Anja

Neu im O’Reilly-Team: Anja

01.April 2014 – Nein, es war kein Aprilscherz. Am vorletzten Dienstag um 10 Uhr begann eine neue Zeit für mich: Nun bin ich bei O’Reilly in Köln und hier mit zuständig für Marketing und PR. „Die Neue“ zu sein ist immer spannend und ein wenig beunruhigend zugleich. Was kommt da eigentlich genau auf mich zu? Wie sind die Kollegen? Wie das neue Büro? (Ein „Großraumbüro“, das ist etwas völlig Neues für mich.)

Eins vorweg: Ich kann nur Positives berichten. Den Verlag kennt ihr ja aus dem Blog und daher ist das keine Überraschung. Die Kollegen sind freundlich und nett, die Atmosphäre ist beherrscht von Büchern und Computerfachwissen und meine Sorgen bezüglich des Großraumbüros … selten habe ich ein so ruhiges und gelassenes Büroleben erlebt.

Aber manche ungewöhnliche Kleinigkeit findet sich doch, und es sind ja die kleinen Dinge, die das Besondere ausmachen. So lief eines meiner Gespräche am ersten Tag in etwa so: „Ist das Tier ok für dich?“, „Ja, sieht gut aus.“, „Gut, dann bist du ab jetzt der Papagei.“ So ist das bei O’Reilly, wo von den Büchern Esel, Koalas, Leoparden und allerlei weiteres Getier, das so kreucht und fleucht, herunterschaut. Da wird man ruck, zuck zum Papageien und ist Teil eines bunten Bestiariums.

Und zur letzten (eigentlich ersten) Frage, was kommt da nun auf mich zu? Nun in erster Linie dies hier: Schreiben für das Blog und unsere Twitter, Facebook und Google+ Kanäle. Ich freue mich darauf, hier und dort für euch und mit euch schreiben zu dürfen, spannende Themen zu entdecken und vielleicht die eine oder andere Diskussion anzustoßen.

Zu guter Letzt noch ein paar Worte zu mir: Mein Name ist Anja Bilstein, ich bin Buchwissenschaftlerin und Pressefrau und seit einigen Jahren in der Verlagsbranche zuhause. Vor O’Reilly war ich bereits bei verschiedenen Fach- und Literaturverlagen in der Presse-und Öffentlichkeitsarbeit tätig. Natürlich bin ich Büchernarr – man könnte auch sagen Bücher-Geek? Keines ist sicher vor mir und ich habe einen ganzen Verlag voll neuer Beute :). Zudem bin ich auch ein kleines (wohl eher größeres) bisschen Serienjunkie und Filmfanatiker. Und in erster Linie nun einmal sehr gespannt auf die nächste Zeit, die Arbeit und die Community!

 

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Kleine Sonderdurchsage für die eCommerce-Freundinnen und -Freunde unter Euch: Nur noch bis morgen, Sonntag, gibt es das Zwei-Tages-Ticket für die Meet Magento in Leipzig für 175 €. Studenten zahlen 25€ pro Tag (mit Nachweis).

Wir begleiten die Meet Magento seit ihrer ersten Ausgabe im Februar 2009 und können Euch – entsprechendes Interesse am Online-Shopsystem vorausgesetzt – eine Teilnahme reinen Gewissens empfehlen. Es gibt eine spannende Agenda – und außerdem könnt Ihr Euch mit rund 500 weiteren Magento-Entwicklern austauschen.

Termin & Ort: 12.-13. Mai, Leipzig

Auch vor Ort: O’Reilly-Bücher zum Blättern & Reinlesen.

 

Teil 4 unserer kleinen IT-Geschichte: Gastautorin Annette Pohlke widmet sich darin den Dechriffierungsarbeiten im Bletchley Park während des 2. Weltkriegs. Zugegeben: Im Falle von Spionage und Abhörtechniken gibt es aktuelle Parallelen. Spannende Technikgeschichte ist es dennoch. P.S.: Hier gibt es Teil 1 zu Ada Lovelace, Teil  2 zu Grace Hopper sowie Teil 3 zum Programmiererinnenteam des ENIAC.

Bletchley Park liegt etwa 80 km nordwestlich von London. Hier befand sich seit 1939 die Government Code and Cypher School (GC&CS) – ein Vorläufer des heutigen britischen Geheimdienstes GCHQ. Im Verlauf des 2. Weltkrieges wurde an der Dechiffrierschule der geheime Nachrichtenverkehr Deutschlands und seiner Verbündeten dechiffriert und ausgewertet. Der bekannteste Mitarbeiter war vermutlich der Mathematiker Alan Turing, die bekannteste Errungenschaft seines Teams die Entschlüsselung der deutschen Chiffriermaschine “Enigma“.

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The Mansion – das Herrenhaus vom Bletchley Park. Tusche: Michael Oreal

Maschinen gegen Maschinen 

Wenn man sagt, der Code der “Enigma” sei geknackt worden, dann ist dies irreführend. Durch die Formulierung wird der Eindruck erweckt, dass es an einem bestimmten Punkt möglich wurde, den geheimen Nachrichtenverkehr problemlos zu dechiffrieren. Dem ist aber nicht so. Die “Enigma” hatte drei Rotoren (auch als “Walzen” bezeichnet) und ein Steckerbrett, durch die der Klartext verschlüsselt wurden. Die Auswahl der Walzen (von 5 möglichen), ihre Position zueinander und die Verbindungen am Steckerbrett wurden täglich gewechselt. Die “Enigma” musste also jeden Tag neu geknackt werden. Dies geschah, indem man alle möglichen Walzenstellungen durchprobierte. War der Tagesschlüssel gefunden, konnte dann der gesamte Nachrichtenverkehr dieses Tages entschlüsselt werden. Bei Tausenden von empfangenen Nachrichten pro Tag war allein das eine ungeheure Herausforderung. Dieser Aufwand war durch Menschen nicht mehr zu leisten, Maschinen mussten her, um die maschinelle Codierung zu brechen.

Die Computer der Codeknacker: “Bombe” und “Colossus” 

Bereits seit 1932 hatte sich der polnische Kryptologe Marian Rejewski mit der Decodierung der Enigma beschäftigt. Die Maschine, mit der er die verschiedenen Walzenstellungen durchprobierte, nannte er “Bomba”. Kurz vor Kriegsausbruch 1939 gaben die polnische Forscher ihr Wissen an die Briten weiter. Alan Turing und Gordon Welchmann verbesserten das Design der “Bomba”, indem sie noch mehr Enigma-Walzen hintereinander schalteten. Die “Turing-Bomben” wurden dadurch groß wie Schränke, aber auch deutlich schneller.

Neben der “Enigma” setzten die Deutschen für den Nachrichtenverkehr höherer Dienststellen außerdem die Lorenz-Maschine ein, die nicht drei, sondern zwölf Walzen hatte. Auch hier wurde der Schlüssel täglich gewechselt. Um ihn zu brechen, entwarf der britische Ingenieur Tommy Flowers wiederum den “Colossus”. Im Gegensatz zu den “Bomben” gilt “Colossus” als echter Computer, weil er elektronisch war, mit einer binären Logik arbeitet und programmierbar war.

Die Hütte 6 (Hut 6) heute. Hier wurde an der Dechiffrierung des Enigma-Codes gearbeitet (Bildquelle: Wikimedia Commons)

Die Hütte 6 (Hut 6) heute. Hier wurde an der Dechiffrierung des Enigma-Codes gearbeitet (Bildquelle: Wikimedia Commons)


Frauenpower gegen Hitler

Die Mehrheit der Menschen, die in Bletchley Park arbeiteten, waren Frauen. Die meisten von ihnen waren weibliche Kriegsfreiwillige der Marine (WRENs). Die Bedienung der Rechenmaschinen lag fast ausschließlich in ihrer Hand. So bestand z.B. das Team, das mit “Colossus”-Computern arbeitete, nach Aussagen des dort beschäftigten Mathematikers Good aus circa 20 Kryptoanalytikern, 6 Ingenieuren – und 273 WRENs. Die WRENs bereiteten die Bänder für die Dateneingabe vor und überwachten den Betrieb der Maschinen. Auch an den “Bomben” standen WRENs. Vereinzelt hatten Frauen auch leitende Positionen inne, wie etwa die Kryptologin Agnes Meyer Driscoll. Sie gehörte zu den führenden Mitgliedern des US-amerikanischen Teams, das mit einer eigenen Variante der “Bombe” die Codes der “Enigma-M4″ knackte. Ohne die vielen Frauen an ihren Maschinen wäre der Sieg der Aliierten um vieles schwerer geworden.

Bletchley Park heute

geekatlasger.s Im Landsitz Bletchley Park befindet sich heute das “National Museum of Computing“, in dem historische (Groß-)Rechner ausgestellt werden – auch “Colossus” ist darunter. Sowohl das ideelle Erbe als auch der Bestand an Gebäuden und verschiedenen geschichtsträchtigen Gegenständen wird heute von einer gemeinnützigen Stiftung, dem Bletchley Park Trust, verwaltet. Derzeit renoviert man die Häuser sehr aufwendig für rund 8 Millionen Pfund – Wired.co.uk berichtete erst kürzlich über die Fortschritte. Hintergrundinformationen – sowohl zu Bletchley Park als auch zum Computermuseum – gibt es übrigens auch in “Der Geek-Atlas”.

Über die Autorin:  Annette Pohlke ist Historikerin mit großem Interesse an Computern und Neuen Medien. Für ihr Studium der Interkulturellen Erziehungswissenschaft beschäftigte sie sich mit interkulturellem Lernen in der virtuellen Welt “Second Life”, über die sie eines der wenigen verfügbaren Fachbücher verfasste (Second Life. Verstehen, erkunden, mitgestalten / dpunkt). Zur Zeit arbeitet sie an einer Geschichte der Rechenmaschinen (und einer Promotion in Alter Geschichte).

 

 

rinanutgerUnser Buch R in a Nutshell – gleichzeitig Referenz und Einführungsbuch in die Open Source-Statistiksoftware und Programmiersprache R – fanden viele von Euch sehr überzeugend. Gerade an Unis wurde es gern eingesetzt und weiterempfohlen, auch wenn der Preis zunächst nicht wirklich mit einem studentischen Portemonnaie kompatibel war.

Zunächst? Genau: Wir haben den Preis gesenkt. Statt knapp 50 € kostet das Buch nun 24,90 € – die rein digitale Ausgabe ist für 20 € zu haben.

Kleine Einschränkung: Im Frühjahr 2013 ist R/Version 3 erschienen (aktuell: 3.0.3 aus März 2014), die das Buch naturgemäß nicht mehr abdecken kann – es behandelt R bis Version 2.9.2. Dennoch ist es gut einsetzbar. Und: In absehbarer Zeit planen wir keine Neuauflage. Wer sich also ein Grundlagenwerk zu R anschaffen will, dem sei eine Investition von 25 bzw. 20 € in ganze 768 Seiten von Joseph Adler ans Herz gelegt.

P.S.: Guckt doch auch mal in die Ecke unserer vom Aussterben bedrohten Bücher.

 

Kurzer Nachklapp zum gestrigen e-marketingday in Aachen:  Zwischen Hotel Quellenhof und Casino selten mondän gelegene Location für eine Konferenz, zufriedene Aussteller und Besucher, leckeres Essen und mit Richard Gutjahr (und einigen anderen) auch Internetprominenz vor Ort und auf der Rednerbühne. (Report-K schreibt hier etwas über Gutjahrs Eröffnungssession.)

Blick in den Eurogress - das Kongressgebäude war Gastgeber für rund 500 Teilnehmer des #emd14

Blick in den Eurogress – das Kongressgebäude war Gastgeber für rund 500 Teilnehmer des #emd14

Der Mittagspausenblick aus dem Eurogress. Fürs Casino nebenan gab es einen Jeton-Gutschein.

Der Mittagspausenblick aus dem Eurogress. Fürs Casino nebenan gab es einen Jeton-Gutschein.

Besonders nett war natürlich, dass ich mit Tobias Kollewe, Michael Keukert und Ingemar Reimer gleich drei ganz frische O’Reilly-Autoren treffen konnte. Tobias und Michael schreiben gerade an einem umfassenden eCommerce-Handbuch, Ingemar Reimer bereitet eine Querformater zu Google Adwords vor.

Links von mir grinst Michael Keukert, rechts von mir Tobias Kollewe

Links von mir grinst Michael Keukert, rechts von mir Tobias Kollewe. Ingemar gelang es, einem Foto zu entwischen ;-)

So, und die Herren Keukert und Kollewe berichteten sogleich von zwei weiteren Events  in Aachen:

  • für die Webcon im November läuft gerade die Einreichnungsphase. Bewerbt Euch doch mit Eurem Vortrag, es ist wirklich sehr nett da!
  • und am 7. März 2015 gibt es das erste emarketingcamp Aachen. Ist noch ganz am Anfang, aber bei FB kann man es schon mal adden. Und Sponsoren werden auch gesucht.

Jetzt genug Aachen-Content. Was passiert in Eurer Stadt? Meldet Euch & wir stellens hier im #oreillyblog vor!