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#rpten, #fashiontech, #buildingIoT

24.05.2016 ·Autor: · Veröffentlicht in Veranstaltungen

Puh, nächstes Jahr schaffen wir das mit der re:publica strukturierter. Und effzienter. Und disziplinierter sowieso. Ist es nicht das, was Ihr Euch auch immer wieder vornehmt? Wir uns / ich mir jedenfalls. Mehr Vorträge ansehen und gleich verbloggen. Mehr Menschen treffen. Buchprojekte. Whatever.

Dann aber: Wir kommen an, es ist tolles re:publica-Wetter (echt jetzt, dafür sollte es nun im zehnten Jahr wirklich mal eine meteorologische Kategorie geben) und wir laufen dem ersten Bekannten, dem ersten abwegig klingenden, aber inspirierendem Thema oder auch wie in diesem Jahr gerne mal William Cohn in die Arme. Ja, und dann ist der feine Zeitplan im Eimer.

Und die re:publica so, wie sie sein muss.

Deshalb jetzt: keine langwierigen Nachberichte von Montag früh bis Mittwoch abend, sondern einige Höhepunkte, kurz und knackig. Und die buildingIoT – eine Woche später in Köln – hängen wir gleich noch an.

#rpten

1. Es war großartig.

2. Nach einem Jahr Pause endlich wieder ein Autorenfrühstück. Und das haben wir sehr genossen, denn es bereichert nicht nur inhaltlich, mit Makern, Codern oder PR-Profis gleichzeitig am Tisch zu sitzen, sondern vor allem auch persönlich. Und die Wirkung eines solchen Treffens hält noch lange an, in den typischerweise eher stillen Lektorats- und Redaktionsstunden nach der re:publica. Drei <3chen also für alle, die gekommen sind.

#rpten Autorenfrühstück

#re:frühstück. Nächstes Jahr vielleicht mit Ausweichtermin für Langschläfer? (es häufen sich die Anfragen ;)) Zu sehen sind, vlnr: Hans Dorsch, /me, Jörg Staudemeyer, Marie-Christine Schindler, Kristian Rother, Stephan Czysch, Cathrin Tusche, Philip Steffan. (Mehr Fotos bei Facebook)

3. Die Vorträge: haben wir längst nicht alle verfolgen, geschweige denn überhaupt sehen können. Ich ackere mich gerade noch durch YouTube, aber abseits der großen Vorträge auf Stage 1 kann ich persönlich empfehlen:

Während man genau zeitgleich auf Stage 7 fragte „Wer zahlt für Nachrichtenvideos im Web?“, wurde hier klar: Bannerwerbung ist es nicht. Ok, nichts neues. Klar. Aber eben nicht nur, weil Onlinewerbung meist wirklich lästig ist (hey, Ihr habt vor Monaten mal ein Kreissäge-Sägeblatt für einen Verwandten gegoogelt, das Euch jetzt auf allen Seiten verfolgt? Nein? Dann aber die Sneakers vor drei Jahren ..). Sondern weil der Werbemarkt im Wesentlichen von fünf großen Ad-Netzwerken beherrscht wird, die Euch noch nicht mal gewollt, aber eben auch nicht verhindernd, auch Schadsoftware auf den Rechner spülen können. Wie das genau, erklären Frank Rieger und Thorsten Schröder.

Nicht verpassen darf man natürlich auch nicht Kathrin Passig und ihre MitstreiterInnen vom Techniktagebuch.

Ja, und die liebe O’Reilly-Freundin und Autorin Wibke Ladwig.

Diese drei Sessions nenne ich nur stellvertretend für eine ganze Reihe toller Vorträge. Mitschnitte gibt es hier, inklusive Lobo, Dueck und so weiter.

#fashiontech bzw. Fashion Hack Day

Parallel bzw. in die #rpten integriert lief die  #FASHIONTECH Berlin. Dort habe ich endlich Thomas Gnahm persönlich kennengelernt, den ich hier schon einmal zum (Telefon-)Interview vorgestellt hatte. Und Lina Wassong und René Bohne getroffen, die vor etwa einem Jahr erst „Licht und Spaß“ bei uns veröffentlichten und mit denen wir schon wieder neue Pläne haben. 🙂


#buildingIoT

So, und bevor ich dann auch nur eine Zeile #rpten verbloggen konnte, trafen wir uns auch schon wieder in Köln zur buildingIoT, veranstaltet von den dpunkt-Kollegen. Der IBM-„Distinguished Engineer“ Andy Stanford-Clark gab eine ebenso amüsante wie spannende Keynote zum Besten, bei der er es schaffte, von seinen nerdigen Smart-Home-Experimenten den Bogen zu großen IoT-Projekten zu schlagen.

 

Ohne Übertreibung: Solltet Ihr Euch wirklich anschauen (Vimeo). Verlangt weder technisch zu viel ab noch ist es aber oberflächlich. Perfekte Keynote 🙂 Und endlich wissen wir, wann die Fähren zur Isle of Wight ablegen.

Quintessenz

Hinter uns liegen drei sehr bereichernde Mai-Wochen mit tollen Vorträgen und Events und noch tolleren Begegnungen mit Autoren, Techies, Nerds … da freuen wir uns doch auf MakerFaire Hannover und TINCON am Wochenende. Jetzt aber schnell noch bisschen arbeiten 😉

 

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Data, Data, Data: Berlin Buzzwords 2016

23.05.2016 ·Autor: · Veröffentlicht in Technologie, Veranstaltungen

Die Berlin Buzzwords begleiten wir inzwischen schon seit der ersten Ausgabe im Jahr 2010. Nun steht – wie immer Anfang Juni – schon die siebte Ausgabe der (Big-)Data-Konferenz vor der Tür, auf die wir Euch gerne wieder hinweisen möchten. (Und Tickets verlosen.)

Berlin Buzzwords

Die 7. Berlin Buzzwords: vom 5.-7. Juni in der Kulturbrauerei Berlin

Die Keynotes

Als Keynotespeaker erwarten Euch in diesem Jahr  Diane Mueller-Klingspor und Neha Narkhede:

Diane Mueller-Klingspor ist eine langjährige „Pythonista“ und Open Source-Verfechterin. Momentan arbeitet sie als Community Lead bei Red Hat an der Application-Platform OpenShift Origin. Diane engagiert sich zudem in der Maker-Community und ist Gründerin von GetMakered Labs, einer mobilen Makerspace-Kollaboration, die Kinder aller Altersstufen inspirieren und ermutigen soll, sich mit neuen Technologien auseinanderzusetzen. Ihre Keynote findet am 6. Juni statt und trägt den Titel: „Inspiring the Next Generation to Run Away and Join Our Software Circus“.

Neha Narkhede ist Mitgründerin und CTO von Confluent. Zuvor war sie für die Petabyte Scale Streaming Infrastruktur von LinkedIn zuständig, die mehrere Millionen Datenvorgänge unterstützt. Zudem ist sie eine der EntwicklerInnen von Apache Kafka, PMC Mitglied und Projekt-Comitterin. Neha startet Tag 2 der Buzzwords unter dem Titel: „Application development and data in the emerging world of stream processing“.

Das Vortragsprogramm

Der komplette Timetable inklusive SprecherInnen-Profilen und Session-Abtracts der Konferenz ist auf der Konferenzwebsite abrufbar. Zu den Programm-Highlights gehören unter anderem:

Mitschnitte aus den Vorträgen der 2015er Ausgabe findet Ihr übrigens zuhauf bei YouTube.

Berlin Buzzwords 2015

Omer Trajman spricht auf der Berlin Buzzwords am 01.06.2015 im Postbahnhof in Berlin.
Foto: Gregor Fischer/Berlin Buzzwords

Das Barcamp

Auch dieses Jahr präsentiert die Berlin Buzzwords ein eintägiges Barcamp am 5. Juni, 2016 (dem Tag vor Konferenzbeginn). Geplant sind Workshops, Sessions und Diskussionen zu NoSQL, Twitter Storm, Cassandra oder Elasticsearch vs. Solr sowie zu vielen weiteren spannenden Themen. Das Barcamp startet um 14 Uhr im Frannz Club der Kulturbrauerei Berlin. Die Kosten für das Barcamp sind im Ticketpreis enthalten, aber TeilnehmerInnen sollten sich vorher registrieren via: http://berlinbuzzwords.de/tickets.

Die Tickets

… gibt es noch hier zu kaufen. Oder Ihr gewinnt eines bei uns 😉 Mailt an blog(at)oreilly.de oder kommentiert hier im Blog. (Teilnahmeschluss: 29. Mai 2016, 24 Uhr)

Wir wünschen allen Buzzword-TeilnehmerInnen viel Spaß!

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TINCON: „Wir haben gedacht, wir machen das mal“

20.05.2016 ·Autor: · Veröffentlicht in Veranstaltungen

Drei Tage, 1.000 Jugendliche, 70+ Speaker, 80+ Sessions: Mit der TINCON veranstalten Tanja Haeusler und Johnny Haeusler am nächsten Wochenende in Berlin das erste „Festival für digitale Jugendkultur“. Eine Konferenz, die sich ausschließlich an Jugendliche richtet und deren Themen bewusst in alle Sphären des Netzes reichen. Wir haben Johnny zur teenageinternetwork convention befragt … dann viele Stunden YouTube geguckt und ins Kissen geweint, dass wir die 21 längst überschritten haben …  

Lest mehr, klickt aufs Programm, erzählt eigenen und befreundeten Kids davon und gewinnt für sie Tickets 🙂 

Johnny, wir sind gerade von einer grandiosen #rpten zurück und umso mehr begeistert von der Idee TINCON. Es ist großartig, dass Teenager jetzt ihre eigene Netzkonferenz bekommen. Was war Euer Antrieb?

Die ganze (okay: die halbe) Welt spricht davon, dass wir Jugendlichen zu mehr Partizipation, Medienkompetenz und Zukunftsperspektiven verhelfen sollten. Aber nur wenige engagierte Menschen tun das auch. Und während der Arbeitsmarkt im Digitalen – was inzwischen ja alle Bereiche betrifft – über Mangel an Nachwuchs klagt, orientieren sich viele berufsvorbereitende Maßnahmen noch immer an einer Arbeitswelt von vor zehn, zwanzig Jahren. Zudem scheinen Eltern und Lehrer teilweise überfordert zu sein mit den Herausforderungen, die sich aus dem Wandel zu einer digitalen Gesellschaft ergeben. Und außerdem gibt es kaum Konferenz-Formate für Jugendliche, es wird zwar viel über sie, aber selten mit ihnen gesprochen.

Und da haben wir uns gedacht: Wir probieren das mal. Wir machen eine Art re:publica für Teenager. Mal sehen, wie die das finden.

Welchen Bezug habt Ihr persönlich zu digitaler Jugendkultur – und wie stellt Ihr sicher, dass Atmosphäre und Tonalität stimmen?

Unser persönlicher Bezug kommt durch unsere eigenen Teenager-Söhne, die uns immer wieder zeigen, dass es großartiges Zeug im Netz gibt, das an uns Erwachsenen vorbei geht. Und die beweisen, dass diese junge Generation ein völlig anderes Internet erfährt und nutzt als wir.

Damit wir aber nicht an der Zielgruppe vorbei arbeiten, lassen wir uns beraten. Von rund 20 Jugendlichen, die den etwas blöd betitelten „Jugendbeirat“ bilden, ein wilder Haufen, der sich irgendwie gefunden hat. Neben einiger gemeinsamer Workshops, die wir mit den Jungs und Mädchen zwischen 13 und 18 Jahren gemacht haben, läuft das aus zeitlichen Gründen oft über eine WhatsApp-Gruppe: „Wollt ihr diesen Speaker auf der TINCON haben?“; „Welche YouTube-Musikerinnen würdet ihr einladen?“.

TINCON, Johnny Haeusler

Johnny Haeusler, Spreeblick-Gründer und jetzt neben der der re:publica auch im TINCON-Team. Bild: re:publica / Gregor Fischer

Wie kann ich mir den Prozess der Programmgestaltung vorstellen, welche Rolle spielte der Jugendbeirat ganz konkret?

Im Herbst letzten Jahres gab es einen dreitägigen Workshop, bei dem u. a. Oberthemen von den Jugendlichen festgesetzt wurden. Wir wurden als Erwachsene aber auch mit klaren Aufträgen an die Arbeit geschickt, uns wurden Namen mitgegeben, die wir einladen sollten – manche konnten wir erfüllen (wir sind z. B. ganz stolz darauf, dass coldmirror dabei ist), andere leider nicht … vielleicht klappt das ja beim nächsten Mal.

Und: Es wurde der klare Wunsch geäußert, sich mit Politikern oder Politikerinnen unterhalten zu können. Wir sind daher sehr gespannt, welche Fragen die Jugendlichen an Familienministerin Manuela Schwesig stellen werden, die gleich zu Beginn der TINCON am Freitag um 15 Uhr dabei ist. Dass gleich danach Oguz Yilmaz von seinem Leben nach Y-Titty berichtet, der mit einer Milliarde Videoviews erfolgreichsten und inzwischen aufgelösten YouTuber-Truppe, ist eine der vielen TINCON-Kombinationen, die wir spannend finden.“

Auf welche Themen und Formate dürfen sich TINCON-Besucher nun freuen?

coldmirror macht eine ihrer grandiosen „kunsthistorischen Analysen“ zum ersten Mal live, ihre Fans haben dafür Bilder eingeschickt. Das DLR lässt uns durch Weltall fliegen. Einer der abgefahrensten Roboter der Welt ist zu Gast: Myon. Ralph Caspers macht die Cybercybercybershow. Clemantine Wamariya erzählt von ihrer Flucht aus Afrika in die USA. Fynn Kliemann erklärt, warum man Charakter statt Klicks auf YouTube braucht. Melissa alias Breeding Unicorns macht einen Workshop zum Thema „Fashion on a budget“. Die Datteltäter zeigen (auch) muslimische YouTube-Comedy mit Biss. Wir zeigen, wie man professionelle Musik mit einem Tablet produziert, 360-Grad-Videos erstellt, mit einem 3D-Drucker Sonnenbrillen druckt, Memes selbst bastelt oder Lego-Roboter baut. Es gibt einen Poetry Slam und einen Science Slam. Wir haben die neusten VR-Technologien zum Ausprobieren. Games auf riesiger Leinwand. Und … ach, guckt doch selbst: http://tincon.org/programm/ 🙂

Ich muss gestehen: Die allermeisten Vorträge der re:publica schaue ich später aus der Konserve. Vor Ort genieße ich vor allem die Möglichkeit des einfach-zusammen-Abhängens und Kennenlernens. Schafft Ihr dazu auch auf der TINCON Raum – außerhalb von Programm und Struktur durch Erwachsene?

Na klar. Neben den Bühnen gibt es ja die tollen Foyers des Festspielhauses, dort passiert auch viel, es ist aber auch Platz zum Plaudern und Chillen.

Kürzlich sprach ich mit einer Usergroup, die sich sehr für die Vermittlung von Programmierskills an Kinder engagiert. Ihr Tenor: Es kommen immer nur die, die ohnehin schon an Informatik interessiert sind und/oder über die Eltern bereits an IT herangeführt wurden. Die Herausforderung ist aber, auch die Teenager zu erreichen, deren Elternhaus und/oder Schule nicht netzaffin sind. Wie seid Ihr das angegangen?

Ist doch klar, dass sich nur manche fürs Programmieren begeistern lassen. Es mag ja auch nicht jeder Mathe oder Kunst. Ich verstehe auch nicht, wieso „digitale Berufsfelder“ immer aufs Coden beschränkt werden, wir brauchen doch auch Kommunikationsexpertinnen, Designer, Konzepter, Geschichtenerzählerinnen … wir versuchen, mit der großen inhaltlichen Bandbreite auch die anzusprechen, die mit IT direkt vielleicht nichts anzufangen wissen. Denen wollen wir zeigen: Die digitale Welt bietet dir trotzdem jede Menge spannender Möglichkeiten!

Kooperiert Ihr mit Schulen, Lehrern oder Bildungsorganisationen, gibt es da einen inhaltlichen Austausch? (Ist der überhaupt gewünscht?)

Wir haben rund 300 Berliner Schulen mit Anschreiben, Postern und Infos versorgt und sie gezielt eingeladen, mit vielen natürlich auch direkt gesprochen. Das Feedback war etwas enttäuschend, ehrlich gesagt. Vielleicht ist das ein Berliner Phänomen, vielleicht sind die Schulleiterinnen und Schulleiter überfordert. Die TINCON ist zudem ein neues Format und bei manchen Leuten ist es halt so: Was ich nicht kenne, esse ich auch nicht. 😉

Die Fakten zur TINCON
Was? TEENAGEINTERNETWORK Convention
Wann? 27.-29. Mai 2016
Wo? Berlin, Festspielhaus
Tickets: Das 3-Tages-Ticket kostet 25 € (Gruppenermäßigung möglich).

Achtung, liebe Eltern: Ihr müsst draußen bleiben. Zutritt haben nur 13 bis 21-jährige. Ausnahme ist Sonntagnachmittag ab 14 Uhr, dann gilt „open doors für alle“.

TINCON

 

Ihr denkt darüber nach, nach dem Debut auch in anderen deutschen Städten mit der TINCON zu gastieren. Sind diese Pläne schon konkret?

Jein. Es gibt Anfragen und unseren Wunsch, in andere Städte zu gehen. Aber jetzt bringen wir erstmal den Erstling in Berlin gut über die Bühne.

 Vor einigen Jahren war ich eine der staunenden Erwachsenen, als Ihr auf der re:publica-Bühne junge YouTube-Stars vorstelltet. Ich – wir alle – hatten ja kaum eine Vorstellung davon, wie kreativ diese Digital Natives vor ihrer Webcam agierten, und wie viele Altersgenossen sie bereits damit erreichten. Ich fuhr also heim und berichtete umgehend befreundeten Kindern von LeFloid & Co. Auch für sie eine Offenbarung – leider (?) jedoch mit dem Ergebnis, dass sie ihre Vlogs inzwischen auch einfach bloß konsumieren. Und jetzt bin ich ratlos: War das nicht ganz anders gemeint? Und darf ich das überhaupt werten?

Auch das Internet wird (leider) nicht dafür sorgen, dass plötzlich alle zu Produzenten werden. Und sich vor eine Kamera zu stellen braucht ja auch ganz schön Mut – Talent kann auch nicht schaden. Ich glaube aber, dass die Inspiration, etwas eigenes machen zu können, durch das Netz viel größer ist als bspw. durchs Fernsehen. Die Hürden zur eigenen Produktion sind kleiner geworden. Und wenn nicht gleich jede und jeder Coderin oder YouTuber wird: Vielleicht werden sie mit dem Fachwissen durchs YouTube-Schauen später mal Managerinnen oder Berater! 🙂

Wie steht Ihr zur Forderung, man müsse „den Jugendlichen“ doch irgendwie diese vielzitierte Medienkompetenz nahebringen?

Ich glaube, Jugendliche gehen zwar selbstverständlicher und ohne Ängste mit den „neuen“ Medien um, das bedeutet aber nicht, dass sie wissen, was da genau passiert – woher auch? Wir sollten aber zunächst mal für eine hohe Medienkompetenz bei Erwachsenen sorgen, damit diese sie überhaupt weitergeben können. Meiner Erfahrung nach hören Teenager schon sehr gut zu, man muss ihnen aber auch etwas spannendes erzählen können.

Johnny, vielen lieben Dank für das Gespräch. 

Und jetzt seid Ihr an der Reihe: wir verlosen zwei Tickets zur TINCON. Wenn Ihr also Euren Nachwuchs (oder Euch selbst) plus Freund*in zur TINCON schicken wollt, mailt uns an blog@oreilly.de oder kommentiert hier. Einsendeschluss ist Dienstag, der 24. Mai 2016 um 24 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, es entscheidet das Los.

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Geek Movies & Hackerfilme (8) – Black Mirror

13.05.2016 ·Autor: · Veröffentlicht in Geek Movies und Hackerfilme

Schon beim letzten Mal haben wir hier statt eines Films eine Serie besprochen (Halt and Catch Fire), und diese neue Tradition setzen wir nun einfach mal fort. Nicht bloß, weil den (häufig fürs Netz produzierten) Fernsehserien eine immer größere Bedeutung als Erzählmedium zukommt, sondern auch, weil es da eine fantastische britische Produktion gibt, die hier noch dringend vorstellt werden muss: Black Mirror.

Teures Ticket, folgenschweres Casting: Szene aus "Fifteen Million Merits" (Screenshot, Netflix)

Teures Ticket, folgenschweres Casting: Szene aus „Fifteen Million Merits“ (Screenshot, Netflix)

Im Gegensatz zu vielen aktuellen Serien handelt es sich nicht um eine episch angelegte Geschichte mit fortlaufender Handlung, sondern um eine Kollektion in sich abgeschlossener Kurzfilme, die jedoch alle um das Thema Technologie, Medien und Gesellschaft kreisen – mit teilweise heftig dystopischem Einschlag.

Ein kurzer und selbstverständlich spoilerfreier Abriss der bisherigen Folgen (das Weihnachtsspecial klammere ich aus) verdeutlicht sofort, wohin die Reise geht:

#1: The National Anthem. Im England der Gegenwart entführen bis dato unbekannte Terroristen die äußerst beliebte (und fiktive) Prinzessin Susannah und drohen mit ihrer Ermordung, falls der (ebenfalls fiktive) Premierminister nicht umgehend vor laufenden Kameras Sex mit einem Schwein hat. Und als wäre das noch nicht perfide genug, wird die Erpresserbotschaft zuerst bei YouTube veröffentlicht.

#2: Fifteen Million Merits. In einer „Brave New World“-Variante von Großbritannien irgendwann im 21. Jahrhundert lebt ein großer Teil der Bevölkerung unter medialer Dauerbeschallung in winzigen Wohnungen mit riesigen interactiven Displays und wenigen echten Sozialkontakten. Überleben kann nur, wer entweder als Energieerzeuger täglich in die Pedale tritt (in Hallen mit Batterien von High-Tech-Heimtrainern) oder als Paria-Putze den Müll der anderen entsorgt oder Teil der äußerst fragwürdigen Unterhaltungsindustrie wird. In diesem Kontext verliebt sich ein junger E-Bike-Strampler in eine Kollegin und ermöglicht ihr mit geerbten Merits (=digitales Zahlungsmittel) ein folgenschweres Casting bei einer Talentshow.

#3: The Entire History of You. Großbritannien (beziehungsweise alle entwickelten Ländern) in nicht allzu ferner Zukunft: Smartphone-Kameras sind von Implantaten im Auge abgelöst worden, unzählige Menschen schneiden rund um die Uhr alles mit – und nutzen die Aufzeichnungen permanent zur Bewertung wichtiger Situationen oder einfach nur zu Unterhaltungszwecken. Bei einem jungen Paar führt diese Praxis nach einer Party mit speziellem Besuch zu einer schweren Beziehungskrise.

#4: Be Right Back. England, UK, westliche Welt, irgendwann im 21. Jahrhundert: eine junge Frau verliert ihren Freund durch einen tödlichen Autounfall und ist am Boden zerstört. Auf der Beerdigung erfährt sie von einer neuen App, die mit Hilfe von Big Data und Machine Learning eine virtuelle Version des Verstorbenen generieren kann. Als Datengrundlage dienen digitale Fotos, Videos, Soundfiles und tausende Social-Media-Postings. Turing Test: Kein Problem.

#5: White Bear. Irgendwo im Vereinigten Königreich, möglicherweise in der Gegenwart: Eine Frau wacht angeschlagen und mit Gedächtnisverlust in einem Stuhl vor einem Fernseher auf, der ein seltsames Signal ausstrahlt. Als sie das Haus verlässt, gerät sie in Panik: Keiner ihrer Nachbarn spricht mir ihr, stattdessen wird sie permament mit Smartphones gefilmt – und von bewaffneten Vermummten verfolgt.

#6 The Waldo Moment. England, Gegenwart: Ein gescheiterter Comedian hat Waldo erfunden, einen blauen, animierten CGI-Bären, den er via Performance-Capture-Technik steuert und im Rahmen einer TV-Sendung auf Prominente loslässt. Der respektose, rotzfreche Humor des Bären kommt beim Publikum gut an – vor allem, als er sich einen Torie-Politiker vorknöpft. Kurz darauf schlägt das Management einen Medien-Stunt vor: Waldo soll als Kandidat beim lokalen Wahlkampf mitmischen.

Black Mirror: Sechs Folgen in sechs Bildern (Illustration mit freundlicher Genehmigung von Infinite Mind Warp)

Black Mirror: Sechs Folgen in sechs Bildern (Illustration mit freundlicher Genehmigung von Infinite Mind Warp – vielen Dank!)

Soweit zum Inhalt der Serie, den man auf den man auf abstrakter Ebene wie folgt zusammenfassen könnte: Black Mirror verhandelt nahezu alle Fragen, die unsere spätkapitalistische Informations- und Digitalgesellschaft in den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten geprägt haben. Wie mächtig ist das Internet? Wer kann es wie und mit welchen Konsequenzen missbrauchen? Wie voyeuristisch ist der Durchschnittsbürger? Besitzt er ausreichend Medienkompetenz? Wohin führt die unaufhaltsame Technisierung und Digitalisierung der Welt? Wie wünschenswert ist es, permament digitaler Sender und Empfänger zu sein? Wo verlaufen die Grenzen zwischen privater und öffentlicher Kommunikation? Wo verlaufen die Grenzen zwischen Mensch und Maschine? Und vor allem: Wer profitiert jeweils von welcher technischen und medialen Entwicklung? Auf wessen Kosten wird Geld verdient, Aufmerksamkeit generiert? Weshalb haben wir nicht besser aufgepasst?

Freilich: Keine der Ideen bei Black Mirror ist 100% neu. Ihre geschickte Anordnung, ihr eleganter Remix hat allerdings Applaus verdient. Für sämtliche Drehbücher zeichnet der englische Satiriker und Moderator Charlie Brooker verantwortlich. Dieser Mann hat als Kulturkritiker dermaßen viel verstanden, dass man ihm kleinere Logikfehler und dramaturgische Schwächen gerne verzeiht. Brookers größtes Kunststück besteht darin, zwar auf Anspruch, Tiefgang und kritische Konfrontation zu setzen, dabei aber niemals moralinsauer zu langweilen.

Seine für die Verpackung zuständigen Kollegen haben ebenfalls einen guten Job gemacht: Die dargestellte Technologie ist (bis auf wenige Ausnahmen) „slick“ und glaubwürdig, die mit ehrer bescheidenem Budget realisierten Settings ziehen den Zuschauer sofort in ihren Bann. Auch bei der Besetzung gibt es nichts zu meckern. Und was besonders erfreulich ist: Die unterschiedliche Regisseure sorgen für unterschiedliche Genre-Feelings. So hat Episode 2 beispielsweise einen klassischen Hard-Sci-Fi-Einschlag, während Episode 3 eher an ein Arthouse-Drama und Episode 5 an einen modernen Horrorfilm erinnert.

Wer nach den sechs regulären Folgen und dem Weihnachtsspecial Appetit auf mehr hat, darf sich freuen: Bereits letztes Jahr hat Netflix angekündigt, die zwischen 2011 und 2014 für Channel 4 produzierte Serie zu kaufen und fortzusetzen (vermutlich 12 Folgen ab 2016/17), wobei die Briten mit dem Deal letztlich alles andere als zufrieden sind. Die amerikanische Übernahme wird allerdings nichts oder nicht viel an der Qualität der Serie ändern: Die Drehbücher kommen weiterhin von Charlie Brooker. Aus „The Entire History of You“ soll außerdem ein Kinofilm für Warner entstehen.

Die Ära der dunklen Spiegel hat gerade erst begonnen.

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Neue Microsoft-Bücher (fka „Der Jahrgang 20xx-xx)

12.05.2016 ·Autor: · Veröffentlicht in Bücher

re:publica, buildingIOT* und bald MakerFaire: Man könnte ja vermuten, wir kommen gar nicht mehr zum Bücher machen. Stimmt aber nicht. Ganz frisch raus sind nämlich diese zwei Schätzchen für Microsoft-Hardworker:
(*besagte Events waren und sind übrigens super und wir berichten auch, in Kürze, versprochen.)

Richtig einsteigen: Excel VBA-Programmierung, Microsoft Exchange Server 2016 - Das Handbuch

Excel VBA und Exchange Server: Sicher kein Blümchenstoff, aber hier von zwei langjährigen Microsoft-Experten souverän erklärt. Das Foto entstand übrigens auf der selben Wiese wie hier. Frühling, Leute!

Richtig einsteigen: Excel VBA-Programmierung

In drei Tagen zum VBA-Kenner: Auf Grundlage eines solchen Real-Life-Kurses, den unser Autor Bernd Held seit mehr als zehn Jahren durchführt, ist sein Buch „Richtig einsteigen: Excel VBA-Programmierung“ entstanden. Wer viel mit Excel arbeiten muss (oder auch möchte), wird früher oder später einige häufig verwandte Prozesse automatisieren wollen. Bernd Held zeigt, wie es geht: Er stellt die Entwicklungsumgebung vor, lässt Euch in die Programmierung von Zellen, Tabellen und Mappen schauen und eigene Funktionen schreiben. Und damit Ihr auch nichts vergesst, liefert das Buch Testfragen und Aufgaben gleich mit. Die Lösungen natürlich auch.

Der Autor war früher übrigens mal Leistungssportler für Hürdenlauf. Das wundert Euch jetzt nicht, oder? 😉

Microsoft Exchange Server 2016 – Das Handbuch

Sehr hohen Praxisbezug gibt es auch bei Thomas Joos, der sich erneut durch eine neue Exchange-Version geackert und all seine Erkenntnisse wohl sortiert auf knapp 700 Seiten aufs Papier aufbereitet hat. Und Joos schreibt in „Microsoft Exchange Server 2016 – Das Handbuch“ nicht nur gut verständlich, sondern auch auf den Punkt: Ohne langes Geplänkel steigt er sofort mit der Vorstellung der Versionsneuerungen ein, geht weiter zur Installation, Einrichtung und Verwaltung und widmet sich dann Compliance, Sicherheit und Hochverfügbarkeit. Prägnant, anschaulich und auf dem aktuellen Stand, das dürfte zeitdruckgeplagte Admins freuen.

Beide Titel könnt Ihr ab sofort im gut sortierten On- und Offline-Buchhandel kaufen. Und weil wir inzwischen auch nicht mehr nur einmal monatlich, sondern quasi jederzeit neue Bücher veröffentlichen, heben wir auch die bekannte Struktur dieser Postings – „Der Jahrgang 20xx-xx“ auf und liefern Euch lieber noch ein paar vertiefende Infos. Aber das nur am Rande 😉

 

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