Die webcon2012 in  Aachen tritt in diesem Herbst erstmalig an, den Kalender für Webcitizens Nordrhein-Westfalens (und mehr) um einen spannenden Termin zu erweitern. Was sich genau hinter der webcon verbirgt, habe ich Michael Keukert vom Orgateam der webcon2012 gefragt.

Michael, bevor wir über die webcon2012 sprechen: Kannst Du kurz etwas über Dich und Deine Kollegen im Orgateam erzählen?

Wir sind ein Team aus vier Leuten, die eine gefühlte Ewigkeit mit dem Internet zu tun haben. Rebekka (@queenofwhatever) ist studierte Grafikdesignerin und seit den Anfängen in Sachen Social Media unterwegs. Community Management hat sie von der Pike auf gelernt, noch zu Zeiten als es vornehmlich Foren und Diskussionsboards gab. Volker (@volkergoebbels) ist von Haus aus promovierter Chemiker, aber schon zu Studienzeiten hat es ihn in die IT gezogen. Derzeit arbeitet er als Projektmanager für Software- und Webapplikationen und berät als Trendscout IT-Firmen. Tobias (@tobiaskollewe) entwickelt mit seiner Agentur AIXhibit AG seit 14 Jahren Websites und Online-Shops und berät auf diesem Sektor. Ich selbst (@technozid) bin seit 1989 im Internet unterwegs – damals noch ohne WWW. Ich bin seit 1993 im IT-Marketing tätig und habe da schon sehr früh aufs Web gesetzt. Meine erste eigene Website ist von 1996 und immer noch online. Seit September letzten Jahres arbeite ich auch bei der AIXhibit AG und bin da für Marketing und die AIXhibit Akademie zuständig.

Tobias, Michael und Rebekka vom Webcon-Team: Keine Angst, sie sind zwar sehr gut organisiert, aber längst nicht so ernst wie auf dem Foto ;-)

Es gibt inzwischen sehr viele Barcamps im deutschsprachigen Raum – in großen und kleinen Städten, themenoffen oder spezialisiert. Wie kamt Ihr auf die Idee, dem Terminkalender der Webszene ein weiteres Barcamp in Aachen hinzuzufügen?

Oh, ja, das ist eine interessante Geschichte. Die Planungen für die AIXhibit Akademie haben sich über Monate hingezogen und für mich war immer klar, dass nach dem ersten Vortragsjahr eine ein- bis zweitägige Abschlussveranstaltung kommen müsse. Dabei habe ich aber mehr an eine Art Intensivtraining gedacht. Rebekka und Volker fingen dann an, den Twittwoch in Aachen zu organisieren. Bekki und Volker kennen wir schon lange und so haben wir uns an einen Tisch gesetzt und in gemeinsamen Gesprächen verschiedene Modelle diskutiert, variiert, verworfen, wiederbelebt, auseinandergenommen und vom Kopf auf die Füße gestellt.

Dabei war es für uns nie eine Frage, dass Aachen eine solche Veranstaltung gut zu Gesicht stehen würde. Aachen ist eine der ältesten Internet-Städte in Deutschland. Egal ob es öffentliche Webcams, Internet-Cafés, Netzzugang für Studierende oder Stadtnetzbetreiber waren – Aachen war immer bei den ersten Städten in Deutschland, in denen diese “neuen” Angebote zu finden waren. Im Gegensatz zu Berlin, Hamburg oder sogar München hat Aachen aber keine richtige Internetszene – und das obwohl wir die RWTH, diverse Startups und nicht zuletzt die ein- oder andere Agentur von überregionalem Rang haben. Das wollen wir mit der webcon ändern. Unser sicherlich ambitioniertes Ziel ist es, Aachen überregional wieder auf die Internet-Landkarte zu setzen und ein deutliches Signal in die Community – auch nach Belgien und in die Niederlande – zu senden.

Die Fakten zur Webcon Aachen:
Termin: Samstag, 20. Oktober 2012
Ort: Aachen – die westlichste Großstadt Deutschlands liegt am Dreiländereck zwischen Belgien, Deutschland und den Niederlanden.
Tickets: 10,- Euro
Mehr Infos unter: webcon.de oder auf Facebook und Twitter

Konferenzen, Barcamps, Twittwoche und Webmontage, Twittagessen und Meetups: Ich habe manchmal den Eindruck, in keiner anderen Branche gibt es so viele Möglichkeiten, sich nicht nur zu vernetzen, sondern auch persönlich kennenzulernen.

(lacht) Ach ja, die alten Klischees der pickeligen, käsegesichtigen Nerds die im elterlichen Keller World of Warcraft spielen und ansonsten sozial verkümmert sind…

Oh, die Klischees sind uns bei O’Reilly natürlich bestens bekannt ;-) Aber im Ernst: Ihr seid häufig auf anderen Barcamps unterwegs, Volker und Rebekka engagieren sich für den Aachener Twittwoch … Was reizt Deiner Meinung nach Onliner, sich so häufig offline zu treffen?

Der britische Psychologe Robin Dunbar hat Anfang der 90er Jahre einige Untersuchungen gemacht, wie viele soziale Beziehungen Säugetiere im Allgemeinen und der Mensch im Besonderen unterhalten kann. Diese sogenannte Dunbar-Zahl liegt für unsereiner bei 150 Kontakten, die man sinnvoll “verarbeiten kann”. Noch vor 30 Jahren haben wir diese 150 Leute primär im Verwandten- und Freundeskreis und in der unmittelbaren Nachbarschaft gefunden. Im Vergleich allein schon zur Generation unserer Eltern schrumpfen aber die typischen Familiengrößen. Dafür steigen die Möglichkeiten der Kommunikation an. Nicht nur Studenten lernen den internationalen Austausch – auch für nicht-Wissenschaftler ist es normal, z.B. über Facebook mit Leuten aus anderen Städten in intensiven Austausch zu treten. Es ist doch so, der Mensch IST ein Herdentier und lebt vom sozialen Austausch mit anderen. Das ist beim Nerd genauso, wie beim nicht-Nerd. Die Internet-affinen Menschen haben schlicht die größere, landes- oder weltweite Auswahl. Jemand, der mit dem Netz nichts am Hut hat, findet seine Kontakte halt im Sportverein.

Einen Unterschied gibt es dabei aber doch. Meine Spuren im Netz, meine Blogposts und Tweets und Facebook-Einträge sind auch verfügbar, während ich schlafe oder im Urlaub bin. Netzaffine Menschen können sich also jederzeit ein Bild vom Kommunikationspartner machen. Wir befinden uns daher in einer Meritokratie, in der das Ansehen der Netzteilnehmer durch deren Beiträge definiert wird. Dass man da neugierig auf Andere wird und sich auch einmal persönlich – face-to-face wie es auf Neudeutsch heißt – austauschen möchte, ist eigentlich klar.

Ihr habt Euch für eine Mischform aus Konferenz und Barcamp entschieden. Kannst Du uns den Ablauf der webcon erklären?

Wir haben bewusst eine Mischform aus den derzeit verfügbaren Veranstaltungsmodellen gewählt. Das Modell Barcamp ist sehr charmant, in der Größe, die uns für die webcon vorschwebt, aber kaum zu realisieren. Schlimm wäre es gewesen wenn wir die 16 Slots dann am Veranstaltungstag füllen wollen und es mit den Vorschlägen und dem Feedback nicht hinhauen würde. Das Programm komplett durchzuplanen wurde diskutiert, dann aber wieder verworfen, da wir nicht so vermessen sind und unsere Interessen und Vorlieben den Gästen überstülpen wollen.

Der Kompromiss ist, dass wir einige Vorträge vorab vergeben haben und die restlichen Slots dann über ein Call-for-Papers-Verfahren, also einen Aufruf für Vortragsthemen, vergeben. Wir haben das große Glück, dass wir von sechs Wunschkandidaten tatsächlich vier Zusagen bekommen haben. Über diese vier Vortragsthemen, die so unterschiedliche Bereiche wie E-Commerce, Online-Bewerbungen und QR-Codes behandeln, stecken wir das Themenfeld quasi ab und geben eine Vorgabe, was für Vortragsthemen erhofft sind.

Das heißt, man kann noch einen Sessionvorschlag einreichen?

Ja, selbstverständlich! Wir haben schon einige tolle Vorschläge bekommen. Das Call-for-Papers ist aber noch bis mindestens Ende Mai offen. Insofern: immer her damit!

Gibt es thematische Schwerpunkte oder Vorgaben?

Es gibt ein paar formelle Vorgaben, thematisch ist noch alles offen. Einen klaren Vorteil haben “unverbrauchte” Themen. Ein komplett neuer, noch niemals gehaltener Vortrag ist uns dabei lieber, als ein Thema, das schon zigmal auf Konferenz durchgekaut wurde. Gerne auch provokante Themen, wenn sie denn vernünftig ausgearbeitet und mit Hand und Fuß präsentiert werden. Wir haben den Zeitplan extra sehr großzügig gestaltet und lange Pausen eingeplant, damit Diskussionen und Austausch untereinander stattfinden.

Ich fände es schön, wenn wir mit den Themen die Besucher beflügeln können und zum nachdenken und WEITERdenken anregen. Das kann ein toller Vortrag mit technischem Schwerpunkt ebenso, wie eine kontroverse Zukunftsprognose oder eine kritische Gegenüberstellung von Plattformen.

Die Webcon findet im Jugendgästehaus statt, ein Ticket kostet nur 10 Euro – eine bewusste Entscheidung gegen prunkvolles Catering, für Teilnehmer unterschiedlicher Einkommensklassen?

(nachdenkliches Kopfnicken) Das war vermutlich eine der schwersten Entscheidungen. Klar muss sowas ökonomisch sinnvoll geplant werden. Unser Agenturhund ist leider kein Dukatenesel und eine solche Veranstaltung zieht schon handfeste Kosten nach sich. Beim Twittwoch ist der Eintritt traditionell frei, dafür treten Firmen-Sponsoren mehr oder weniger deutlich auf. Würde man es wie einen Kongress über die Eintrittsgelder finanzieren, dann wäre man schnell bei 70-80 EUR pro Ticket und würde so die Schwelle für viele Interessierte sehr hoch setzen.

Wir machen jetzt den Kompromiss und nehmen ein geringes Eintrittsgeld, können dafür aber den Sponsoringbedarf gering halten. So wird es keine Verkaufsveranstaltung, die Sponsoren sind aber gleichzeitig sehr exponiert. Gleichzeitig verzichten wir auf Studenten-, Presse- oder Early-Bird Tickets. Den Zehner wird sich jeder Interessierte leisten können. Und, ja, keine Lachshäppchen, sondern Mittagessen – das ist aber im Preis mit drin.

Zum Abschluss: Braucht Ihr noch Hilfe bei der Organisation, der Betreuung der Speaker oder zur Moderation? An wen können sich Interessierte wenden?

Wir vier werden die Tage vorher und am Tag selbst kräftigst durchackern und vermutlich mit am wenigsten von der Veranstaltung mitbekommen. Wir können auf Kollegen von AIXhibit zurückgreifen, aber darüber hinaus sind helfende Hände gerne willkommen. Kurze Mail an info@webcon.de mit den Kontaktdaten, das reicht. Aber potentielle Helfer sollten sich im Klaren sein, dass sie recht wenig von der webcon mitbekommen werden.

Ich freue mich wahnsinnig auf den 20. Oktober und hoffe, dass wir viele von den Lesern hier begrüssen können!

Michael, ich danke Dir sehr für das Gespräch & wünsche Euch schon jetzt viel Erfolg mit der webcon!

P.S. In einem der vorab gesetzten Sessions steckt O’Reilly Know-how: Mein Kollege Volker Bombien und ich werden 10 bzw. 11 Regeln zum richtigen Social Media Marketing vorstellen. Schon deshalb freuen wir uns ganz besonders auf die Webcon!

 

 

Wenn die Website bunt und abwechslungsreich bzw. grafik- und animationsorientiert sein soll, dann kommt man um JavaScript, WebGl oder Canvas nicht herum, oder? Stimmt gar nicht. Mit der nötigen Portion Kreativität, Bastelbereitschaft und Ehrgeiz gelingen auch mit CSS3 spektakuläre Effekte. In welche Richtung man dabei denken sollte, erklärt Webdesigner und -entwickler Chris Ruppel von Four Kitchens aus Austin in diesem Video, das Sie ausnahmsweise extern betrachtet müssen, da es hier nicht eingebettet werden kann.

Besonders faszinierend finde ich die scheinbar endlosen (und ziemlich komplexen) Manipulationsmöglichkeiten beim guten, alten div-Element. In diesem Zusammenhang beachte man v.a. die im Vortrag vorgestellten 3D-Miniaturstädte, die ausschließlich mit CSS realisiert wurden. Hier ist natürlich eine Menge „Mental Origami“ vonnöten:

Wer es zunächst etwas bodenständiger möchte bzw. nach praktischen Lösungen für immer wiederkehrende Design-Probleme sucht, wirft derweil einen Blick in unser Bärenbuch. Soeben ist eine neue, komplett überarbeitete Fassung erschienen:

Christopher Schmitt und Jørgen W. Lang versorgen orientierungbedürftige Webdesigner darin mit 150 (!) bewährten CSS-Rezepten. Die Lektüre sorgt nicht nur für die Auffrischung von Basics und die Einführung in fortgeschrittene Techniken, sondern macht auch Lust auf das, was Chris Ruppel und seine Kollegen so perfekt beherrschen: Nerdin’ out with CSS!

Weitere Titel zum Thema:

CSS – kurz & gut
Das Beste an HTML5 & CSS3
HTML5 & CSS3. Webentwicklung mit den Standards von morgen

The CSS3 Anthology
CSS Cookbook

 

Schon seit langem wollen wir mal wieder einen Beitrag in unserer Reihe „Frauen in der IT“ bringen. Allein, viele Frauen, die ich angesprochen habe, hatten einfach zuviel zu tun – immerhin auch eine gute Nachricht. Aber jetzt ist es soweit. Sehr gern nehmen wir das 15-jährige Bestehen der Webgrrls zum Anlass, um mehr über dieses Netzwerk für Frauen in den neuen Medien zu erfahren. Fünf von ihnen* erläutern, wer die Webgrrls sind und was sie erreichen wollen.

In einer aktuellen Presseinfo ist zu lesen: „Das rr klingt lautmalerisch wie Knurren und steht für den Kampfgeist der webgrrls. Die Schreibweise ist inspiriert von der amerikanischen Bewegung der riotgrrrls, die sich Anfang der 90-er Jahre in der Punk-Szene mit feministischen Inhalten und Überspitzung von Rollenstereotypen [...] gegen die männliche Dominanz in der Musikszene wandten”. Zählt man die Rs, könnte man meinen, die Webgrrls sind wilder als normale Girls, aber nicht so wild wie die Riot Grrrls ;-) – Zufall oder ist da was dran? Und was bedeutet das für die Webgrrls als „Business-Netzwerk für Frauen“?

Manchmal ist Lächeln ja eine durchaus wirkungsvolle Art, die Zähne zu zeigen ;-) . Webgrrls sind wild im Sinne von eigenständig, unternehmungslustig, neugierig und experimentierfreudig – in Hinblick auf Kommunikation und Zusammenarbeit ebenso wie bei der Erprobung neuer Tools, Programmiersprachen und Plattformen. Webgrrls werden wild, wenn versucht wird, Frauen (in und außerhalb der IT) für dumm zu verkaufen. Girls sind eigentlich die wenigsten Webgrrls – die Mehrheit sind „gestandene Frauen“…

1997 in München gegründet, gibt es die Webgrrls jetzt 15 Jahre, mit derzeit 600 Mitgliedern. Wie alt sind das jüngste und älteste Webgrrl? Und welche Berufe üben die Webgrrls (überwiegend) aus?

Webgrrls sind Web-Designerinnen und Datenbank-Programmiererinnen, Journalistinnen und Marketingmanagerinnen, Social Media Expertinnen und Künstlerinnen, Coaches, Projektmanagerinnen und viele andere Fach- und Führungsfrauen aus unterschiedlichen Branchen und Unternehmensformen: Selbstständige oder Freiberuflerinnen finden sich ebenso bei den webgrrls wie (häufig: leitende) Angestellte in Unternehmen.

Webgrrls-Gründerinnen 1997 (Foto: Paul El Tawil)

Webgrrls sind jung oder in Ehren ergraut – der Großteil der Webgrrls dürfte zwischen 30 und 60 sein. Manche junge Informatikerin oder PR-Frau stößt im ersten Job zu uns, andere entdecken das Netzwerk im Zuge einer beruflichen Neuorientierung in mittleren Jahren. In der letzten Auswertung der Mitgliederberufe waren je ca. 20 Prozent in den Bereichen Design/Entwurf, Controlling/Administration/Organisation und Konzept/Beratung tätig, weitere 15 Prozent im Bereich Text/Redaktion/Übersetzung, über 10 Prozent Programmierinnen, weitere knapp 5 Prozent im Bereich Datenbanken…

Webgrrls-Regio-Treffen (Foto: Webgrrls)

In einer Presseinfo steht: „Im Unterschied zu anderen Netzwerken bieten die webgrrls jedoch nicht nur persönlichen und fachbezogenen Austausch, sondern engagieren sich als eingetragener Verein für die Verbesserung der Arbeits- und Aufstiegsmöglichkeiten von Frauen und die Überwindung des Gender Gap in der Informationsgesellschaft.“ Wie sieht dieses Engagement konkret aus? Gibt es Ergebnisse und Erfolge, auf die die Webgrrls besonders stolz sind?

Durch die aktive Mitarbeit im Frauenrat bringen die webgrrls aufgrund ihrer IT- und Medien-Kompetenz wichtige Impulse für Aktionen und für Stellungnahmen ein und tragen so zur Überzeugungsarbeit im politischen Raum bei. Dazu gehört auch die Vernetzung und konstruktive Zusammenarbeit mit anderen Verbänden, z.B. dem Deutschen Ingenieurinnenbund, dem Unternehmerinnentag NRW, dem Frauenkongress auf der Hannover Messe oder der vom BPW veranstalteten Messe Erfolg in München. Auch beim Equal Pay Day sind die Webgrrls aktiv, siehe auch den seit 2008 bestehenden Rote-Taschen-Blog.

Equal Pay Day Berlin 2011 (Foto: Webgrrls)

Im Frauenrat engagieren wir uns insbesondere in der Arbeitsgruppe “High Tech – zündende Ideen”, die die Mint-Projekte initiiert hat. Wir waren an der Resolution “Ohne Frauen fehlt der Technik was” beteiligt. Auch für den flächendeckenden Internetzugang haben wir uns eingesetzt. Außerdem gab es das Engagement gegen Internetsperren; eine Fachtagung des Frauenrats wurde von uns mit angeregt. In der vom Frauenrat herausgegebenen Zeitschrift 4/2011 “Am Draht” wurde Sandra Becker als Delegierte der webgrrls.de gebeten, die Fachtagung des Frauenrates zum Thema Internetsperren und Kinderpornografie zu dokumentieren.

Am Herzen liegt uns auch das Mentoringprogramm Cybermentor – mehrere Webgrrls ermutigen Mädchen durch kontinuierliches, meist virtuelles Mentoring dazu, sich für Ausbildung und Beruf im MINT-Sektor zu entscheiden.

Gibt es innerhalb der Webgrrls eigentlich verschiedene Flügel, die unterschiedliche Schwerpunkte in der Vereinsarbeit setzen möchten? Wenn ja, wie sehen die aus?

„Flügel“ gibt es bei den Webgrrls eigentlich nicht, aber sehr wohl Vielfalt und auch die eine oder andere Meinungsverschiedenheit – zum Beispiel gibt es zum Thema Quote immer wieder heiße Diskussionen. Manche Regionalgruppen sind stärker IT-orientiert als andere, was oft auch damit zusammenhängt, in welchen Berufen die vereinsaktiven Frauen unterwegs sind.

Vor 15 Jahren sah das Web noch ganz anders aus. Heute nutzen Mädchen und Frauen intensiv und selbstverständlich die sozialen Medien. Ist es für sie dadurch leichter, ihre Affinität zu neuen Medien und zur IT zu entdecken? Oder hat das eine mit dem anderen aus Eurer Sicht nicht viel zu tun?

Der Gender Gap im Netz hat sich auf den ersten Blick deutlich verringert – Mädchen und Frauen nutzen nach einigen Studien soziale Netzwerke sogar intensiver als Männer. Dennoch sind die viel zitierten Meinungsführer in der Regel immer noch eher männlich, und in besonders IT-affinen Bereichen wie der Informatik hat die Zahl der weiblichen Studierenden und Auszubildenden in den letzten Jahren sogar abgenommen. Es gibt also nach wie vor noch dicke Bretter zu bohren, und allen Grund, sich zu vernetzen!

Webgrrls Regioteam Bayern (Foto: Sabine Fritz)

Die Zahl der Barcamps, Unkonferenzen, Facebook-, Google+-Gruppen und lokalen Stammtische zu den neuen Medien und IT-Themen ist explodiert. Wird es durch die zunehmende Vernetzung einfacher, neue Webgrrls zu gewinnen oder ist es durch die Vielzahl der Angebote über die Jahre eher schwerer geworden?

In fachlicher Sicht ist die Auswahl natürlich ungleich größer geworden. Haben anfangs viele Webgrrls unsere Mailinglisten z.B. intensiv genutzt, um sich über Technikfragen auszutauschen, gibt es mittlerweile hier sehr viele spezialisiertere Plattformen. Um Frauen beruflich zu vernetzen, die in und mit neuen Medien arbeiten, sind die Webgrrls aber nach wie vor konkurrenzlos. Wir merken das z.B., wenn wir als Webgrrls Gruppe gemeinsam Barcamps besuchen.

Wie kann ich Webgrrls-Mitglied werden und was kostet das? Können eigentlich auch Männer Mitglied werden?

Kommen Sie zum nächsten Regionaltreffen der Webgrrls oder treten Sie einfach online bei. Der Mitgliedsbeitrag beträgt moderate 60 EUR im Jahr, dafür gibt es jede Menge Veranstaltungen, Austausch, Spaß… Eine Mitgliedschaft für Männer ist nicht vorgesehen.

Und was passiert im Rahmen von „webgrrls convention net+work“ am 19. Mai 2012 in München? Wer kann da teilnehmen?

An der webgrrls convention können alle Frauen teilnehmen, die sich für berufliche Weiterentwicklung, Wissensaustausch und Netzwerken interessieren. Die Veranstaltung in einer der schönsten Locations, dem Literaturhaus München, verbindet die Struktur eines klassischen Kongresses (Keynote und Podiumsdiskussion) mit der Offenheit eines Barcamps – rund um die Themen Neue Medien, Social Media, Marketing und Arbeiten in der Zukunft. Kooperationspartner ist die IHK für München und Oberbayern. Die Sessions werden vorab auf der Jubiläumswebsite veröffentlicht (in progress).

Die Keynote hält Regina Mehler, Buchautorin und frühere Marketing Managerin Adobe Central Europe über Innovation und Marketing. Bei der Abschlussdiskussion auf dem Podium: Dr. Sina Brühbach-Schlickum, promovierte Sozialwissenschaftlerin, Gründerin und Geschäftsführerin des Münchener Coworking-Space Combinat 56, Elfriede Kerschl, Referatsleiterin Volkswirtschaft, Fachkräfte, Demografie der IHK München und Oberbayern, Adriana Olivotti, Buchautorin „Zur Sache Schätzchen. Frauen und Macht“, Coach und Unternehmerin und weitere Gäste.

Und abends wird gefeiert – in einer Bar im Dreimühlenviertel, mit DJane Ingrid Häfner und 7-Gänge-Flying Buffet.

*Folgende Webgrrls haben zu den Statements beitragen:

  • Ingrid Arnold, München – Online-Redakteurin Goethe-Institut
  • Sandra Becker, Berlin – webgrrls Vorstand, Künstlerin
  • Martina Diel, Frankfurt – webgrrls Regioteam Rhein-Main, Coach und Buchautorin (Das IT-Karrierehandbuch)
  • Verena Osgyan, Nürnberg – Online Marketing Managerin easy credit
  • Barbara Maria Zollner, München – Autorin und PR-Beraterin
 

Auch wenn ein großer Teil der Entwicklerfraktion noch auf MySQL & co. schwört: Nicht-relationale Datenbanken sind – zumindest als Ergänzung für klassische Modelle – schwer im Kommen. Was eine nicht-relationale Datenbank genau ist, und worin ihre Vorteile liegen, hat Lektoratskollege Volker Bombien bereits vor zwei Jahren in seinem Pionierartikel “CouchDB – ein neuer Datenbankansatz” erläutert, Literaturtipps zu inklusive.

Dementsprechend genieße ich das Privileg, das Thema hier und heute mit einer klassischen Blogliste “abhaken” zu können:

Zwei Konferenzen beschäftigen sich in diesem Quartal mit dem Thema…

…sowie eine Vielzahl aktueller (teils druckfrischer, teils noch in Produktion befindlicher) Titel aus unserem englischsprachigen Programm, von denen die wichtigsten hier nochmals genannt seien:

Noch buchlos, aber ebenfalls interessant sind folgende NoSQL-Projekte…

…die auch Thema der Kölner Konferenz sein werden.

In diesem Sinne: Auf Wiedersehen Schema, hallo Struktur!

 

“Ich muss mit den amerikanischen Kollegen unbedingt noch klären, welche Metadaten sie für Safari benötigen”, hörte ich unsere Lektoratsleiterin Ariane Hesse vor einigen Monaten sagen. Gleichzeitig wurden Meetings und Conference Calls mit dem Titel “Safari” anberaumt, in deren Folge die Kollegen aus der Herstellung immer wieder in die Konvertierung, Upload und Qualitätskontrolle unserer Bücher abtauchten.

Was sich dahinter verbirgt? Unser gemeinsames Ziel: Neue Bücher für Safari Books Online zur Verfügung stellen. Nein, besser: viele neue Bücher für Safari Books Online zur Verfügung stellen. Mit dem heutigen Tag sind es nun etwa 250 deutschsprachige O’Reilly-Titel, die online abrufbar sind – und es werden ständig mehr.

Alle Infos zur verlagsübergreifenden Online-Bibliothek erhalten Sie hier auf einen Blick:

Was ist Safari Books Online überhaupt?

Safari Books Online ist eine digitale Bibliothek, die im Jahr 2001 von den Verlagen O’Reilly Media, Inc. und Pearson Technology Group als Joint Venture gegründet wurde. Inzwischen erhalten Safari-Kunden Zugriff auf die Bücher folgender Fachverlage: O’Reilly Verlag, Addison-Wesley Verlag, Markt+Technik Verlag, dpunkt.Verlag, Wiley-VCH Verlag (für Dummies) und Microsoft Press – in deutscher Sprache. Dazu kommen die englischsprachigen Publikationen der Verlage O’Reilly Media, Addison-Wesley, Prentice Hall, Apress, Manning, John Wiley&Sons, Microsoft Press, Sybex, Wrox, Syngress, Cisco Press und viele andere mehr.

Insgesamt stehen Ihnen über Safari Books Online aktuell etwa 850 deutschsprachige Fachbücher sowie etwa 18.000 englischsprachige Fachbücher plus 1600 Videos zur Verfügung. Die Inhalte kommen aus den Bereichen Webprogrammierung und -design, Softwareentwicklung und -architektur, Netzwerk- und Systemadministration, Social Media, Wirtschaft, Marketing u.v.m.

Wie komme ich an die Bücher heran?

Safari Books Online läuft browserbasiert auf Computern und Notebooks, aber auch Smartphones und Tablets wie dem iPad. Nach Registrierung können Sie auf Safari Books Online zugreifen, innerhalb des gesamten Datenbestandes recherchieren, einzelne Bücher und Kapitel markieren und mit Lesezeichen oder Anmerkungen versehen und auch ganze Bücher oder Kapitel herunterladen.

Vorschau auf die Bücher: Es stehen umfangreiche Recherchemöglichkeiten quer durch den deutsch- und englischsprachigen Bestand zur Verfügung

 

Wie aktuell sind die Publikationen?

Wir stellen künftig kontinuierlich unsere Neuerscheinungen auch auf Safari zur Verfügung.

Was kostet es?

Es stehen verschiedene Abomodelle für Einzelkunden, Bibliotheken und Unternehmen zur Verfügung. Als Einzelkunde können Sie zwischen den Modellen “Safari Library” für knapp 35 Euro und “Safari  Bookshelf” für knapp 23 Euro monatlich wählen.

Wo erfahre ich mehr?

Hier geht es zur Einstiegsseite mit weiteren Informationen.