lange jemand auf der Website war. Ob jemand direkt wieder abgesprungen ist oder über zwei Minuten auf der Website gelesen hat, sagt natürlich auch etwas über die Qualität der Besuche aus.

Du bringst dazu die Beispiel-Suchanfrage nach einem Urlaub auf Sardinien. Wenn ich diese Suche durchführe, sehe ich auf der ersten Seite deutlich mehr bezahlte als organische Treffer. Das wird für Unternehmen richtig teuer, wenn sie sich hier zwischen bzw. vor die Konkurrenten setzen zu wollen, oder?

Ja, man muss ganz klar sagen, dass es hart umkämpfte Bereiche gibt. Ich bin bei verschiedenen Kunden schon über Keywords gestolpert, für die man viel zahlen muss – etwa drei bis vier Euro pro Klick. Man versucht dann, Nischen zu finden. Man arbeitet mit einer Keyword-Kombination oder schließt bestimmte Keywords aus. Ein Unternehmen, dass ein Produkt verkaufen möchte, könnte beispielsweise „mieten“ ausschließen. So verbessere ich die Treffgenauigkeit meiner Keywords.

Suchanfrage "urlaub sardinien": Adwords klar vorn.

Suchanfrage “urlaub sardinien”: AdWords sind klar vorn.

 

Abgesehen davon sind die AdWords-Kosten stark branchenabhängig, bei Versicherungen und im Automobilbereich legt man beispielsweise viel Geld auf den Tisch. Aber auch da kann es je nach Geschäftsbereich variieren. Die Ziele sollten sein, Nischen zu finden und auf qualitativ gute Kunden zu setzen, statt viele Klicks zu erzielen.

Google-AdWords tauchen auch außerhalb der Suchmaschine auf anderen Websites auf. Kannst Du uns kurz den Unterschied zwischen Such- und Displaynetzwerk erklären? Können Unternehmen die Werbekampagnen in beiden Netzwerken getrennt durchführen?

Das Suchnetzwerk bezieht sich grundsätzlich auf die Google-Suche und deren Partner. Vorteil: Ich habe einen Nutzer, der schon sehr konkret weiß, was er will. Er sucht etwa „Digitalkamera Nikon günstig kaufen“ – und ich kann ihm in meiner Anzeige ein gutes Angebot machen, wie „Nikon mit kostenlosem Zubehör“. So ist es sehr wahrscheinlich, dass er auf meine Anzeige klickt.

Das Displaynetzwerk wird vom Google Adsense-Netzwerk gespeist. In diesem Programm können Websitebetreiber Anzeigen in ihren Foren, Blogs bzw. auf ihrer Seite schalten. Im Displaynetzwerk treffe ich Leute, die in diesem Moment vielleicht nicht konkret nach meinem Produkt suchen. Aber: Ich kann im richtigen Umfeld für mein Produkt Werbung machen.

Einer meiner Kunden beispielsweise bietet ein Vermittlungssystem für Taxizentralen. Zu diesem Produkt haben wir eine Displaynetzwerk-Kampagne eingerichtet. Als es dann kürzlich viele Artikel rund um die App „Uber“ gab, schafften wir es damit plötzlich auf einige große Seiten, allein, weil der Text unserer Anzeige natürlich zum Kontext der Artikel passte. Die so platzierte Bannerwerbung brachte an einem Tag mit starker Berichterstattung zu Uber auch deutlich mehr Klicks auf die Website meines Kunden. Das hat also richtig etwas gebracht …

weil die Wahrnehmung der Marke gestiegen ist …

Genau: Es gibt Menschen, die hohes Interesse an der Taxibranche haben – und während sie Artikel darüber lesen, stolpern sie über passende Anzeigen.

Wenn ich so etwas als Unternehmen umsetzen will: Such- und Displaynetzwerk sind aber zwei unterschiedliche Kampagnentypen?

Ja – und ich empfehle grundsätzlich, getrennt zu werben, da ich den Kunden jeweils in unterschiedlichen Situationen erwische. Der eine Kunde ist etwas weiter in seiner Kaufentscheidung, der andere muss vielleicht noch auf das Produkt aufmerksam gemacht werden.

Außerdem habe ich im Suchnetzwerk ja nur Texte zur Verfügung, während ich im Displaynetzwerk auch mit Grafik arbeiten kann. In einem Banner kann ich eine Werbebotschaft naturgemäß besser transportieren als in einer Textanzeige.

Und ich kann im Displaynetzwerk noch feiner justieren, z.B. kann ich die Anzeigendarstellung begrenzen auf Menschen, die sich für eine bestimmte Automarke interessieren. Oder die männlich sind und einer bestimmten Altersgruppe angehören.

Dein Buch richtet sich vorrangig an Einsteiger in Google AdWords. Vor welchen Hürden stehen diese gewöhnlich – welche Erfahrungen hast Du und welchen Rat gibst Du ihnen mit?

Am Anfang steht das Interface, in das man sich erst einmal einarbeiten muss. Solange ich nicht weiß, wo ich welche Daten finde und am Ende auswerte, fehlen die Grundlagen. Deshalb habe ich ein Kapitel geschrieben, in dem ich ausführlich das Interface erkläre. Es ist wichtig, die Struktur von Google AdWords zu verstehen: Welche Ebenen gibt es, wie sind diese aufgebaut, wo kann ich meine Kampagne optimieren?

Außerdem sollte man sich schnell mit dem Qualitätsfaktor auseinandersetzen. Der war früher ein Buch mit sieben Siegeln, aber inzwischen gibt Google einige Anhaltspunkte für den Erfolg meiner Anzeige – und was ich an ihr noch verbessern sollte. Ratsam ist es, die Nutzererfahrung im Blick zu behalten: Passen die Keywords zur Anzeige? Und passt das Versprechen der Anzeige wiederum zur Website?

Man sagt auch: Die schlechteste Landingpage von einer Anzeige ist die Startseite. Der Kunde sucht nach einem konkreten Produkt und ich lasse ihn auf einer Startseite aufkommen, von der er seine Suchanfrage erneut absetzen muss. Das Verständnis für „Wie sollte meine Website aussehen? Wie sollte ich meine Anzeigen formulieren und gestalten, dass diese auch zur Website passen“ muss also bei jedem Unternehmen erst einmal da sein.

AdWords-Einsteiger sollten sich also erst einmal mit dem Interface und dann mit dem Weg, den der Kunde nimmt, beschäftigen?

Genau – und man muss sich dabei Ziele setzen. Was will ich erreichen? Wen will ich ansprechen? Wie will ich denjenigen ansprechen, also wie muss ich formulieren? Die Reihenfolge ist:

  • Keywordlisten aufbauen – ausgehend vom Produkt, das ich bewerben will,
  •  mehrere dazu passende Anzeigen texten (dabei immer den Nutzer im Hinterkopf behalten),
  • und dann einfach ausprobieren!

Das Schöne an AdWords ist ja, dass ich verwertbares Zahlenmaterial bekomme. Ich sehe ganz genau, wie erfolgreich meine Anzeigen jeweils waren und kann dann gezielt verbessern. Dazu muss ich nicht zwingend den Klickpreis erhöhen. Aber ich hatte beispielsweise mal einen Kunden, der wesentlich mehr Conversions hatte, wenn er auf den obersten drei Plätzen abgebildet war. Nach einigen Versuchen fand er heraus, dass er nur 3 Cent pro Klick mehr zahlen muss, um seine Anzeige öfter auf den ersten drei Plätzen zu platzieren. Diese Erkenntnisse erhält man natürlich erst, wenn man eine Weile herumprobiert hat. Und übrigens auch akzeptiert, dass nicht jede Idee zündet.

Klingt auch nach einer zeitintensiven Aufgabe …

Allerdings. Gerade bei einer neuen Kampagne rate ich, wirklich täglich in AdWords hineinzuschauen. Nur so kann man optimieren.

Gibt es auch Erkenntnisse, welche Rolle der Zeitpunkt einer Suchanfrage spielt? Suchen die Menschen zum Beispiel vorwiegend montagmorgens nach Scheidungsanwälten? Oder ist donnerstags die Kinowerbung teurer?

Es gibt eine Statistik in AdWords, die mir den Tagesverlauf von 0 bis 24 Uhr anzeigt. Ich kann damit zu Beispiel ganz klar sehen, dass nachts die Aktivität geringer ist. Dann könnte ich diesen Zeitraum auch von der Schaltung ausklammern. Das ist zum Beispiel für den Einzelhandel interessant, der nachts ohnehin nicht geöffnet hat. Oder den Handwerker, der eine Notfallhotline anbietet: Er schaltet seine Anzeige natürlich nur dann, wenn auch jemand am Telefon sitzt. Indem man Randzonen herausnimmt, kann man Geld sparen.

A propos: Gibt es ein bestimmtes Startbudget, was man sich blocken sollte?

Das ist natürlich sehr branchen- und wettbewerbsabhängig. Das Keyword-Tool von Google AdWords hilft dabei, den Preis für eine Anzeige herauszufinden. Wenn die zu erwartenden Kosten das vorgenommene Budget schon nach drei oder vier Klicks sprengen, ist es unter Umständen besser, erst einmal an anderen Baustellen zu arbeiten und später auf eine AdWords-Kampagne zurückzukommen. Aber letztlich gibt jedes Unternehmen sein Budget selbst vor …

und schaut dann, wie weit man mit dem zur Verfügung stehenden Geld kommt?

Genau – hier muss man seine Nischen finden. Und die Keywords identifizieren, die hohe Conversions bringen. Diese kann man dann noch verstärken, während man andere Keywords, die nur angezeigt, aber nicht angeklickt werden, auch wieder aufgibt.

Zu guter Letzt: Kannst Du das Bücherschreiben weiterempfehlen? Hat es Dich viele Nächte gekostet? :-)

Es hat mich das DEL-Finale gekostet ;-) Klar, es ist schon aufwendig, darüber sollte sich jeder im Klaren sein – gerade wenn man einen Hauptjob hat und das Schreiben in die Freizeit verlegen muss. Es gab ein Wochenende, an dem ich ein ganzes Kapitel geschafft habe, manchmal habe ich aber auch nur zwei Seiten geschrieben. Es ist also schon eine Herausforderung, aber jetzt, wo alles erledigt ist, habe ich ja auch wieder mehr Zeit. Wenn man mich also wieder mal fragen würde …

würdest Du den Abgabetermin nicht mehr ins Eishockeyfinale legen?

Genau – es geht nichts über ein gutes Zeitmanagement :-)

Ingemar, ich danke für das Gespräch.

 

 

Der Software Freedom Day feiert in diesem Jahr nicht nur die freie Software, sondern auch sein 10jähriges Jubiläum. Seit ein paar Jahren ist er auch fester Bestandteil der O’Reilly Veranstaltungstipps im September.

Was ist der Software Freedom Day?

Der Software Freedom Day wurde 2004 ins Leben gerufen. Seitdem werden jedes Jahr am dritten Samstag im September die Erfolge freier Software gefeiert. Aus einer ersten Idee, umgesetzt von einer kleinen Gruppe von Enthusiasten, wurde ein weltweit gefeierter Tag, bei dem Freunde freier Software sich zusammentun: Sie bilden Arbeitsgruppen und organisieren ehrenamtlich Veranstaltungen, um Leistungsfähigkeit und Erfolge freier Software einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen.

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Neuseeland, Philippinen, Nepal, Manchester, Hanoi – Köln :)

Natürlich gibt es auch in Köln, wie in den letzten Jahren, wieder eine Veranstaltung dazu. Der Computer Club Pascal organisiert auch in diesem Jahr mit Hilfe von Mitgliedern des Linux-Workshops Köln und des Kölner Computerclubs Pascal e.V. ein Vortragsprogramm mit Gelegenheiten zum Informationsaustausch. Jeder Interessierte – egal ob neu, fortgeschritten und/oder Mitglied einer usergroup oder nicht – ist eingeladen, zu kommen. Das Programm findet ihr im offiziellen Flyer zur Veranstaltung: SFD2014Leaflet-0903

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Schwer bepackt mit dem Bücherpacket für den Software Freedom Day

Die Kölner Veranstaltung findet am Samstag, 20. September 2014 von 10:00 bis 17:00 Uhr in der Dingfabrik Köln e.V., Erzbergerplatz 9, 50733 Köln statt. Die Wegbeschreibung gibt es hier: http://dingfabrik.de/wegbeschreibung/

Vor zwei Jahren hat uns Bruno Hopp, einer der Organisatoren der Kölner Veranstaltung, uns in einem ausführlichen Interview davon berichtet und erzählt, was das tolle an Open Source Software ist.

PS: Wer es nicht nach Köln schafft, es gibt auch in vielen anderen Städten Veranstaltungen zum Software Freedom Day. In Offenburg etwa gibt es vormittags einen Infostand in der Stadtmitte und abends dann eine “Mini-Community-Messe” im Stud.